Lust auf ein Bad?

Römerthermen, Zülpich

Wie haben sich eigentlich die Römer gewaschen? Gab es überhaupt so etwas wie ein Badezimmer, eine Badewanne und Toiletten? In Zülpich kannst du dir das ganz genau anschauen. Denn hier findest du die Römerthermen Zülpich im Museum der Badekultur. Die römischen Thermen inmitten der Stadt waren früher sozusagen das Badezimmer der Römer und entstanden bereits in der Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christus. Damit ist die Anlage fast 2.000 Jahre alt. Im Museum erfährst du alles über die Badegewohnheiten der Römer, wie ihre Badeanlage funktionierte und wie sich das Baden seitdem verändert hat.

Lust auf ein Bad?

Nicki Nuss wartet mit seiner Freundin Nina vor den Römerthermen in Zülpich auf Klaus. Sie haben ihre Schwimmsachen angezogen und Handtücher eingepackt. Da kommt der kleine Frosch um die Ecke gehüpft und ist ebenfalls bestens vorbereitet: Er hat sich ein großes Handtuch um die Hüfte gebunden, trägt Schwimmflossen, Schwimmreifen und eine Taucherbrille auf dem Kopf. „Lasst uns planschen!“, ruft er seinen Freunden zu. Nick Nuss und Nina lachen. Sie freuen sich auf den Badeausflug!

Zusammen betreten sie die Römerthermen, stehen vor einem großen steinernen Becken und wundern sich: „Wo ist denn das Wasser?“, fragt Klaus. Da fällt es ihnen auf: Die anderen Besucher tragen ja gar keine Badeanzüge und Badehosen. „Oh je … die Römerthermen in Zülpich sind offenbar kein Schwimmbad, sondern ein Museum“, sagt Nicki Nuss. Die drei Freunde lachen sich kaputt über dieses Missverständnis. Hier in Zülpich können Besucher herausfinden, wie die Römer vor fast 2.000 Jahren gebadet und sich gewaschen haben. Nicki Nuss, Nina und Klaus sind ein wenig enttäuscht darüber, dass sie nicht wirklich ins Wasser springen können. Sie freuen sich aber auf den Besuch im Museum. Denn spannend wird es allemal.

Die alten Römer wussten nämlich, wie sie es sich gut gehen lassen konnten. Viele Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind, haben die Römer ausgetüftelt. Sie liebten etwa ein warmes Bad – mindestens genauso gerne wie Klaus auch. Deshalb bauten sie auch Thermen, also Badeanstalten, wie hier in Zülpich, mit einem sogenannten Warmbad, Heißbad und Kaltbad mit Kaltwasserbecken. „Brrrr … ich würde ja nur im warmen Wasser planschen“, Nicki Nuss fröstelt bei dem Gedanken, in ein Kaltbad zu springen. „Ins Kaltbad geht man doch erst nach dem Schwitzen“, weiß Nina. „Das ist wie bei einem Saunabesuch. Zuerst wird einem ganz heiß – dann ist das Kalte gar nicht mehr so schlimm.“

„Aber wie wurde es bei den Römern denn ganz heiß? Die konnten ja nicht einfach eine Heizung hochdrehen, oder?“, will Klaus wissen. Genau deswegen sind die Römerthermen Zülpich ja auch so spannend. Denn dort sieht man noch sehr gut, wie römische Thermen funktionierten – und zwar gar nicht so anders als moderne Anlagen.

„Die hatten hier nämlich sogar nicht nur eine Fußbodenheizung, sondern auch eine Wandheizung“, staunt Nina. In einer Art Kamin verfeuerten die Römer Holz. Und die warme Luft strömte in die Hohlräume, die es nicht nur unter dem Fußboden gab, sondern auch in den Wänden. Das ausgeklügelte System beheizte das Warmbad auf angenehme 25 Grad Celsius. „So warm wie an einem lauen Sommerabend! Da lässt es sich aushalten“, schwärmt Nina. „Vor allem, wenn man sich hier noch mit Ölen und Massagen verwöhnen lassen konnte.“

„Ähm … ich muss mal“, Klaus drückt seine grünen Beinchen zusammen und schaut sich um. Er entdeckt einen Wegweiser zur Besuchertoilette und hüpft mit langen Sprüngen zum stillen Örtchen. Als er wiederkommt, grinst er über beide Froschohren. „Du kannst dich bei den Römern bedanken, dass wir Toiletten haben“, sagt Nicki Nuss kichernd. „Naja zumindest haben sich die Römer auch dafür ein System überlegt.“ Die alten Römer nannten ihre Toiletten Latrinen. Das waren einfache Sitzbänke aus Stein oder Holz mit Löchern, durch die man sein Geschäft verrichten konnte. Das fiel dann nach unten in einen Abwasserkanal. „Und man saß dabei einfach nebeneinander? Da darf man nicht so dolle pupsen“, kichert Klaus.

Die drei Freunde schauen sich weiter um. Denn neben den historischen Ausgrabungen der Römerthermen Zülpich hat das Museum der Badekultur noch allerhand lustige Dinge rund ums Baden gesammelt. Nicki Nuss und seine Freunde entdecken Badeanzüge aus verschiedenen Zeiten. Die quietschbunten Toilettenschüsseln haben es ihnen besonders angetan. Als sie das Museum verlassen, wissen sie, wohin es nun gehen soll: „Ab ins Schwimmbad“, rufen Nicki Nuss, Klaus und Nina gleichzeitig.

Entdecker-Info

Bald könnt Ihr hier noch ein PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben zu den Römerthermen in Zülpich ausdrucken!

Wo?

Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur
Andreas-Broicher-Platz 1
53909 Zülpich
Tel.: 02252/83806-100

Web: https://www.roemerthermen-zuelpich.de/

 

 

Wann?

Dienstags bis freitags 10-17 Uhr
Samstags, sonntags und an Feiertagen 11-18 Uhr

 

Was macht Nicki hier?

In dem Museum in der Zülpicher Innenstadt könnt Ihr Wissenswertes über das Thema Baden von der Antike bis zur Gegenwart erfahren und Reste einer römischen Thermenanlage bestaunen. Nicki Nuss und die NRW-Stiftung haben bei dem Bau des Museums geholfen.

Das „Ewige Haus der Römer“

Ausflug zum Römergrab Weiden, Köln

In Köln entdeckte man im Jahr 1843 durch Zufall bei Ausschachtungsarbeiten die römische Grabkammer Weiden. Sie ist etwa 2.000 Jahre alt und zählt zu den besterhaltenen und eindrucksvollsten Grabbauten aus der römischen Zeit nördlich der Alpen. Beim Betreten der unterirdischen Grabkammer fühlen sich die Besucherinnen und Besucher den Römer ganz nahe; man glaubt sich in einer anderen Welt. Fast alles ist noch wie in der Antike, sogar das Inventar. Die Ausstellung im Wärterhaus gleich nebenan informiert dank zahlreicher Texte, Grafiken, Projektionen, Virtual-Reality- oder auch Hörstationen abwechslungsreich über die Geschichte der Grabkammer, die Jenseitsvorstellungen und den Totenkult der Römer. Man erfährt aber auch viel über das römische Weltreich, die Provinz Niedergermanien und deren Hauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln.

Das „Ewige Haus der Römer“

Nicki Nuss schlendert mit seinen Freunden Nina und Klaus in Köln-Weiden entlang der Aachener Straße. Plötzlich sehen sie ein Backsteinhaus, direkt daneben und ein wenig zurückgesetzt einen Eingang. „Schaut mal, da steht ja ‚Römergrab‘ drüber. Was ist das wohl?“, fragt sich das Eichhörnchen. Sie öffnen die stabile und normalerweise sicher verschlossene Holztür. Nicki Nuss, Klaus und Nina steigen die Treppe hinab und stehen in einem kleinen, niedrigen Raum aus Ziegelwerk. Vier mächtige Pfeiler, runde Bögen, ein verzierter Steinfußboden. In der Mitte scheint die Sonne hell durch eine runde Öffnung in der Decke und sorgt für verzaubernde Schatten. „Wow, sind wir durch die Zeit gereist? Wir sind ja bei den Römern gelandet!“, sagt Klaus verblüfft. „Nicht ganz“, meint Nina, „das ist nur der Schutzbau und auch noch nicht so alt. Die römische Grabkammer liegt noch ein Stück tiefer.“

Schwuppdiwupp, und schon sind Nicki Nuss, Klaus und Nina über eine lange Treppe unten. „Ist das cool! Eine Grabkammer habe ich mir ganz anders vorgestellt“, wundert sich Klaus und kommt ebenso wie Nicki Nuss aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Ja, vor 2.000 Jahren sah es hier fast genauso aus. In den vielen Nischen in den Wänden waren zum Beispiel drei große Liegebetten aus Marmor, davor standen zwei Steinsessel, die Korbgeflecht imitieren. Die Römer nannten ein Grab auch ‚domus aeterna‘, das ist lateinisch und heißt ‚ewiges Haus‘. Im Grunde sind wir im Speisezimmer dieses Hauses“, erklärt Nina. „Nach römischer Vorstellung brauchten die Verstorbenen im Jenseits, der Welt der Toten, alles das, was Sie auch benötigten, als sie noch lebten. Deshalb gab man ihnen Speisen, Getränke, Geschirr, Schmuck und andere Dinge des Alltags mit ins Grab. Diese Beigaben konnte man hier in Weiden in die Wandnischen stellen. Dort standen auch die Öllampen, die den früher stockdunklen Raum erhellten. Zu Ehren der Toten veranstaltete man nicht nur bei der Beerdigung, sondern auch an bestimmten Gedenktagen im Jahr an ihrem Grab Totenmahle. Daran nahm oft die ganze Familie teil. Die Römer glaubten, auch die Verstorbenen wären dabei und speisten mit. Das war wohl auch in Weiden der Fall“.

