Kettenschmiedemuseum Fröndenberg

Nicki lässt die Ketten rasseln


Die Ankerkette des Dampfers Columbus hat eine Länge von 600 Metern.
Dröhnend saust der Schmiedehammer auf den weißglühenden Metalldraht nieder, Funken stieben in alle Richtungen. Bei jedem Schlag zuckt Nicki zusammen. Unerträglich heiß und laut ist es in der Nähe des Schmiedefeuers, so dass er sicherheitshalber ein paar Meter zurückweicht. Dem Schmied scheint das alles nichts auszumachen, konzentriert und sicher formt er das Drahtstück zu einem U und klopft beide Enden platt. Anschließend biegt er die flachen Enden übereinander und schmiedet sie mit kräftigen Hammerschlägen zusammen. Aus dem U ist ein ringförmiges O geworden. Nun biegt der Schmied ein neues U aus einem Drahtstück und hängt es in den eben gefertigten Ring. Mit einigen weiteren, kraftvollen Schlägen verbindet er die offenen Enden. "Aha", denkt Nicki, "so also entsteht Ring für Ring eine Kette".

Vorsicht! Funken fliegen, wenn Kettenglieder aus Eisendraht entstehen.
Er ist schwer beeindruckt von den mehr als zwanzig alten Maschinen im Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg. Gerade hat Nicki die Handkettenverdrehmaschine entdeckt und lässt sich das merkwürdige Wort auf der Zunge zergehen. Einer der Kettenschmiede erklärt ihm, was der Name bedeutet: "Mit der Maschine haben wir früher keine verdrehten Handketten hergestellt, sondern einzelne Kettenglieder per Hand ineinander verdreht." Ketten aus Nordrhein-Westfalen sind übrigens auf der ganzen Welt im Einsatz. "Viele Schiffe", so verrät der Schmied dem Eichhörnchen, "fahren mit Ankerketten aus Nordrhein-Westfalen über die Weltmeere." Noch mächtigere Ketten verankern Ölbohrinseln am Meeresgrund. Eine solche Kette muss auch bei schwerem Sturm eine ganze künstliche Insel fest am Platz halten. Deshalb sind die einzelnen Glieder schon mal aus zehn Zentimeter dickem Eisen gefertigt.

Jetzt will Nicki noch schnell seinen Beitrag für die längste Kette der Welt leisten. Die hängt schon in mehreren Schleifen von der Decke eines Ausstellungsraumes herab, und jeder Besucher darf sie um einen weiteren Ring verlängern. "Ist das wirklich die längste Kette der Welt?" will Nicki wissen. "Vielleicht noch nicht, aber wir arbeiten dran," schmunzelt der Schmied. Für das Kettenglied, welches Nicki zusammen mit dem freundlichen Helfer aus dem Museum zusammengeschweißt hat, bekommt der vorwitzige Nager sogar eine Urkunde.



Selbst entdecken



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Kettenschmiedemuseum Fröndenberg
Im Landschaftspark Ruhrufer
Graf-Adolf-Str.6
58730 Fröndenberg

Öffnungszeiten:
April bis Oktober
jeden Sonntag 11 bis 13 Uhr
Führungen für Gruppen ab 10 Personen und Schulklassen ganzjährig auch an anderen Tagen nach vorheriger Vereinbarung. (Kosten: 1 Euro pro Person):

Vorführung am Schmiedefeuer
April bis Oktober
jeden 1. Sonntag im Monat

Ansprechpartner für Führungen:
02373 / 72529 ( Willi Demmer )
02373 / 76288 ( Karl Lehn )
02378 / 2573 ( Werner Siebert )
02373 / 976-229 ( Norbert Muczka )

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