Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia, Witten

Ein U-Boot auf Schienen


Die Lok fährt auf schmalen Gleisen von der Zeche Theresia, über den Parkplatz Nachtigallstraße, Betriebsbahnhof Steinbruch Dünkelberg bis zum Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall.
"Wo die wohl hinführen?" Beim Hüpfen von Baum zu Baum im Muttental bei Witten hat Nicki Nuss plötzlich ungewöhnlich schmale Gleise entdeckt. Interessiert folgt er den Schienen und gelangt schließlich an ein altes Bergbaugelände. Mehrere Männer in blauen Anzügen schrauben an einer Eisenbahn herum, die kleiner als ein Auto ist. "Seid ihr nicht zu alt, um mit Modelleisenbahnen zu spielen?", fragt Nicki rundheraus. "Das ist doch keine Spielzeugeisenbahn", sagt einer der Männer und lacht. "Das ist eine alte Grubenbahn und du bist hier im Gruben- und Feldbahnmuseum der Zeche Theresia. Komm, ich zeig’ dir hier alles."

Wo früher Arbeiter ihren Weg in die engen Stollen der Zeche Theresia antraten, können jetzt Besucher erfahren, wie sich das angefühlt haben muss.
Eine Grubenbahn, erfährt Nicki, wurde eingesetzt, um die Bergleute in den Stollen hinein- und die Kohle hinauszubefördern. "Die Bahn im Muttental gibt es schon seit 1829", erklärt der Museumsführer. Damals hätten Pferde die Kohlewagen bis zu einem großen Lagerplatz transportiert. "Später hat man dann Lokomotiven mit Dieselmotor oder elektrische Wagen eingesetzt, deren Motor von einer Akku-Batterie angetrieben wird. An so einer basteln wir gerade herum", sagt der Mann und zeigt auf einen kastenförmigen Wagen aus grünem Metall. "Der sieht aber lustig aus. Können wir damit mal fahren?", fragt Nicki aufgeregt. "Hmm, eigentlich können Besucher ja nur sonntags mit der Bahn fahren... Aber Eichhörnchen kommen so selten zu uns, da machen wir mal eine Ausnahme", sagt der Museumsführer und schmunzelt. "Ich mache die Bahn gerade startbereit, steig du schon mal in das U-Boot." Ein U-Boot? Mitten im Ruhrgebiet? Und auf Schienen? Verwirrt schaut sich Nicki um und erspäht hinter der Lok schließlich kleine Eisenbahnwaggons, die wie Blechbüchsen mit quadratischen Löchern aussehen – eben wie U-Boote. In diesen engen Wagen wurden die Bergleute früher zur Arbeit in die dunklen Schächte gefahren.

Auch in der Muttenthalbahn gibt es einen Schaffner, aber Eichhörnchen brauchen keine Tickets, um mitzufahren.
Begeistert lässt sich Nicki Nuss mit der Muttenthalbahn durch die schöne Landschaft kutschieren. Sogar den Bremshebel darf er mit seinen Pfoten mal ziehen. "Wie gut", denkt er sich, "dass die ,Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn’ die Strecke und die Zeche Theresia nach fast 100 Jahren Stillstand wieder auf Vordermann gebracht hat – sonst könnte ich hier nicht so einen Spaß haben!" Auf der Fahrt macht die Grubenbahn auch an der alten Zeche Nachtigall halt. Hier kann man sich durch das Bergwerk führen lassen und genau sehen, wie unglaublich anstrengend die Arbeit "unter Tage" – wie es in der Sprache der Bergleute heißt – damals war. "Nichts für mich", seufzt Nicki, der schon das Sammeln von Nüssen für den Winter anstrengend genug findet.

Nach der Rundfahrt geht es wieder zurück in das Museum, in dem Nicki noch eine exklusive Führung bekommt. Rund 90 Lokomotiven und 200 Waggons später brummt ihm ein wenig der kleine Nagerkopf. "Hui, ich hätte nicht gedacht, dass es so viele verschiedene Grubenbahnen gibt. Ihr wisst aber auch wirklich eine Menge darüber." "Wir tun unser Bestes", sagt der Museumsführer mit einem Lachen und winkt Nicki zum Abschied.



Selbst entdecken



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Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia
Nachtigallstraße 27-33
58452 Witten-Bommern
Telefon (01 77) 4 93 85 04
info@muttenthalbahn.de
www.muttenthalbahn.de

Die Muttenthalbahn fährt ab Ostern bis einschließlich Oktober jeweils am 1. und 3. Sonntag des Monats.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr
Der Eintritt in das Gruben- und Feldbahnmuseum ist frei.

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