„Was ist denn das?“, fragt Nicki Nuss und zeigt auf einen riesigen, wannenartigen Trog vor der Rückwand der Grabkammer, der ihm bereits beim Betreten des Raumes aufgefallen war. „Ist der reich verziert, toll!“ Die Drei schauen ihn sich genauer an. „Das ist ein Sarkophag, ein Sarg aus kostbarem Marmor“, weiß Nina. „Vermutlich wurde das Ehepaar, das in dem Medaillon dargestellt ist, darin bestattet“, überlegt sie weiter. „Das Medaillon wird von geflügelten Frauen weggetragen. Sind das Engel?“, will Nina wissen. „Das sind keine Engel, die kannten die Römer noch nicht, sondern Siegesgöttinnen, die sie Viktorien nannten“, erklärt Nina. „Ach, und darunter seht ihr drei nackte Jünglinge, die in einem Bottich Weintrauben treten. So machte man früher Wein“.

Die drei Freunde sind fasziniert. „So etwas konnten sich sicher nur reiche Römer leisten. Mit prächtigen Grabbauten hielten sie die Erinnerung an ihre Verstorbenen wach. Eine besondere Form der Unsterblichkeit“, merkt Nina an. „Und ihren Reichtum zeigen und damit ein bisschen angeben, wollten sie vermutlich auch“, fügt Klaus augenzwinkernd hinzu, bevor er mit Nicki Nuss und Nina um ein äußerst ungewöhnliches Erlebnis reicher die römische Grabkammer wieder verlässt. Ihre Entdeckungstour schließen sie noch mit einem Rundgang durch das Wärterhaus ab. Denn auch hier können sie noch viel Spannendes über das Leben und den Alltag der Römer am Rhein erfahren.

Entdecker-Info

Bevor Ihr zum Römergrab Weiden fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken!

Wo?

Römergrab Weiden
Aachener Straße 1328
50859 Köln
Tel.: 0221-22124425
Web: https://www.roemergrab.de/

 

 

Wann?

Donnerstags 10 bis 13 Uhr
Samstags 10 bis 13 Uhr
Sonntags 14 bis 17 Uhr

Was macht Nicki hier?

Nicki Nuss und die NRW-Stiftung haben dabei geholfen, das benachbarte ehemalige Wärterhaus am Römergrab zu einem Lern- und Erlebnisort umzubauen, bei dem Ihr mehr über die Römerzeit, die römischen Totenkulte und die Entdeckungsgeschichte der Grabkammer erfahren könnt.

Laufen … dem Wasser hinterher …

Römerkanal-Infozentrum und Römerkanal-Wanderweg

Das Römerkanal-Infozentrum liegt ziemlich genau in der Mitte des Römerkanal-Wanderwegs. In dem weltweit einzigartigen Gebäude ist alles vereint, was man zum Römerkanal und zum Wasserbau der Römer wissen muss: eine spannende Ausstellung, tolle Führungen, verschiedene Bildungsangebote sowie hilfreiche Informationen zum Römerkanal-Wanderweg. Außerdem finden hier regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Römer statt.

Laufen … dem Wasser hinterher …

„Nicki, warum packst du so viele Nüsse in deinen Rucksack?“, möchte Klaus wissen. „Willst du etwa verreisen?“, wird auch Nina neugierig. „Jawohl, ich reise zu den alten Römern“, sagt Nicki Nuss augenzwinkernd. Um die Spannung weiter zu steigern, holt das Eichhörnchen eine Broschüre aus dem Rucksack hervor und hält sie den Freunden vor die Nase. „Wie wäre es, wenn ihr mitkommt? Wir schauen uns an, wie das Wasser damals laufen lernte. Wortwörtlich! Das geht hier bei uns quasi um die Ecke, indem wir den Römerkanal-Wanderweg laufen“, sagt Nicki Nuss. „Moment, in der Wegbeschreibung steht, dass allein die erste Etappe schon 15 Kilometer lang ist“, jammert Klaus mit Blick in die Broschüre. „Ja, Klaus, aber wenn wir nicht trödeln, haben wir die erste Strecke in nur vier Stunden geschafft“, rechnet Nicki Nuss vor. „Hm, und wie viele Etappen sind es insgesamt?“, bekundet Klaus tatsächlich ein wenig Interesse. „Sieben Stück – bis auf eine mittelschwere Strecke sind die anderen sechs leicht – so steht es zumindest in der Beschreibung“, glänzt Nicki Nuss mit seinem Wissen. Nina und Klaus nicken, sie machen mit. Unter einer Bedingung: „Wir sammeln unterwegs keine Nüsse! Stattdessen konzentrieren wir uns nur auf die Sehenswürdigkeiten!“ Nicki Nuss schaut in seinen pickepackvollen Rucksack: „Einverstanden!“

Am „Grünen Pütz” bei Nettersheim geht es los. Und weil die drei Freunde voller Eifer losgelaufen sind, haben sie die erste Etappe tatsächlich schon bald geschafft. „Jetzt brauche ich aber dringend eine große Pause“, klagt Klaus und streckt seine müden Beine. Das Trio sucht eine Unterkunft, am nächsten Tag wollen sie schon vor Sonnenaufgang weiterlaufen.

Der Römerkanal-Wanderweg führt auf der zweiten Etappe durch die typische Eifellandschaft. „Das ist so wunderschön hier: Mal gibt es sanfte Hügel, mal wunderschöne Bachtäler!“, schwärmt Nina. „Ja, und zwischendurch die verlockenden Wälder, in denen man ganz sicher reichlich Nüsse finden würde!“, schmollt Nicki Nuss. Klaus hat spaßeshalber den höchsten Punkt der Wanderung im Blick – bei der zweiten Etappe liegt dieser bei immerhin 481 Metern.

Als die wissbegierigen und inzwischen sehr hungrigen Freunde eine römische Brunnenstube namens „Klausbrunnen“ entdecken, ist Klaus so stolz darauf, Namensvetter zu sein, dass er seine Müdigkeit und anfängliche Skepsis vergisst. Große Augen machen die Freunde, als sie nach einer kleinen Stärkung eine Brücke entdecken. „Schaut euch das hier an!“, ruft Nicki Nuss begeistert und holt schnell die Wanderweg-Beschreibung aus dem Rucksack. „Das muss wohl die Aquäduktbrücke Vussem sein“, liest das Eichhörnchen vor. „A-kva-kva-Brücke? Ist das etwa Froschsprache?“, quakt Klaus spöttisch. Nina kann sich ein Lachen nicht verkneifen. „Lass und nicht herumalbern, sondern uns über Aquädukte schlau machen“, schlägt sie vor. „Da gehen wir am besten ins Römerkanal-Infozentrum in Rheinbach, es liegt ziemlich in der Mitte des Wanderwegs“, sagt Nicki Nuss. „Das bedeutet, dass wir bis dahin noch 29 Kilometer vor uns haben.“

 

