Industrialisierung

Ab dem 18. Jahrhundert wird die Handarbeit durch die Fabrikarbeit, bei der die Menschen mit Maschinen arbeiten, abgelöst.

Technischer Fortschritt

Früher wohnten die meisten Menschen auf dem Land und arbeiteten als Bauern oder Handwerker. Dann wurden immer mehr Fabriken in den Städten geschaffen. Diese Zeit nennt man Industrialisierung. Die Menschen zogen vom Land in die Stadt, um in den Fabriken zu arbeiten und Geld zu verdienen.

Zeche Zollverein

Zu den Fabriken, die in dieser Zeit gegründet wurden, gehört die Zeche Zollverein, ein Steinkohlebergwerk in Essen. Von 1847 bis 1986 wurde hier Kohle gefördert, um Energie für zum Beispiel Eisenbahnen zu gewinnen. Heute ist die Zeche Zollverein ein Museum. Einen besonders guten Blick auf die alten Gebäude, Schacht- und Förderanlagen bietet ein Spaziergang auf der „Ringpromenade“ – ein langer Weg, der die Zeche umkreist.

Urzeit

Die Urzeit ist die älteste Epoche der Menschheitsgeschichte.

Als Westfalen an der Küste lag

Vor rund 30 Millionen Jahren reichte die Nordsee noch bis nach Nordrhein-Westfalen. Kaum vorstellbar, aber damals rauschten zum Beispiel am Doberg bei Bünde in der Nähe von Herford noch hohe Wellen über das Land. Dinosaurier lebten da zwar nicht mehr, aber dafür einige andere Tierarten, die heute längst ausgestorben sind. Das weiß man, weil dort viele versteinerte Knochen gefunden wurden, sogenannte Fossilien.

Spuren vergangener Zeit

Zum Beispiel haben Forscher hier den Kopf eines ausgestorbenen Wals mit ganz langer Schnauze und vielen Zähnen ausgegraben. Wegen der vielen Zähne heißt diese Art Squalodon. Das bedeutet Haifischzahn. Der versteinerte Kopf zeigt, dass der Squalodon wie ein Delfin aussah. Nur viel größer.

Zeitstrahl im Boden

Doch nicht nur wegen der Fossilien ist der Doberg berühmt. Über zehn Millionen Jahre hat es dann gedauert, bis aus dem Meer festes Land wurde. Dabei sind verschiedene Schichten entstanden, die man noch heute gut erkennen kann. Wie an einem Zeitstrahl können Forscher hier ablesen, was in den Millionen von Jahren hier alles passiert ist.

Echte Verwandlungskünstler

Schmetterlinge sind echte Verwandlungskünstler

Vom Ei zur Raupe, …

Bevor ein Schmetterling von Blüte zu Blüte flattern kann, durchlebt er drei Verwandlungen: vom Ei zur Raupe, von der Raupe zur Puppe, von der Puppe zum Schmetterling. Am Anfang schlüpfen aus den Eiern, die das Schmetterlingsweibchen direkt an einer Pflanze ablegt, Raupen. Die fressen so viel, dass sie sich mehrmals häuten müssen. Das heißt, sie bilden eine neue, größere Haut, die unter der alten wächst. Die Fressphase der Raupe kann je nach Art einige Tage oder sogar Wochen dauern.

… und von der Raupe zum fertigen Schmetterling

Ist die Raupe erwachsen, beginnt sie sich zu verpuppen. Ihre Haut wird fest und beinahe unbeweglich. So ruht sie mehrere Wochen oder Monate am Boden oder an einer Pflanze. Manche Raupen spinnen sich vorher auch eine seidene Hülle, die Kokon genannt wird. Schließlich platzt die Puppenhaut auf und ein fertiger Schmetterling schlüpft.

Der Lebensraum der Schmetterlinge

Besonders auf Blumenwiesen und in Gärten könnt ihr sie beobachten: Schmetterlinge. Mit ihren kleinen, grazilen Körpern und ihren großen, oft bunten Flügeln flattern sie von Blüte zu Blüte.

Lebensraum für Schmetterlinge

Überall dort, wo Pflanzen wachsen – auf Wiesen und Feldern, in Gärten und in Wäldern – können Schmetterlinge leben. Denn sie ernähren sich von Blütennektar, einer Flüssigkeit, die von den Blüten der Pflanzen erzeugt wird. Den Nektar saugen Schmetterlinge mit einem winzigen Saugrüssel auf. Wie auch andere Insekten transportieren Schmetterlinge bei ihrem Flug von Blüte zu Blüte Blütenstaub von einer Pflanze zur nächsten.
Doch der Lebensraum der Schmetterlinge wird immer kleiner.

Wusstest du schon, …

… dass einige Schmetterlingsarten, wie Kleiner Fuchs oder Tagpfauenauge, Brennnesseln als Kinderstube nutzen?
 Da die kleinen Härchen an den Blättern und den Stängeln der Brennnessel den Raupen nichts anhaben können, legt das Schmetterlingsweibchen ihre Eier an die Unterseite der Brennnesselblätter. Die Raupen ernähren sich von der Pflanze und sind zugleich vor Feinden, für die die Brennnessel giftig ist, geschützt.

