Dingdener Heide, Hamminkeln

Mit Nicki auf Zeitreise


Schon im Mittelalter waren so dichte Wälder selten.
"Eine echte Zeitreise?" Nicki Nuss staunt nicht schlecht. Bei seinem Rundgang durch die Dingdener Heide spaziert er tatsächlich durch fünf verschiedene Zonen – vom Spätmittelalter bis heute. Das sind immerhin ungefähr 650 Jahre. Jeder der fünf Teile steht für eine bestimmte Zeitspanne, denn die Landschaft dort hat sich in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder verändert. Warum das so war, erfährt Nicki auf seiner Wanderung.

Der kleine Nager will endlich Antworten auf seine vielen Fragen und stapft los. Er ist jetzt in der ersten Zeitzone, dem Spätmittelalter. Damals wuchs noch Wald in der Dingdener Heide. Er lieferte den Menschen Nahrung, Bau- und Brennholz sowie Flechtmaterial für Häuser oder Zäune. Auch für die Landwirtschaft war der Wald sehr wichtig. Die Bauern stachen Teile des Bodens ab und verwendeten ihn, mit Jauche vermischt, als Dünger für ihre Felder. Sie rupften Blätter ab und verfütterten das Laubheu im Winter an ihre Tiere. Oder sie trieben die Kühe und Schweine direkt in den "Hudewald", wo die Tiere Eicheln und Bucheckern fressen konnten. "Das komische Wort ‚Hudewald’ kommt übrigens von ‚Vieh hüten’", weiß Nicki.

Er läuft aus dem Wald heraus. Vor ihm erstreckt sich eine weite violette Fläche aus Heidekraut. "Wieso ist denn der Wald plötzlich weg?", wundert sich Nicki. Das lag daran, dass die Leute einfach zuviel Holz geschlagen und die Tiere zuviel Bäume abgefressen haben.
"Da hinten ist ja schon wieder Wald", ruft Nicki und stürmt zur nächsten Station seiner Zeitreise. Er läuft unter riesigen Kiefern hindurch und fragt sich, wieso in der Dingdener Heide nun doch wieder Bäume stehen. Er erfährt, dass die Menschen vor 150 Jahren anfingen, Kiefern zu pflanzen. Da diese besonders schnell wachsen, hat sich die Landschaft innerhalb von 100 Jahren komplett verändert: Ein dichter Kiefernwald verdrängte die Heide. "Wie langweilig – alles Kiefern", gähnt Nicki.

Erst nach der Abholzung des Waldes entstand die Heide.
Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts haben dann die Menschen immer mehr Fleisch und Milchprodukte gegessen. Für die Tiere brauchten sie deshalb große Viehweiden. Nicki steht jetzt inmitten saftiger grüner Wiesen. Und er ist nicht allein: Vögel wie der Kiebitz oder die Uferschnepfe sind dort zu Hause. Solche Feuchtwiesen gab es vor gut 40 Jahren noch recht häufig.
In der letzten Zeitzone ist auch davon nichts mehr zu sehen. Seit den 60er Jahren haben die Bauern Maschinen, chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt – und auf einmal riesige Mengen an Getreide hergestellt. Auf den Äckern bauen die Landwirte immer mehr Futtermais für die Tiere an. Von der Heide ist heute fast nichts mehr übrig.

"Was für ein hin und her – Wald wurde zu Heide, Heide zu Wald und Wiesen zu Äckern", staunt Nicki Nuss. Er ist am Ende seines Rundgangs durch die Dingdener Heide angelangt und ganz stolz: "650 Jahre in ein paar Stunden – das soll mir erst mal einer nachmachen!"


Vergiss nicht, diesen Fragebogen auf deine Zeitreise in die Dingdener Heide mitzunehmen!



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Die Dingdener Heide erreicht man mit dem Auto über die A 3, Abfahrt Hamminkeln, dann weiter über die B 473 bis nach Dingden oder von Borken aus über die B 67.

Weitere Informationen unter: www.dingdenerheide.de

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