Nach einem weiteren Wandertag voller Eindrücke, aber mit qualvollen Blasen an Füßen und Pfoten entdecken die tapferen Wanderer das Römerkanal-Informationszentrum – mitten im Herzen der mittelalterlichen Stadt Rheinbach. Alsbald erfahren sie, dass dieses noch ziemlich junge Gebäude weltweit einmalig ist. „Ist ja gut, aber was bedeutet denn nun Akvadukt?“, will Klaus es endlich wissen. „Ein Aquädukt ist ein Bauwerk der alten Römer, über das Wasser transportiert wurde“, erfahren die Freunde während einer Führung durch die Ausstellung. „Heute sagt man dazu einfach nur Wasserleitung, oder?“, gibt sich Klaus besserwisserisch. Neugierig schauen sich die Freunde die beeindruckenden Beispiele aus dem Aquäduktbau im gesamten römischen Weltreich an. Auch die weiteren Fakten, die das Trio hier in der Ausstellung erfährt, lässt Nicki Nuss, Klaus und Nina staunen. „Kein Wunder, dass wir uns wundern“, kichert Nina, „schließlich wird beim Aquäduktbau der Römerzeit eine Technik sichtbar, die selbst Profis heutzutage staunen lässt!“

Nach dem Besuch des Römerkanal-Infozentrums suchen die Wanderer eine Unterkunft und schlagen sich die hungrigen Bäuche voll. „Wie sieht es aus, schaffen wir auch die weiteren Etappen des Wanderweges?“, fragt Klaus selbstsicher. Nicki Nuss und Nina tauschen sich verwirrte Blicke aus. „Natürlich schaffen wir das! Aber nur unter einer Bedingung…“, setzt Nicki Nuss an und wird alsbald vom lauten Kichern seiner Freunde unterbrochen. „Wir haben noch etwa 56 Kilometer vor uns, da werden wir sicherlich auch Nüsse für ein nimmersattes Eichhörnchen finden“, sagt Nina sanft. „Und vielleicht noch weitere A-Kva-Kva-Brücken für Dich, Klaus!“

Entdecker-Info

Bevor Ihr zum Römerkanal-Infozentrum fahrt, schnell noch das PDF mit Entdecker-Aufgaben ausdrucken!

Wo?

Römerkanal-Infozentrum
Himmeroder Wall 6
53359 Rheinbach

Tel. 02226 917 554

Web: https://www.roemerkanal.de/infozentrum

 

Wann?

dienstags bis freitags 10-12 und 14-17 Uhr
samstags und sonntags 11-17 Uhr
montags geschlossen

an den Feiertagen 11-17 Uhr (fällt ein Feiertag auf einen Montag, bleibt das Infozentrum geschlossen)

Geschlossen: 24.-26.12., 31.12., 1.1. Weiberfastnacht, Veilchendienstag, Rheinbach Classics

Der Römerkanal-Wanderweg kann ganzjährlich erkundet werden.

Was macht Nicki hier?

Damit auch Menschen mit einer Gehbehinderung das Römerkanal-Infozentrum besuchen können, haben Nicki und die NRW-Stiftung dabei geholfen, die Ausstellung barrierefrei zu gestalten. Mithilfe der NRW-Stiftung sind entlang des Römerkanal-Wanderwegs Informations- und Schautafeln aufgestellt worden, die die antiken Spuren entlang des Weges erläutern.

Rom in Westfalen

In Haltern am See erfahren Nicki Nuss und Klaus von Nina Neues über römische Bauarbeiter, Händler und Soldaten.

Rom in Westfalen

Vor über 2.000 Jahren lebten hier bei uns Römer und Germanen neben- und miteinander. Es wurde erkundet, gebaut, gehandelt und manchmal auch gekämpft. Der Rhein diente dabei als eine Art Grenze, die auch Limes genannt wurde. Aus dieser Zeit gibt es eine Menge zu entdecken. An fünf Standorten kannst Du bei der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ 2021 und 2022 in die Zeit der Römer eintauchen und viele interessante Funde aus Deiner Umgebung sowie genaue Nachbildungen bestaunen.

In Haltern am See erfahren Nicki Nuss und Klaus von Nina Neues über römische Bauarbeiter, Händler und Soldaten.

LWL-Archäologie für Westfalen / Stefan Brentführer

Pioniere und Vermessungstechniker

„Wow, das ist ja Wahnsinn“, Nicki Nuss schnappt nach Luft: „Wo sind wir denn hier gelandet? Das sieht ja aus wie ein Fort!“ „Was ist ein Fort?“, fragt Klaus. „Nun ja, es ist eine Festung“, sagt Nina. „Das ist die Rekonstruktion eines hier entdeckten römischen Lagers. Wir sind heute im LWL-Römermuseum in Haltern am See. Hier wurden die Spuren von mehreren römischen Militärlagern gefunden.“ „Aber der Limes verläuft doch am Rhein, dann sind wir ja gar nicht mehr im römischen Reich.“ Klaus ist verunsichert. „Das stimmt. Die Lager an diesem Ort lagen tatsächlich in dem Land, das die Römer ‚Germania magna‘ nannten, also ‚Großgermanien‘.“ Nina weiß natürlich wieder viel mehr als ihre Freunde. „Die Römer wollten das ganze Land erobern und zu einer Provinz machen.“ „Dabei war den Römern das Gebiet mit seinen tiefen Wäldern richtig unheimlich“, erzählt Nina. „Aber so ein echter Legionär lässt sich nicht aufhalten! Zunächst kundschafteten Späher die fremden Landstriche aus. Dann schlugen Pioniere Schneisen in die Wälder und legten Wege an, auf denen sich die Legionen schneller bewegen konnten. Das wichtigste Werkzeug dabei war die Schanzaxt.“

„Und die bauten dann so einfach drauf los?“, fragt Nicki Nuss. „Oh nein, zuerst rückte der Gromaticus an“, weiß Nina. „Heute sagt man dazu Gromatiker. Der Name kommt von der Groma, diesem Gerät, das Ihr hier sehen könnt. Es wird benutzt, um Winkelmessungen durchzuführen. Wege, Straßen, Plätze: alles im rechten Winkel!“

LWL-Archäologie für Westfalen / Stefan Brentführer

Bau- und Holzhandwerker

„Aber wie haben die Römer denn ein solches Lager wie dieses Aliso hier in Haltern am See gebaut?“, will Nicki Nuss wissen. Jetzt ist Nina wieder voll in ihrem Element: „Auch hier musste der Gromaticus ran. Alles wurde genau ausgemessen.“ „Auf den Zentimeter genau!“, prustet Klaus. „Bei den Römern auf den Fuß genau“, berichtigt Nina. „Zentimeter und Meter kannten die Römer noch nicht. Ein Fuß, das sind 29 Zentimeter. Er bildet die Grundlage für alle Anlagen.“ Während Nicki Nuss und Klaus ihre Füße ausmessen, erzählt Nina weiter: „War der Vermesser fertig, wurden entlang der ausgemessenen Linien die Zelte der Truppen aufgestellt. Sollte das Lager dauerhaft bleiben, wurden Fachwerkgebäude und eine Mauer aus Holz und Erde errichtet, genau wie die, die vor dem Museum steht. Das geschah zum Beispiel mit solchen Beilen, wie Ihr hier eines in der Vitrine sehen könnt. Dechsel nennt man die. Auch hier alles streng nach Maß.“

Händler und Maultiere

Nicki Nuss und Klaus stehen schon am nächsten Objekt. „Eine Riesenblumenvase!“ „Eine Amphore ist das, keine Blumenvase“, weiß Nina. „In solchen großen Gefäßen transportierten und lagerten die Römer zum Beispiel Wein oder Fischsoße. Mit der haben die Römer gerne ihr Essen gewürzt. Wein und Fischsoße brauchte man in den Lagern am oder vor dem Limes sehr viel. Und auch auf Feldzügen mussten die Legionäre versorgt werden.“

„Das wird wohl sehr schwierig gewesen sein“, denkt sich Klaus. „Erinnert Ihr Euch an die Schiffe in Xanten? Die Römer nutzten, wo immer möglich, Flüsse als Transportwege. Also über den Rhein und dann zum Beispiel hierher die Lippe aufwärts. Vom Fluss aus ging es dann auf der Straße weiter. Oft trugen Maultiere die schweren Ladungen auf dem Rücken oder sie zogen Wagen. Von einem solchen hat man ein Rad gefunden“, erzählt Nina.

