Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön…


Die Tjalk ist im ehemaligen Schwimmbecken vor Anker gegangen.
"Was macht denn das große Schiff hier im Schwimmbecken?", wundert sich Nicki Nuss, als er das alte Hallenbad in Duisburg betritt. Wie gebannt steht er vor dem grauen Ungetüm, das im Becken auf dem Trockenen liegt. "Hallo", begrüßt Nicki ein freundlicher Herr, der seinen staunenden Blick bemerkt hat. "So was sieht man nicht alle Tage in einem Schwimmbad, was? Hier badet aber schon länger niemand mehr. Du bist hier im Deutschen Binnenschifffahrtsmuseum."

Der Museumsführer erzählt Nicki, dass das ehemalige Hallenbad vor etwa 20 Jahren zu dem Museum umgebaut wurde. "Und was ist das für ein tolles Schiff?", fragt Nicki. "Das ist ein Tjalk", antwortet der Mann, "damit haben holländische Seefahrer Waren transportiert. Komm, ich führe dich herum."

Bei seiner Tour durch das Binnenschifffahrtsmuseum fühlt sich Nicki wie in eine andere Zeit versetzt. Vorbei geht es an historischen Wasserfahrzeugen, an Segelschiffen und Dampfmaschinen bis zu modernen Schiffen. "So viele verschiedene Schiffstypen", murmelt er und ruft plötzlich: "Oh, das Boot sieht ja aus wie ein Baum." Nicki bleibt verdutzt vor dem ausgehöhlten Baumstamm stehen. "Ja, das ist ein Einbaum", erklärt der Museumsführer. "Schon in der Steinzeit haben Menschen Bäume ausgehöhlt und sie zum Fischfang genutzt. Diese Urform des Bootes konnte sogar bis zu 70 Personen tragen."

Im Museum könnt ihr euch wie auf dem Grund des Rheins fühlen.
Eifrig schaut sich Nicki auch die anderen Schätze des Museums an und findet dabei auch heraus, wie die Schiffe flussaufwärts fahren konnten, als es noch keine Motoren gab. "Dafür hat man das Treideln erfunden", erklärt der Museumsführer. "Matrosen befestigten ein Seil am Mast und damit konnte das Schiff vom Ufer aus über den Fluss gezogen werden. So treidelten schon die Römer Boote gegen den Strom." Jetzt wird Nicki einiges klar: "Ah, deswegen heißen die Wege an den Flussufern Treidelpfade." Um eine Ladung von etwa zehn bis fünfzehn Tonnen zu bewegen, waren etwa acht Männer oder ein Pferd nötig.

Starke Schiffsmotoren ersetzen heute die Kraft von Männern und Zugpferden. Ein modernes Schiff kann bis zu 100 Lkw-Ladungen aufnehmen und verbraucht dabei viel weniger Treibstoff. "Merk dir alles gut, wenn du gleich beim Museumsquiz mitmachen möchtest", rät er Nicki. Der freut sich, denn wenn er das Quiz besteht, wird er ein Diplom als Ehren-Binnenschiffer erhalten. Doch vorher planscht er noch ein wenig auf dem Wasserspielplatz im Innenhof des Museums, denn Nicki ist eben nicht nur ein Eichhörnchen, sondern auch eine richtige Wasserratte.

Das Binnenschifffahrtsmuseum war früher mal ein Hallenbad.
Nach vielen spannenden Geschichten und mit dem Diplom in der Pfote macht sich Nicki auf den Weg zum nahe gelegenen Duisburger Hafen – dem größten Binnenschifffahrtshafen in Europa. Der nette Herr aus dem Museum hat ihm empfohlen, noch eine Hafenrundfahrt zu machen. Vorher unternimmt Nicki aber noch einen Abstecher zum Museumsschiff "Oskar Huber", das in der Nähe des Binnenschifffahrtsmuseums an der Schifferbörse vor Anker liegt. "Oskar Huber" ist der einzige Radschleppdampfer, den es noch auf dem Rhein gibt. Bis 1966 zog das Räderboot pro Reise bis zu sieben Kähne mit ihren Frachten. Dafür war eine Menge Dampf nötig, lernt Nicki während des Rundgangs auf dem Schiff.

Bei der Hafenrundfahrt zum Abschluss des Ausfluges hält Nicki seine Nase in den Wind. Er umklammert die Rehling fest mit seinen Pfoten, um nicht ins Wasser zu plumpsen. "Na du Landratte!" ruft der brummbärige Kapitän. "Hast du mal Lust, das Schiff zu steuern? Aber pass auf, das ist Millimeterarbeit." Nicki überlegt kurz und hüpft in die Steuerkabine. "Ich schau dir gern dabei zu, aber das Steuern überlass ich doch lieber dir", sagt er zum Kapitän. "Im Wald kenn ich mich nämlich viel besser aus als auf dem Wasser."



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Adresse:
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Apostelstr. 84
47119 Duisburg

Tel.: 0203/80889-40
Fax : 0203/80889-22
E-Mail: info@binnenschifffahrtsmuseum.de

Erreichbar dienstags bis sonntags von 10 - 17 Uhr