Tagfalter und Nachtfalter

Bei Schmetterlingen unterscheidet man zwei Gruppen: die Tag- und die Nachtfalter, wobei die Mehrheit der Schmetterlinge wie etwa Motten und Schwärmer zu den Nachtfaltern gehört.

Unterscheidungsmerkmale

Die beiden Gruppen sind nicht leicht zu unterscheiden. Denn viele der Nachtfalter sind tagsüber aktiv. Tagfalter haben oft bunte Flügel, aber auch bei einigen Nachtfaltern sind die Flügel bunt gefärbt, zum Beispiel beim Nachtpfauenauge. Am besten unterscheidet man Tag- und Nachtfalter an ihren Fühlern. Die Fühler eines Tagfalters sind glatt, werden am Ende dicker und sehen aus wie eine Keule. Nachtfalter dagegen haben sehr dünne Fühler in Form eines Kamms oder einer Feder.

Die Flügel

Ein weiteres Merkmal, an denen ihr die zwei Gruppen unterscheiden könnt und das man auch ohne Lupe sieht, sind ihre Flügel. Wenn sie sitzen, klappen die meisten Tagfalter ihre Flügel über dem Kopf zusammen. Wobei Nachtfalter ihre Flügel dachförmig und flach an den Körper drücken.

Warum sind einige Schmetterlinge gemustert?

Die Flügel der Schmetterlinge sind auf der Oberseite und der Unterseite mit unzähligen, winzigen Schuppen besetzt. Bei den meisten Tagfaltern bilden die Schuppen farbenprächtige Muster. Diese Muster sind nicht nur schön anzusehen, sondern bieten auch Schutz vor Feinden wie etwa Vögeln: Durch das Muster ist der Körperumriss des Falters im Flug schwieriger zu erkennen.

Versteckspiel auf Schloss Drachenburg

„3, 2, 1, ich komme!“, ruft Nicki und macht die Augen auf. Er steht in der großen Vorburg von Schloss Drachenburg, einem prachtvollen Bauwerk aus der Gründerzeit. „Nina und Klaus verstecken sich bestimmt im Schloss, da gibt's ne Menge toller Verstecke“, denkt Nicki. „Ich finde euch schon“, ruft er und läuft los.

Verzaubertes Märchenschloss voller Sagen

Im Nibelungenzimmer muss Nicki erstmal die vielen Bilder an den Wänden bestaunen. Sie zeigen Motive aus dem Nibelungenlied. Das ist kein Musikstück, sondern eine 800 Jahre alte sehr lange Sage. Das „Lied“ ist richtig spannend: Drachen, Könige und Schätze kommen darin vor. Nicki findet das wirklich aufregend, doch was war das? Hat da nicht jemand gequakt? „Das war Klaus, sie können nicht weit sein“, denkt Nicki und rennt weiter.

Königlich speisen im Traumschloss

Auf der Suche nach Nina und Klaus kommt Nicki in einen weiteren Raum. Und er staunt: Das Zimmer besteht fast ganz aus Holz. An den Decken sieht Nicki verschlungene Verzierungen und Schnitzereien und an den Wänden hängen riesige Gemälde. Mitten im Raum steht ein gedeckter Tisch. „Das kommt jetzt genau richtig“, denkt er und springt mit knurrendem Magen hinauf. „Oh, nein!“, ruft Nicki „die Teller sind leer!“ Dabei sieht alles so schön aus: Ganz feines Geschirr und funkelnde Gabeln und Messer. „Wenn ich König dieses Schlosses wäre, und hier meine Nüsse knacken könnte … ach, das wäre herrlich!“

Laute Töne

Aus dem Musiksaal hört Nicki ein merkwürdiges Klimpern. Da entdeckt er endlich Nina und Klaus, die auf einem Hocker vor einem komischen Klavier sitzen. „Oh, Nicki“, ruft Nina, „das hat aber lang gedauert.“ Klaus und Nina grinsen. „Wir haben uns mit diesem Glockenflügel die Zeit vertrieben.“ Klaus springt auf die Tasten und ein schriller Ton erklingt. „Leider hört es sich bei mir auch so grauenvoll an“, sagt Nina und lacht. Nicki sagt: „Die Drachenburg ist wirklich riesig. Ich bin froh, dass ich euch hier endlich gefunden habe. Nun müssen wir aber los, ich habe Hunger!“

Vorratssuche im Herbst

Lies hier, wie die Jahresuhr der Tiere tickt.

Wo versteckt Nicki seine Wintervorräte?