LWL-Archäologie für Westfalen / Stefan Brentführer
LWL-Archäologie für Westfalen / Stefan Brentführer

Schildkröten und Skorpione

Die Soldaten verfügten nicht nur über gutes Werkzeug, sondern natürlich auch über gute Waffen. Die Legionäre trugen zu ihrem Schutz Kettenhemden oder Schienenpanzer – und Helme. Zwei solcher Helme haben Archäologen ineinander gestapelt hier in Haltern am See gefunden. Bewaffnet waren die Soldaten mit einem großen Schild, Wurfspeeren oder Stoßlanzen, Schwertern und Dolchen. Schwert und Dolch hingen an einem speziellen Gürtel. Dieser Soldatengürtel war mit Metallbeschlägen belegt. Genau wie die Schutzhüllen der Dolche, sogenannte Dolchscheiden, waren sie oft aufwendig verziert. Denn diese Gürtel waren nicht nur die notwendige Tragehilfe für die Waffen. Der Militärgürtel war Symbol für die Zugehörigkeit zur Armee – der Dienstausweis sozusagen. Das Bild auf der rechten Seite zeigt eine Wurfmaschine. „Scorpio“ (Skorpion) nannten die Römer diese Waffe. Sie konnte schwere Pfeile über eine große Entfernung zielgenau verschießen. „Die Römer hatten ja wirklich Hightech-Material zur Verfügung.“ Klaus hüpft staunend um das Geschütz herum. „Allerdings. Sie nutzten aber auch Taktiken, die sie ihren Gegnern überlegen machten. Bis heute berühmt ist die Schildkrötenformation“, erklärt Nina.

„Wie genau funktioniert denn diese schlaue Schildkröten-Taktik?“, fragt Nicki Nuss ungeduldig. „Für diese Formation stellten sich die Legionäre in mehreren Reihen hintereinander. Die Soldaten in der vorderen Reihe hielten ihre großen Schilde nach vorne, während die Soldaten weiter hinten ihre Schilde wie ein Dach über ihre Köpfe hielten. Das bot einen guten Schutz gegen feindliche Pfeile und Speere“, erklärt Nina und schlüpft prompt selbst in die Formation. Nicki Nuss und Klaus machen vergnügt mit.

Belagerer und Flüchtende

Und obwohl die Römer so gut ausgerüstet waren, haben sie in der Varusschlacht verloren. „Erinnert Ihr Euch an den Gedenkstein für den Soldaten Marcus Caelius aus dem LVRLandesMuseum in Bonn? Der war in dieser Schlacht gefallen“, erläutert Nina. Die Germanen hatten keine Lust, Untertanen des römischen Reiches zu werden. Im Jahr 9 nach Christus haben sie deshalb angefangen, die Römer wieder aus Germanien zu vertreiben. Die Lager, Städte und Dörfer, die die Römer in Großgermanien gegründet hatten, wurden von den Germanen angegriffen, erobert und zerstört. Natürlich haben sich die Römer gewehrt. Die vielen Schleuderbleie, die Archäologen rund um das Lager Aliso gefunden haben,
erzählen davon.

Steinschleudern, aber auch Pfeil und Bogen gehörten eigentlich gar nicht zur Bewaffnung der römischen Soldaten. Aber in der römischen Armee dienten Männer aus dem ganzen römischen Reich – und die brachten oft ihre eigene Art zu kämpfen mit. Die Schleuderer in der römischen Armee verschossen nicht nur Steine, sondern vor allem Geschosse aus Blei. Die konnten Schilde zerbrechen, Helme verbeulen und Knochen brechen – eine furchtbare Waffe.

LWL-Archäologie für Westfalen / Stefan Brentführer

Entdecker-Info

Wenn Du ins Römermuseum in Haltern am See fährst, schaut doch nach, ob Du dort das Entdeckerbuch zur Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ mit Nicki Nuss und seinen Freunden findest. Darin findest Du weitere spannende Ausflugsziele, Geschichten und Rätsel rund um die Römer.

Wo?

LWL-Römermuseum
Weseler Straße 100
45721 Haltern am See
Web: www.lwl-roemermuseum-haltern.de

Wann?

„Rom in Westfalen 2.0“
25.03.2022—30.10.2022

Teil der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“

Was macht Nicki hier?
Das neugierige Eichhörnchen der NRW-Stiftung begleitet Dich bei Deinem Besuch durch die fünf Ausstellungen der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“. Mit Nickis Entdeckerbuch kannst Du spannende Rätsel lösen und spielerisch in die Zeit der Römer eintauchen.

Tanzende Schiffe

In Xanten lernt das neugierige Trio tanzende Schiffe und allerlei Gottheiten kennen. Und nicht nur das …

Tanzende Schiffe

Vor über 2.000 Jahren lebten hier bei uns Römer und Germanen neben- und miteinander. Es wurde erkundet, gebaut, gehandelt und manchmal auch gekämpft. Der Rhein diente dabei als eine Art Grenze, die auch Limes genannt wurde. Aus dieser Zeit gibt es eine Menge zu entdecken. An fünf Standorten kannst Du bei der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ in die Zeit der Römer eintauchen und viele interessante Funde aus Deiner Umgebung sowie genaue Nachbildungen bestaunen.

In Xanten lernt das neugierige Trio tanzende Schiffe und allerlei Gottheiten kennen. Und nicht nur das …

Der Rhein

„Oh, wie schön!“ Klaus freut sich: „Die haben hier Schiffchen.“ Nicki Nuss stürmt heran und ist völlig begeistert: „Die können wir super in der Badewanne schwimmen lassen.“ „Halt, Finger weg von der Vitrine! Diese Schiffchen sind kein Spielzeug“, stoppt Nina die beiden. Aber wer hat denn hier so tolle Schiffsmodelle? Wir sind im LVR-RömerMuseum im Archäologischen Park Xanten. Der liegt dort,wo vor fast 2.000 Jahren eine römische Stadt stand, die Colonia Ulpia Traiana – und die lag damals direkt am Rhein.

Der Rhein hatte für die Römer nicht nur als Grenze eine große Bedeutung. Der Fluss konnte, genau wie heute, von Schiffen befahren werden. Neben Transportschiffen gab es auch schnelle Boote, von denen hier Modelle gezeigt werden. Die Römer nannten diese Boote Lusorien, das heißt die „Tanzenden“. Die Boote gehörten zur Rheinflotte und patrouillierten auf dem Fluss. Sie hatten zwar auch einen Mast mit Segel, mussten aber die meiste Zeit gerudert werden. Und das oft gegen die Rheinströmung!

LVR-Archäologischer Park Xanten / Olaf Ostermann
LVR-Archäologischer Park Xanten / Axel Thünker DGPh

Römisches Militär am Niederrhein

„Da ist ein Engel!“ Nicki Nuss und Klaus sind bereits vorausgegangen. „Nicht ganz, das ist Victoria, die Siegesgöttin. Ihr Name bedeutet auch nichts anderes als Sieg“, erklärt Nina siegessicher. Und sie weiß noch mehr über diese Göttin: „Sie wird oft mit Flügeln auf einer Weltkugel stehend dargestellt. In der Hand hält sie einen Siegeskranz.“ Nicki Nuss spottet: „Die waren ja nicht gerade sehr einfallsreich mit ihren Namen, die Römer.“ „Trotzdem war gerade die Siegesgöttin besonders wichtig für die römischen Kaiser. Sie glaubten an den Einfluss Victorias auf ihren Erfolg. Auch die römischen Soldaten verehrten natürlich oft die Siegesgöttin“, erklärt Nina.

Die drei drehen sich um und schauen in die nächste Vitrine. „Oha, die Werkzeuge sind aber toll!“, meint Nicki Nuss. „Damit kann ich im Herbst meine Nüsse vergraben.“ „Aber nein. Das sind sogenannte Schanzäxte. Mit ihnen legten die Legionäre die Militärlager an oder bauten Straßen.“ Nina weiß es mal wieder besser. Tatsächlich mussten die römischen Soldaten jedes Mal, wenn sie ein Lager für die Nacht aufschlugen, einen Graben außenrum ziehen. Für jeden Soldaten war das ein etwa 80 Zentimeter langes Stück. Der Graben musste so tief sein, damit er ein kaum zu überwindendes Hindernis darstellte! „Eine ganz schöne Plackerei!“, seufzt Nicki Nuss.

Kult des römischen Militärs

„Oh, was ist das denn für eine Anlage auf dem Bild? Ist es vielleicht das Haus vom Statthalter? Denn da läuft eine ganze Menschenmenge hin“, erkundigt sich Klaus. Nina schmunzelt: „Nein, das Gebäude war für eine noch wichtigere Persönlichkeit. Das ist ein Tempel für eine der vielen Gottheiten, die im römischen Reich verehrt wurden. Die Siegesgöttin Victoria kennen wir ja schon. Der hier abgebildete Tempel war einer germanischen Göttin namens Vagdavercustis gewidmet.“ „Wackadacka? Die Göttin der Versprecher und Zungenbrecherei!“, rollt Klaus seine lange Froschzunge. „Wahrscheinlich war sie eine Art Kriegsgöttin. Wir kennen ihren Namen von kleinen Bruchstücken von Weihesteinen, wie sie hier in der Vitrine zu sehen sind. Die Mensche brachten sie den Göttern als Opfer dar“, erklärt Nina.

