 |  | | Zaungäste: Die Besucher entdecken die Tier- und Pflanzenwelt. |
| | Krachend beißt Nicki in einen saftigen Apfel. "Mmhh, lecker", schmatzt er. "Diese köstlichen Früchte haben wir den Römern zu verdanken", erklärt ihm der Gärtner und fügt hinzu: "Vor mehr als 1000 Jahren kannten die Menschen in Germanien nur saure, holzige Äpfel. Süßes Obst und vor allem die Kunst, immer leckerere Früchte zu züchten, stammen von den Römern!" Nicki ist auf Entdeckungstour in der Biologischen Station in Dorsten-Lembeck und es kommt ihm so vor, als wäre er auf einer Zeitreise: Ein Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert und ein echter Bauerngarten, angelegt nach jahrhundertealtem Vorbild, sind hier zu sehen.
Neugierig streift Nicki auf den frisch geharkten Sandwegen umher. Die Beete sind mit Buchsbaum eingefasst und haben eine regelmäßige Form. "Das ist ganz typisch." meint der Gärtner. "In der Mitte ist ein kleines rundes Beet mit einer Rose, ein Rondell, und außen herum liegen vier rechteckige Beete. Für die Menschen im Mittelalter war die Umrandung aus Buchsbaum, der das ganze Jahr über grüne Blätter tragt, ein Sinnbild für Leben. Zuerst bestellten Mönche solche Gärten vor ihren Klöstern. "Ora et labora" hieß das Motto. Das ist lateinisch und heißt bete und arbeite. Also pflanzten die Mönche in ihren Klostergärten Obst und Gemüse an, aber auch viele Gewürz- und Heilkräuter und sogar Blumen." "Und die Bauern haben dann auch solche Gärten auf ihren Höfen angelegt, oder warum sagt man heute Bauerngärten?", fragt Nicki. "Naja", meint der Gärtner, "es hat noch einige hundert Jahre gedauert, bis sich die Bauern leisten konnten, nicht nur nützliche, sondern auch schöne Pflanzen anzubauen. Sie waren so arm, dass sie auf jedem Fleckchen Erde Gemüse anpflanzten, um genug zu essen zu haben."
 |  | | Hier bleibt die Natur sich selbst überlassen. |
| | Das kann sich Nicki hier kaum vorstellen. Die Biologische Station ist von großen Obstwiesen umgeben, auf dem alten Bauernhof hielten die Menschen früher Tiere und es gibt sogar Bienenstöcke. Heute stehen in den Ställen aber keine Kühe mehr, sondern hier schwimmen Fische umher - natürlich in Aquarien. Die fassen 5000 Liter Wasser und sind Teil der Ausstellung über die heimische Fischwelt. Doch bis auf die Aquarien, den Bauerngarten und die Obstwiesen bleibt auf der Biostation Dorsten-Lembeck die Natur sich selbst überlassen. ",Ora et labora? ist ja ganz schön?, bemerkt der Gärtner. "Aber manchmal wachsen die tollsten Pflanzen, wenn man die Natur ganz in Ruhe lässt!" "Genau", fügt Nicki hinzu und schnappt sich noch einen Apfel. "Sonst bleibt ja auch keine Zeit, das leckere Obst und Gemüse aufzuessen!"
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Selbst entdecken

 |  | Biologische Station Kreis Recklinghausen e.V.
Im Höltken 11
46286 Dorsten-Lembeck
Telefon: 0 23 69 / 7 75 05
Internet: www.biostation-re.de
Öffnungszeiten:
montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.30 Uhr
freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr
vom 1. Mai bis zum 15. Oktober auch sonn- und feiertags von 14 bis 18 Uhr
Das Außengelände ist jederzeit zugänglich.
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