Wenn der Herbst beginnt, verlieren die Bäume ihre Blätter. Die Zugvögel kehren wieder in den warmen Süden zurück. Heimische Tiere wie meine Eichhörnchenfreunde begeben sich zu dieser Jahreszeit auf Nahrungssuche. Um auch im Winter immer genug Futter zu haben, sammeln sie Nüsse, Eicheln, Bucheckern und andere Samen. Ihre Vorräte verstecken Eichhörnchen in Baumhöhlen und Astgabeln oder vergraben sie unter der Erde. Mithilfe ihres guten Geruchs- und Orientierungssinns finden sie die Futterverstecke auch unter einer dicken Schneedecke wieder.

Frühling und Sommer

Lies hier, wie die Jahresuhr der Tiere tickt.

Die Zugvögel kehren zurück

Im Frühling kommen viele Zugvögel wie Kraniche und Gänse von ihrer weiten Reise aus Afrika oder dem Süden Europas zurück nach Deutschland. Ein innerer Kompass hilft den Vögeln, den meist tausende Kilometer langen Weg nach Hause zu finden.

Paarungszeit im Frühjahr

Nach ihrer Rückkehr beginnt die Paarungszeit: Die Vögel begeben sich auf die Suche nach einem Partner. Die männlichen Tiere tanzen oder geben besondere Laute von sich, um das Weibchen zu beeindrucken. Die Füchse etwa geben dafür ein Bellen von sich, das ist richtig laut.

Vogelnester für den Nachwuchs

Auch viele Vögel beginnen im Sommer mit dem Bau ihrer Nester. Die Nester unterscheiden sich je nach Vogelart in der Bauart und nach Materialien: Das Nest des Buchfinken etwa besteht aus Halmen, Moos und Federn. Es schützt die Eier vor Kälte und Feinden.

Sommer: Der Igel baut sein Nest

Im Sommer beginnen die Tiere mit dem Nestbau. Nach ihrer Paarung beginnen auch Igel mit ihrem Nestbau. Die zwei bis acht Jungen werden nach rund fünf Wochen geboren. Am Ende des Sommers fressen sich die Igel eine Fettschicht an, die sie später in den kälteren Monaten vor der Kälte schützt und zugleich als Nahrungsvorrat dient.

Bionik – Die Natur als Vorbild

In der Natur gibt es unzählige Tiere und Pflanzen. Jedes und jede von ihnen kann etwas Besonderes: zum Beispiel fliegen, schwimmen, rennen oder klettern. Von der Natur können wir Menschen viel lernen. Lest hier, welche tollen Erfindungen uns die Natur schon geliefert hat und wie wir Menschen sie für uns nutzen.

Was ist eigentlich Bionik?

Das Wort Bionik setzt sich aus Biologie und Technik zusammen. Es bedeutet, dass Ideen aus der Natur vom Menschen auf die Technik übertragen werden. Dabei dienen Tiere und Pflanzen für Bionik-Forscher als Vorbilder. Aber wir können die Natur nicht einfach kopieren. Damit eine neue Erfindung entstehen kann, müssen wir die Ideen der Natur zuerst beobachten. Erst wenn wir die Vorgänge verstanden haben, können wir sie anwenden.

Schlaue Flieger

Hast du schon mal einen Hubschrauber aus der Nähe gesehen? Hubschrauber haben wie ein Flugzeug Flügel, manchmal zwei, manchmal auch mehr. Diese sogenannten Rotorblätter erzeugen Auftriebskraft, wenn sie sich drehen: Durch die gewölbte Oberseite der Rotorblätter strömt die Luft oben schneller an den Rotorblättern entlang als unten. Wenn sich die Rotorblätter drehen, entsteht ein Unterdruck, der den Hubschrauber nach oben drückt.

Schnelle Schwimmer

Schwimmflossen sehen aus wie Entenfüße. Das ist kein Zufall, sondern eine bionische Erfindung. Mit ihren Schwimmhäuten zwischen den Zehen können sich Wasservögel und auch Frösche im Wasser schnell fortbewegen. Denn die breite Fläche der Schwimmhäute ermöglicht es, besonders viel Wasser wegzuschieben. Dadurch kommen sie schneller vorwärts und müssen weniger oft mit den Beinen schlagen. Das wollten die Menschen auch. Deshalb haben sie die Idee bei den Enten abgeguckt.

Von der Klettfrucht zum Klettverschluss

Wusstest du schon, dass der Klettverschluss bei einem Waldspaziergang 1955 erfunden wurde?

Wusstest du schon, dass der Klettverschluss bei einem Waldspaziergang 1955 erfunden wurde? Der Ingenieur George de Mestral entdeckte nach einem Spaziergang mit seinem Hund Klettfrüchte, die sich im Fell verfangen hatten. Dabei fiel ihm auf, dass die Kletten sich immer wieder im Fell oder an Kleidung verhaken können, ohne abzufallen.
Diese Beobachtung brachte ihn auf die Idee für die Erfindung des Klettverschlusses, bei der zwei Materialien auf einfache Weise verbunden werden: Er besteht aus einem Hakenband und einem Flauschband.