„Wisst Ihr noch, als wir darüber gesprochen haben, dass römische Soldaten oft weit entfernt von ihrer Heimat stationiert waren? Ihre Religion brachten sie natürlich mit. So haben sie bestimmt dabei geholfen, andere Kulte zu verbreiten“, erklärt Nina mal wieder ihren Freunden. Vagdavercustis war wohl vor allem bei den Germanen hier am Niederrhein bekannt. Andere Götter wurden nahezu überall im römischen Reich verehrt. „Einer von ihnen war Merkur. Dieser Gott entstammte eigentlich der Götterwelt der Griechen. Die kannten ihn als Hermes. Aber egal  unter welchem Namen: Die Menschen schätzten ihn als Schutzherrn der Hirten, der Reisenden und insbesondere der Kaufleute“, berichtet Nina.

LVR-Archäologischer Park Xanten / Olaf Ostermann
LVR-LandesMuseum Bonn / Jürgen Vogel

Das Leben im römischen Hinterland

„Uff, das ist aber ein ganz ordentlicher Brocken!“, rufen Nicki Nuss und Klaus mit Blick auf einen riesigen Stein. „Allerdings! Und mit diesem Brocken hat es etwas Besonderes auf sich: Die Bewohner eines römischen Dorfes haben diesen alten Mühlstein zweckentfremdet, denn das war er ursprünglich einmal. Sie beschrifteten ihn mit den Worten ‚FINES VICI‘“, erklärt Nina. „Und was soll das bedeuten?“, fragt Klaus ungeduldig nach. „Das bedeutet in etwa die Grenze des Dorfes. Der Stein wurde als Grenzmarkierung genutzt. Damit versuchten die Bewohner ihre Siedlung, den Vicus, zu schützen“, antwortet Nina. In den Vici lebten vor allem Händler und Handwerker. Da die Kleinstädte oft in der unmittelbaren Umgebung von Militärlagern entstanden, siedelten sich auch die Angehörigen der Soldaten gerne in ihnen an. Die Bewohner genossen dort einen sehr hohen Lebensstandard. Der Handel in Niedergermanien blühte. Waren aus weit entfernten Teilen des römischen Reiches fanden ihren Weg über den Rhein hinauf bis nach Xanten.

Ruhr-Universität Bochum / Baoquan Song

„Schaut einmal hier!“, Nina deutet auf etwas, was wie ein Schildchen aussieht: „Solche Bleietiketten hingen an Paketen und Gefäßen, um den Inhalt zu kennzeichnen. Außerdem trugen sie den Namen des Warenempfängers. Man wollte doch, dass die Lieferung am richtigen Ziel ankommt.“ „Das wünschte ich mir für meine Pakete auch oft“, grinst Nicki Nuss. Auf diesem Etikett kann man das Wort „Prisci“ erkennen, also hieß der Empfänger wohl Priscus. Auf der Rückseite ist neben einer Gewichtsangabe von fünf Pfund auch ein Kürzel für den Inhalt angegeben: „MU“. Was da letztlich geliefert wurde, das wird das neugierige Trio leider nie erfahren.

Entdecker-Info

Wenn Du in den Archäologischen Park Xanten fährst, schau doch nach, ob Du dort das Entdeckerbuch zur Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ mit Nicki Nuss und seinen Freunden findest. Darin findest Du weitere spannende Ausflugsziele, Geschichten und Rätsel rund um die Römer.

Wo?

LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum
Trajanstraße 10
46509 Xanten
Web: www.apx.lvr.de

Wann?

„Der Limes am Niederrhein“
30.09.2021—16.10.2022

Teil der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“

Was macht Nicki hier?
Das neugierige Eichhörnchen der NRW-Stiftung begleitet Dich bei Deinem Besuch durch die fünf Ausstellungen der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“. Mit Nickis Entdeckerbuch kannst Du spannende Rätsel lösen und spielerisch in die Zeit der Römer eintauchen.

Rom am Rhein

In Köln sehen die drei Freunde, wie Soldaten und reiche Römer lebten – und wie Gladiatoren kämpften.

Rom am Rhein

Vor über 2.000 Jahren lebten hier bei uns Römer und Germanen neben- und miteinander. Es wurde erkundet, gebaut, gehandelt und manchmal auch gekämpft. Der Rhein diente dabei als eine Art Grenze, die auch Limes genannt wurde. Aus dieser Zeit gibt es eine Menge zu entdecken. An fünf Standorten kannst Du bei der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ 2021 und 2022 in die Zeit der Römer eintauchen und viele interessante Funde aus Deiner Umgebung sowie genaue Nachbildungen bestaunen.

In Köln sehen die drei Freunde, wie Soldaten und reiche Römer lebten – und wie Gladiatoren kämpften.

Das Flottenlager Alteburg

„Wir befinden uns in Köln, in der Ausstellung ‚Rom am Rhein‘. Der Rhein war ein Grenzfluss, an ihm haben die Römer die größte Stadt in Niedergermanien gegründet – Köln. Den Rhein ließen die Römer niemals unbewacht. Von ihrem Hauptquartier im Flottenkastell Alteburg aus patrouillierten sie am Fluss mit ihrer ‚Classis Germanica‘, der germanischen Flotte.“ Nina kennt sich richtig gut aus in Köln. „Und was sind das hier für Sachen?“, fragt Nicki Nuss und schaut neugierig in eine Vitrine.

Nina kann ihm auch dazu viel erzählen: „Diese Funde stammen aus einem Contubernium. So hieß eine Zeltgemeinschaft, die kleinste Einheit im römischen Heer. Acht Soldaten teilten sich ein Zelt. Dort verbrachten sie viel Zeit, denn es wurde ja an der Grenze nicht dauernd gekämpft. Die Soldaten nutzten einen Raum des Contuberniums als Waffenkammer und Werkstatt, pflegten und reparierten dort ihre Ausrüstung.“ Ein Viertelmondmesser, das in einem dieser Räume gefunden wurde, deutet zum Beispiel auf Lederarbeiten hin. Von den Stiefeln der Soldaten bis hin zu den Helmriemen waren viele der römischen Rüstungsteile aus diesem Naturmaterial. Die kompletten Zelte für die Feldzüge bestanden aus Ziegenleder. „Im Contubernium wurde aber nicht nur gearbeitet“, weiß Nina.

Past Present Promotions GbR / Christian Peitz

„In einem zweiten Raum ruhten sich die Truppen vom anstrengenden Dienst aus. Hier schliefen sie und kochten ihr Essen.“ „Die mussten ihr Essen selbst kochen?“ Blankes Entsetzen steht Nicki Nuss und Klaus ins Gesicht geschrieben. „Tja, Ihr zwei wärt wohl in der römischen Armee verhungert“, lacht Nina. „Allerdings darf man sich das Ganze nicht als Fünf-Sterne-Küche vorstellen.

Soldaten bekamen täglich eine Ration Getreide zugeteilt. Das mussten sie zu Mehl mahlen. Dabei landete immer etwas Steinabrieb vom Mühlstein im Mehl und sorgte für abgeschliffene Zähne und Zahnschmerzen.“ „Aua!“ – Nicki Nuss hält sich die Backe. Aus dem fertigen Mehl backten Soldaten zum Beispiel Soldatenbrot. Meistens kochten sie aber einfach einen Brei, genannt „puls“. Der war so verbreitet, dass der römische Dichter Plautus seine Landsleute sogar als „Pulsfresser“ bezeichnete. Manchmal bekamen Soldaten zu diesem spärlichen Essen noch etwas Gemüse, vielleicht Obst oder gelegentlich etwas Fleisch.

Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln

Bauten der Stadt

„Hohe schützende Mauern, monumentale Verwaltungsgebäude, prächtige Tempel und öffentliche Bäder: Köln, die Colonia Claudia Ara Agrippinensium, war ein Abbild Roms. Die Eifelwasserleitung versorgte alle Einwohner mit Frischwasser, die wohlhabenden Bewohner sogar direkt bis ins Haus. Heizungen waren keine Seltenheit“, erzählt Nina.

Das Mosaik dort war Teil des Bodenbelags einer römischen Villa und zeigt, wie prachtvoll zumindest reiche Kölner wohnten. Häufig waren die Wände ebenso reich verziert. Der verschwenderische Reichtum und der Überfluss waren aber vergänglich. Die hier gezeigten Luxusgüter wurden inmitten von Brandschutt gefunden. Die Villa war einem Feuer zum Opfer gefallen. Die Steinbauten der Römer waren zwar weniger brandgefährdet als die germanischen Langhäuser aus Lehm mit ihren Strohdächern. Die Ziegeldächer der Häuser ruhten aber auf einer Holzkonstruktion, ebenso die Zwischendecken. In allen Räumen sorgten Öllämpchen mit offener Flamme für Beleuchtung. Eine Unachtsamkeit, ein Windstoß – im Nu entstand aus einem kleinen Schwelbrand ein rasendes Feuer.

