Vom Flachs zum Leinen - Das blaue Wunder


Himmelblaue Felder soweit das Auge reicht. „So schön blüht die Leinsaat", staunt Nicki Nuss. Er ist in einem Flachsanbaugebiet unterwegs und der traditionellen Leinengewinnung auf der Spur. Mühsam soll sie sein, die Flachsernte.

Die Bauern ziehen die Halme samt der Wurzel aus der Erde. Raufen sagen sie dazu. „Auch die weiteren Verarbeitungsschritte heißen komisch“, findet Nicki Nuss.

Raufen, riffeln, rösten, darren – endlich ist der Flachs getrocknet.

Brechen, schwingen, ribben, hecheln – fertig sind die feinen Flachsfasern.


Zu Garnen gesponnen weben die Frauen Hemden, Bettwäsche oder auch Kartoffelsäcke aus Leinen. Die Güte des Flachsfadens bestimmt das Endprodukt: Entweder entstehen feine Tischdecken oder grobe Transportsäcke.
Auf seiner Entdeckungstour durch die Flachsfelder hat Nicki Nuss eine Menge über Abfallverwertung und ökologischen Nutzen gelernt und einige Beispiele mitgebracht. Beim Hecheln der Flachsfasern werden flaumige Büschel ausgebürstet, das sogenannte Werg.

Kannst du dir vorstellen, dass aus diesen Nestern Geldscheine entstehen oder mit ihnen Sofas gefüllt werden? Auch den Samen der Leinblüte kann man verwenden. Er schmeckt lecker in Broten. Zu Öl gepresst ist er Bestandteil von Lacken, Farben oder Seifen.

Spindel
Ein Blumenstrauß aus Flachs

Nicki Nuss hat aber noch mehr erfahren: Flachspflanzen wachsen auch ohne chemische Düngung prächtig. Außerdem lockern sie mit ihren starken Wurzeln die Erde, so dass der Boden atmen und Nährstoffe für neue Pflanzen sammeln kann.

Flachs blüht himmelblau.