 |  | | Maschinen erleichterten den Gerbern die Arbeit. |
| | Nicki staunt nicht schlecht, als er erfährt, wie viele Arbeitsschritte, Werkzeuge und Materialien beim Gerben nötig waren. Zunächst sorgten die Handwerker dafür, dass die Tierhäute nicht verfaulten. Sie weichten diese zum Säubern in tiefen Gruben ein und entfleischten sie anschließend. Beim nächsten Schritt lösten sich in Fässern voll so genannter Pottasche die Haare vom Fell.
"Puuuh, wie das stinkt!", stöhnt Nicki und hält sich angewidert die Nase zu. Im Gerbereimuseum schnüffelt der kleine Nager im wahrsten Sinne des Wortes in die Arbeit der Gerber hinein. An deren Arbeitsplatz waberten früher die unterschiedlichsten Gerüche durch die Luft – und die waren nicht immer angenehm. Die Lohe beispielsweise, ein Sud aus Baumrinden, roch richtig übel. Darin mussten die Tierhäute mehrere Monate reifen, damit die Hautfasern die Gerbstoffe aufnahmen. Erst dann wurde aus dem Fell Leder. Früher war das alles reine Handarbeit. Deswegen dauerte es manchmal zwei Jahre, bis das Leder fertig war. "Die Gerber mussten ohne Maschinen ganz schön hart arbeiten", stellt Nicki Nuss fest. Später halfen Entfleisch-, Press- und Stollmaschinen den Handwerkern bei ihrer Arbeit. Die Herstellung dauerte dann nur noch drei Wochen.
 |  | | In Fässern voll Pottasche lösten sich die Haare vom Fell. |
| | Natürlich waren die vielen Maschinen nicht gerade leise. Und das kann Nicki im Museum sogar selbst hören. "Ganz schöner Lärm damals", findet er und hält sich die Ohren zu. Zum Glück gilt im Gerbereimuseum Enger: Wer nicht hören will, kann fühlen. Deshalb läuft Nicki schnell weiter und darf am Ende seines Rundgangs fertige Lederstücke anfassen. Er bewundert die verschiedenen Farben und Sorten der verarbeiteten Tierhäute. Manches fühlt sich eher rau an, anderes schön weich. "Jetzt riecht das Leder sogar richtig gut", freut sich Nicki und hat den Gestank der Lohe fast vergessen.

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 |  | Gerbereimuseum Enger
Hasenpatt 4
32130 Enger
Telefon: 0 52 24/97 79 70
E-Mail: info@gerberei-museum.de
Öffnungszeiten:
mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr
sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr
montags und dienstags geschlossen
Jeden ersten Freitag im Monat gibt es Führungen. An anderen Tagen (auch vormittags) nach Anmeldung.
Weitere Informationen findet ihr unter
www.enger.de/besucher/gerberei.html
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