Im Amphitheater

„Schaut mal, ein kleines Soldatenfigürchen. Ob damit wohl früher Kinder gespielt haben?“, überlegt sich Nicki Nuss. „Nein, das ist kein Soldat. Das ist ein Gladiator, ein Berufskämpfer“, weiß Nina. „Gladiatoren! Von denen habe ich schon mal gehört. Die kämpften vor Zuschauern gegeneinander. So wie heute beim Boxen im Fernsehen“, berichtet Nicki Nuss ganz aufgeregt.

„Ganz so war es leider nicht. Die Gladiatorenkämpfe fanden in Amphitheatern oder Arenen statt und konnten ein ziemlich blutiges Schauspiel sein. Die Römer liebten solche Darbietungen. Die Kämpfer waren meist Sklaven und wurden gezwungen, gegeneinander anzutreten. Politiker richteten gerne vor Wahlen spektakuläre Gladiatorenspiele aus, um die Gunst der Wähler für sich zu gewinnen“, erzählt Nina. „Heute reichen dafür am Wahlstand Blümchen und Kugelschreiber.“ Klaus gluckst vor sich hin. „Die armen Gladiatoren.“ Nicki Nuss ist sichtlich berührt.

Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln

„Naja, es endeten nicht alle Kämpfe tödlich“, beruhigt ihn Nina. „Viele Gladiatoren überlebten ihre Kämpfe und wurden echte Superstars. Es gab sogar Fanartikel, zum Beispiel Öllämpchen, hier in Form eines Gladiatorenhelms, oder eben diese Figürchen. Das war übrigens der Griff eines Messers.“ „Also doch wie heute“, sagt Klaus. „Ein bisschen schon“, muss Nina zugeben.

Handel und Handwerk

„Handel und Handwerk blühten in der Provinz Niedergermanien, besonders in ihrer Hauptstadt Köln“, erzählt Nina. „Man trieb auch mit den Germanen vom anderen Ufer des Rheins Handel. Beliebt waren die langen blonden Haare der Germaninnen. Aus ihnen machte man Perücken für wohlhabende Römerinnen.“ „Puh, ich bin nicht blond!“, atmet Nicki Nuss auf und streicht seinen Pelz glatt. Nina deutet auf ein wunderschönes Gefäß: „Ein absoluter Exportschlager aus Köln waren aufwendig verzierte Glasprodukte. Die Handelsbeziehungen der Kölner reichten bis in die entlegensten Gebiete des Reiches, nach Britannien oder sogar Judäa. Über alle Geschäfte musste genau Buch geführt werden. Rechnungen mussten gestellt und Lagerlisten geführt werden. Sehr viel Rechnerei!“

LVR-Archäologischer Park Xanten / Axel Thünker DGPh

Entdecker-Info

Wenn Du ins Kulturzentrum am Neumarkt in Köln fährst, schau doch nach, ob Du dort das Entdeckerbuch zur Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ mit Nicki Nuss und seinen Freunden findest. Darin findest Du weitere spannende Ausflugsziele, Geschichten und Rätsel rund um die Römer.

Wo?

Kulturzentrum am Neumarkt
Cäcilienstraße 29-33
50676 Köln

Ausstellungsplanung durch:

Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln
Web: www.roemisch-germanisches-museum.de

MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln
Web: www.miqua.blog

Wann?

„Rom am Rhein“
29.04.2022—09.10.2022

Teil der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“

Was macht Nicki hier?
Das neugierige Eichhörnchen der NRW-Stiftung begleitet Dich bei Deinem Besuch durch die fünf Ausstellungen der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“. Mit Nickis Entdeckerbuch kannst Du spannende Rätsel lösen und spielerisch in die Zeit der Römer eintauchen.

Über Grenzen hinweg

In Detmold erfahren die drei Freunde Spannendes über Nachbarn.

Über Grenzen hinweg

Vor über 2.000 Jahren lebten hier bei uns Römer und Germanen neben- und miteinander. Es wurde erkundet, gebaut, gehandelt und manchmal auch gekämpft. Der Rhein diente dabei als eine Art Grenze, die auch Limes genannt wurde. Aus dieser Zeit gibt es eine Menge zu entdecken. An fünf Standorten kannst Du bei der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ 2021 und 2022 in die Zeit der Römer eintauchen und viele interessante Funde aus Deiner Umgebung sowie genaue Nachbildungen bestaunen.

In Detmold erfahren die drei Freunde Nicki Nuss, Klaus und Nina Spannendes über Nachbarn.

Vor dem Limes

„Was soll denn das da für ein Tier sein?“ Nicki Nuss schaut etwas ratlos drein. „Vermutlich handelt es sich um einen Hirsch“, weiß seine Freundin Nina. „Wir befinden uns hier im Lippischen Landesmuseum in Detmold. Heute schauen wir uns an, wie die Menschen auf der anderen Seite des Limes gelebt haben. Und da ist diese Hirschdarstellung ein guter Anfang. Feldherr Gaius Julius Cäsar lieferte in seinem ‚Bericht über den Gallischen Krieg‘ erstmals Details zu den Germanenstämmen, die östlich des Rheins lebten. Ganz nebenbei erzählt er etwas über die Tiere Germaniens – zum Beispiel über die Hirsche.“

Die Römer hatten natürlich auch Nachbarn. Mit denen verstanden sie sich nicht immer gut. Cäsar führte etwa einen langen Krieg gegen die Gallier. Das waren keltische Stämme im heutigen Frankreich und Belgien. Sie wohnten aber auch hier bei uns links des Rheins. Während dieses Krieges stieß Cäsar auch auf andere, ziemlich streitlustige Stämme, die er nicht den Kelten zuordnen konnte. Sie siedelten hauptsächlich rechtsrheinisch. Cäsar ließ eine Brücke über den Rhein bauen und wagte sich in das unbekannte Gebiet vor.

Für die Germanen bildete der Rhein kein großes Hindernis. So siedelten Germanen schon lange vor den Römern auf beiden Seiten des Flusses. Sie lebten in Langhäusern aus Holz und Lehm. Die konnten es von der Annehmlichkeit her nicht mit einem römischen Haus aufnehmen. Während die Römer in öffentlichen Bädern häufig sogar Fußbodenheizungen genossen, brannte in den germanischen Behausungen bloß ein offenes Feuer, das Heizung und Kochstelle in einem darstellte. Der Rauch konnte durch ein Loch unter dem Giebel abziehen, das sogenannte Windauge. Auch lebten bei den Germanen meistens Menschen und Haustiere gemeinsam unter einem strohgedeckten Dach.

LWL-Archäologie für Westfalen / H. Menne
LWL-Archäologie für Westfalen / Stefan Brentführer

Germanen aus Sicht der Römer

Nicki Nuss und Klaus stehen an einer Vitrine. „Was ist denn das hier für ein lustiger kleiner Kerl? Ein Kinderspielzeug?“ „Das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen“, setzt Nina zur Erklärung an. „Vielleicht gehörte das Figürchen tatsächlich einem Kind. Es könnte aber auch einen religiösen Hintergrund haben.“ „Also wenn es eine Götterfigur sein soll – naja, aus römischer Sicht war das ja wohl eher primitiv, was da auf der anderen Rheinseite so fabriziert wurde“, sagt Nicki Nuss und schaut sich das Figürchen noch immer an. „Zugegeben, obwohl die handwerklichen Fertigkeiten bei den Germanen recht hoch entwickelt waren, wirken Darstellungen von Menschen oder Gottheiten eher schlicht. Römische Götterdarstellungen machen da einen wesentlich feineren Eindruck. Das gefiel auch den Germanen. Sie waren tatsächlich sehr an römischer Kunst interessiert. Ob es aber immer Liebhaberei war oder der Materialwert von Gold, Silber oder Bronze den Reiz ausmachte? Wir wissen es nicht“, erzählt Nina.

„Jaja, diese Germanen!“, stichelt Klaus. „Das mit ‚diesen Germanen‘ ist so eine Sache. Die gab es eigentlich so überhaupt nicht. Cäsar bezeichnete in seinem Buch einfach alle Stämme als Germanen, die rechts des Rheins lebten. Und der Geschichtsschreiber Tacitus lieferte in seinem Werk ‚Germania‘, das er um das Jahr 100 nach Christus geschrieben hat, allerhand nicht besonders schmeichelhafte Vorstellungen, wie diese Germanen seien und sich aufführten. Diese ‚Germanen‘ wären wohl nie auf den Gedanken gekommen, sich selbst als Germanen zu bezeichnen, ja sich überhaupt als ein zusammenhängendes Volk zu verstehen“, erzählt Nina. „Die Römer haben ihre Nachbarn zwar von oben herab betrachtet. Trotzdem hindert sie das nicht daran, mit ihnen zu handeln und sich auszutauschen.“

Kontakte am Limes

Die Römer hatten also vor, sich am linken Rheinufer dauerhaft niederzulassen. Spätestens nach einer großen Schlacht, der Varusschlacht, war klar, dass die freien Germanen nicht gewillt waren, sich von den Legionen Roms erobern zu lassen. Man arrangierte sich zusehends miteinander. Die römische Provinz Niedergermanien blühte dadurch auf. Aber auch die freien Germanen suchten ihren Vorteil in der Nachbarschaft zu Rom. Die Bevölkerung dort wuchs auch. Römisch Waren fanden Eingang in die germanische Lebensweise. Trotzdem behielten die Bewohner Germaniens ihre Traditionen bei.

Viele römische Gegenstände wurden einfach einer neuen Nutzung zugeführt. „So wie dieses Rasiermesser?“, schmunzelt Nicki Nuss. „Also, ich vermute, dass die Germanen das Messer nicht für etwas anderes benutzten. Obwohl die Germanen, im Gegensatz zu den Römern, wohl eher Langhaarfrisuren und auch Bärte hatten“, weiß Nina.

„Andere Objekte aus der römischen Provinz wurden von den Germanen sogar recycelt. Kaputte oder nicht mehr gebrauchte Keramik wurde zum Beispiel zu Spielsteinen umgearbeitet“, erzählt Nina. „Dann haben die hier im Museum aber viele germanische Spielsteine!“, sagt Nicki Nuss. „Sei nicht so gemein. Schau mal da drüben! Dieses Gefäß zum Beispiel ist doch ganz.“ Nina zeigt auf eine ausgestellte Schüssel. „Allerdings kommen bei Ausgrabungen leider nicht viele ganze Gefäße zum Vorschein. Die meisten Töpfe sind bereits als Scherben in den Boden gekommen. Die Leute entsorgten natürlich kaputte Keramik ganz einfach.“

Past Present Promotions GbR / Dieter Oliver Bongartz

Entdecker-Info

Wenn Du ins Lippische Landesmuseum nach Detmold fährst, schau doch nach, ob Du dort das Entdeckerbuch zur Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ mit Nicki Nuss und seinen Freunden findest. Darin findest Du weitere spannende Ausflugsziele, Geschichten und Rätsel rund um die Römer.

Wo?

Lippisches Landesmuseum Detmold
Ameide 4
32756 Detmold
Web: www.lippisches-landesmuseum.de

Wann?

„Grenzüberschreitung am Limes“
24.09.2021—27.02.2022

Teil der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“

Was macht Nicki hier?
Das neugierige Eichhörnchen der NRW-Stiftung begleitet Dich bei Deinem Besuch durch die fünf Ausstellungen der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“. Mit Nickis Entdeckerbuch kannst Du spannende Rätsel lösen und spielerisch in die Zeit der Römer eintauchen.

Leben am Limes

In Bonn entdecken Nicki Nuss, Nina und Klaus das römische Leben – von Soldaten, Familien und Kindern.

Leben am Limes

Vor über 2.000 Jahren lebten hier bei uns Römer und Germanen neben- und miteinander. Es wurde erkundet, gebaut, gehandelt und manchmal auch gekämpft. Der Rhein diente dabei als eine Art Grenze, die auch Limes genannt wurde. Aus dieser Zeit gibt es eine Menge zu entdecken. An fünf Standorten kannst Du bei der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ 2021 und 2022 in die Zeit der Römer eintauchen und viele interessante Funde aus Deiner Umgebung sowie genaue Nachbildungen bestaunen.

In Bonn entdecken Nicki Nuss, Nina und Klaus das römische Leben – von Soldaten, Familien und Kindern.

Der Grabstein des Marcus Caelius

„Der Niedergermanische Limes“, liest Nicki Nuss seinen Freunden Nina und Klaus vor. Sie sind auf den Spuren der Römer im LVRLandesMuseum Bonn unterwegs. „Was ist denn ein Limes?“, fragt Nicki Nuss. „Limes“ – das ist Latein, die Sprache der Römer, und es bedeutet: Grenze. Und genau darum geht es in der Ausstellung – nicht nur hier in Bonn, sondern auch noch in vier anderen Museen. Es geht um die Grenze des römischen Reiches hier bei uns am Rhein.

„Was sind das denn für Männer auf dem Stein da?“, fragt Nicki Nuss neugierig. „Das ist der Gedenkstein für den römischen Zenturio Marcus Caelius, der in der Varusschlacht im Jahr neun nach Christus ums Leben
kam. Marcus Caelius seht Ihr in der Mitte“, antwortet Nina.

Nina ist ganz in ihrem Element. „Und der Kranz auf seinem Kopf ist eine sogenannte Bürgerkrone. Sie ist aus Eichenlaub und die höchste Auszeichnung der Römer. Die bekamen nur diejenigen, die einem römischen Mitbürger auf dem Schlachtfeld das Leben gerettet hatten – aber nur dann, wenn die Römer diese Schlacht auch gewonnen hatten.“ Die Schlacht, in der der tapfere Marcus Caelius starb, verloren die Römer allerdings. Der Rhein selbst wurde nun zur Grenze zwischen dem römischen Reich und den vielen germanischen Stämmen auf der anderen Seite des Flusses. Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus gründeten die Römer hier bei uns die Provinz Niedergermanien.

LVR-LandesMuseum Bonn / Jürgen Vogel
Past Present Promotions GbR / Christian Peitz

Überall zu Hause

„Erinnert Ihr Euch an den Stein des Marcus?“, fragt Nina. „Dort ist auch sein Geburtsort verzeichnet, genauso wie auf der Steintafel hier. Die Buchstaben BON auf dem Caeliusstein stehen für das lateinische Bononia, das heutige Bologna.“ „Oh, da musste der aber ganz schön weit hüpfen“, sagt Klaus. „Die machen doch diese leckere Spaghettisoße!“, ruft Nicki Nuss verzückt. Nina verzieht das Gesicht.

Die Tafel wurde in der Nähe des Flusses Donau gefunden. Der Soldat Septimius Bubas kehrte wohl nach Ende seiner Dienstzeit in Bonn in seine Heimat Thrakien im heutigen Bulgarien zurück. Mit so einem Militärdiplom konnten entlassene Soldaten ihr ehrenvolles Dienstende beweisen.

Die Menschen zur Römerzeit

„Ein Schatz! Hier liegt ein Schatz!“, hüpft Klaus aufgeregt vor einer Vitrine auf und ab. „Oh, so viel Silber“, sagt Nicki Nuss. „Das muss aber jemand Reiches gewesen sein!“ „Die Leute kamen aus dem ganzen römischen Reich hierher an den Rhein – und brachten ihre Lebensweise mit“, weiß Nina. „Und die Menschen hier?“, fragt Nicki Nuss. Nina erklärt: „Ja, die hatten natürlich auch eine eigene Art zu leben. All diese unterschiedlichen Sitten kamen hier am Rhein zusammen.“

„Das ist ja wie heute auch“, sagt Klaus. „Döner aus der Türkei, Pommes aus Belgien und Salat mit Tomaten aus Italien. Und alles in der Bude an der Ecke.“ „Sag mal, Klaus, denkst du immer nur ans Essen?“, sagt Nina. „Diese verschiedenen Kulturen zeigt uns dieser Fund. Die kleine Götterstatue, der Löffel und die beiden Armreife sind römisch. Die großen Anstecknadeln und die Kette kommen von hier. Die Dame, der der Schmuck wohl gehörte, war vielleicht eine Einheimische, die zwar ihre Herkunft zeigte, ganz modebewusst aber ebenso römische Gegenstände benutzte.“

LVR-LandesMuseum Bonn / Jürgen Vogel

Schöner wohnen

„Ach, schaut mal, die stellen hier doch tatsächlich einen kaputten Campingstuhl aus!“, ruft Nicki Nuss ganz überrascht. Nina schüttelt den Kopf. „Aber nein! Die Römer hatten in ihren Häusern längst nicht so viele Möbel wie wir heute. Sitzbänke und Betten waren sogar oft gemauert. Zum Verstauen von Kleidung und anderen Dinge nutzten die Römer Kisten und Truhen aus Holz. Zum Sitzen oder Liegen gab es manchmal solche transportablen Lösungen wie diesen Klappstuhl. Wenn die Gäste weg waren, war das Zimmer schnell wieder aufgeräumt.“ Zum Frühstück und zum Mittagessen haben sich die Römer wie wir an den Tisch gesetzt. „Vielleicht haben sie dabei auch einen solchen Klappstuhl benutzt“, kichert Nicki Nuss.

Kinder im alten Bonn

Die Kindheit im römischen Reich war deutlich kürzer als Eure Kindheit. Mädchen galten schon mit zwölf Jahren als erwachsen. Jungen wurden im Alter von vierzehn Jahren mit der „toga virilis“, dem Gewand der Männer, gekleidet. Reiche Familien konnten sich Privatlehrer leisten. Viele ärmere Kinder erhielten aber gar keine Schulbildung. Oft mussten sie sogar schon hart arbeiten. Eins hatten alle römischen Kinder gemeinsam: Genau wie Ihr haben sie gerne gespielt. Die Auswahl an Spielzeug war natürlich nicht so groß wie heute. Ein beliebtes Spielzeug waren Walnüsse. Ja, wenn ein Römer sagte, dass ein Kind die Nüsse hinter sich ließ, dann meinte er, dass das Kind langsam erwachsen wurde. „Hm, dann bleibe ich wohl für immer ein Kind“, gluckst Nicki Nuss.

Entdecker-Info

Wenn Du ins Landesmuseum Bonn fährst, schau doch nach, ob Du dort das Entdeckerbuch zur Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ mit Nicki Nuss und seinen Freunden findest. Darin findest Du weitere spannende Ausflugsziele, Geschichten und Rätsel rund um die Römer.

Wo?

LVR-LandesMuseum Bonn
Colmantstraße 14-16
53115 Bonn
Web: www.landesmuseum-bonn.lvr.de

Wann?

„Leben am Limes“
25.11.2021 bis 29.05.2022

Teil der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“

Was macht Nicki hier?
Das neugierige Eichhörnchen der NRW-Stiftung begleitet Dich bei Deinem Besuch durch die fünf Ausstellungen der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“. Mit Nickis Entdeckerbuch kannst Du spannende Rätsel lösen und spielerisch in die Zeit der Römer eintauchen.

Entdecke die Römer!

Neben den fünf Standorten der Archäologischen Landesausstellung können die Spuren der Römer an vielen weiteren Orten in NRW erkundet werden. Hier findest du spannende Entdeckertouren:

Roms fließende Grenzen: 5 Standorte – 5 Perspektiven

Vor 2.000 Jahren war am Rhein ständig was los. Hier verlief die Grenze „Limes“ zwischen dem Römischen Reich und Germanien. Damals lebten bei uns Römer und Germanen neben und miteinander. Es wurde erkundet, gebaut, gehandelt und manchmal
auch gekämpft.

Ob im Gutshof oder im Wohnstallhaus, ob germanischer Hilfssoldat oder römische Ärztin – unter dem Titel „Roms fließende Grenzen“ zeigt die Archäologische Landesausstellung, wie man zur Römerzeit hier bei uns lebte.

Spannende neue Funde aus Deiner Umgebung, genaue Nachbildungen und tolle Aktionen lassen die Zeit der Römer in Nordrhein-Westfalen wieder lebendig werden.

Alle Museen bieten ein vielfältiges Vermittlungsangebot mit Führungen, Veranstaltungen und Workshops.

Mehr Informationen zur Ausstellung findest Du auf www.roemer.nrw

Gehe mit Nicki Nuss auf Entdeckungstour

Das neugierige Eichhörnchen der NRW-Stiftung begleitet Dich bei Deinem Besuch durch die Ausstellungen. Mit Nickis Entdeckerbuch kannst Du spannende Rätsel lösen und spielerisch in die Zeit der Römer eintauchen. Es wartet außerdem ein toller Wettbewerb auf Dich!

Über dieses Bestellformular kannst Du Dein kostenloses Entdeckerbuch bestellen – Lehrerinnen und Lehrer haben die Möglichkeit, Klassensätze zu ordern.

Für Ungeduldige gibt es das Entdeckerbuch hier zum Herunterladen.

Hier können Deine Lehrerinnen und Lehrer passendes Unterrichtsmaterial als PDF herunterladen.

Wenn Du mit Deiner Schulklasse eine Ausstellung besuchen möchtest, übernimmt die NRW-Stiftung im Rahmen ihres „Heimat-Touren“-Programms die Fahrtkosten.

Gewinnspiel

Wenn Du mindestens einen Standort der Archäologischen Landesausstellung „Roms fließende Grenzen“ besuchst, Dir den Besuch durch einen Stempel im Entdeckerbuch bescheinigen lässt und zudem den Lösungssatz auf Seite 3 im Entdeckerbuch „Entdecke die Römer in NRW!“ richtig beantwortest, kannst Du bei diesem Gewinnspiel mitmachen und einen von insgesamt 50 tollen Entdecker-Rucksäcken für Deinen nächsten Ausflug gewinnen. Deine Eltern müssen mit Deiner Teilnahme einverstanden sein, deshalb fülle das Teilnahmeformular gemeinsam mit Deinen Eltern aus. Hier geht es zum Teilnahmeformular!

Entdecke die Römer in NRW!

Neben den fünf Standorten der Archäologischen Landesausstellung können die Spuren der Römer an vielen weiteren Orten in NRW erkundet werden. Hier findest du spannende Entdeckertouren:

Entdecker-Info

An allen Ausstellungsorten erwartet dich das Entdeckerbuch von Nicki Nuss mit spannenden Informationen, Rätseln und einem Gewinnspiel. Halte danach Ausschau!

Wo?

Lippisches Landesmuseum Detmold
Ameide 4
32756 Detmold
Web: www.lippisches-landesmuseum.de

LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum
Trajanstraße 10
46509 Xanten
Web: www.apx.lvr.de

LVR-LandesMuseum Bonn
Colmantstraße 14-16
53115 Bonn
Web: www.landesmuseum-bonn.lvr.de

LWL-Römermuseum
Weseler Straße 100
45721 Haltern am See
Web: www.lwl-roemermuseum-haltern.de

Kulturzentrum am Neumarkt
Cäcilienstraße 29-33
50676 Köln

Ausstellungsplanung (Köln) durch:

Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln
Web: www.roemisch-germanisches-museum.de

MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln
Web: www.miqua.blog

Wann?

24.09.2021—27.02.2022
Detmold – Grenzüberschreitung am Limes

30.09.2021—16.10.2022
Xanten – Der Limes am Niederrhein

25.11.2021—29.05.2022
Bonn – Leben am Limes

25.03.2022—30.10.2022
Haltern am See – Rom in Westfalen 2.0

29.04.2022—09.10.2022
Köln – Rom am Rhein

Was macht Nicki hier?

Die Entdeckerangebote für Kinder zur Archäologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen sind eine Idee der NRW-Stiftung.

Schützenswerte Falter

Schmetterlinge lieben Blumenwiesen. So schafft ihr ein Wohlfühlparadies für die Falter.

Wo sich Schmetterlinge (noch) Zuhause fühlen

Schmetterlinge lieben große, bunte Blumenwiesen. Sie naschen mit ihrem langen Saugrüssel vom süßen Blütensaft. Der Lebensraum von Schmetterlingen wird immer kleiner. Ihr könnt euren Garten oder Balkon mit besonderen Pflanzen in ein richtiges Schmetterlingsparadies umwandeln. Im Frühjahr schlemmen sie gerne von Lavendel, Schlüsselblumen und Gänsekresse. Im Sommer sind die Blüten des Sommerflieders richtige Schmetterlingsmagneten. Im Herbst besuchen sie gerne Astern, Fetthenne und Dahlien. Und denkt daran: Auch Schmetterlingsraupen brauchen Nahrung. Sie knabbern am liebsten an heimischen Wildkräutern wie etwa an Brennnesseln.

Schmetterling des Jahres 2021: Brauner Bär

Der Braune Bär ist fast nur nachts unterwegs. Legt der Nachtfalter seine Flügel zusammen, hat er einen Tarnanzug. Man sieht nur dunkelbraune Flächen mit weißen Linien, die kaum auffallen, wenn er in einer Hecke sitzt. Bei Gefahr öffnet der Braune Bär seine Flügel. Dann kommen leuchtend rote Flächen zum Vorschein, mit denen er Vögel erschrecken kann. Der Braune Bär kann sich wie alle Nachtfalter besonders gut bei Mond- und Sternenlicht orientieren. Von künstlichem Licht wird er dagegen angelockt, flattert orientierungslos umher und verliert viel Kraft, die er für die Nahrungs- und Partnersuche braucht. Da es bei uns nachts kaum noch vollständig dunkel wird, gibt es immer weniger Braune Bären.