Mit Sicilia in die Tiefe

Bergbaumuseum Siciliaschacht, Lennestadt

Kannst du dir vorstellen, wie es ist, unter der Erde zu arbeiten?

Wusstest du, dass die Grube Sicilia in Lennestadt lange zu den größten Schwefelkies-, Blei-, Zink- und Schwerspatgruben der Welt gehörte? Oder dass das sauerländische Meggen vor 570 Millionen Jahren noch südlich des Äquators lag, in subtropischen Klima und an Korallenriffen?

Im Informationszentrum des Bergbaumuseums Siciliaschacht in Lennestadt erfährst du noch mehr über den Bergbau und die Geschichte des Sauerlandes. Hier kannst du sehen, wie verschiedene Metalle unter der Erde gewonnen werden und wofür sie verwendet werden. Auf einem 4 Kilometer langen Wanderweg wird außerdem die Bergbaugeschichte der Region um Meggen erklärt.

Mit Sicilia in die Tiefe

„Gleich setzt sich bestimmt der Förderkorb in Bewegung und bringt die Bergleute zur nächsten Schicht in die Tiefe“, hofft Nicki. „Aber nein!“ sagt Nina. „Die Schachtanlage ist doch schon seit 1992 nicht mehr im Betrieb. Die Grube Sicilia ist heute ein Museum.“ „Grube? Häschen in der Grube? Wie das Lied?“ fragt Nicki. „Aber Nicki!“, ruft Nina, „das Wort Grube hat doch mehrere Bedeutungen! Die Grube kann eine Vertiefung in der Erde sein, bezeichnet aber auch eine technische Anlage unter der Erde, die zum Abbau, zur Gewinnung und Förderung von Bodenschätzen dient.“

Überall auf dem Gelände sieht es so aus, als ob jeden Augenblick die Bergleute wieder mit dem Abbau von Erzen beginnen würden. Das liegt daran, dass einige der ehemaligen „Kumpel“ – so nennen sich Bergleute untereinander – ihren früheren Arbeitsplatz wieder hergerichtet haben. So erhalten die Besucher einen genauen Einblick in die Welt des Erzbergwerkes“, erklärt Nina. Staunend steht Nicki vor den beiden mächtigen Fördermaschinen. „Wie groß ist wohl das Rad? Und wie viel Gewicht können die Seile aus der Tiefe hochziehen?“ Fragen über Fragen, auf die Nicki bei der Führung über das Werksgelände auch Antworten findet. Ihr könnt euch ja einige seiner Fragen ausdrucken und am Wochenende in der Schachtanlage Sicilia im sauerländischen Meggen auf Entdeckungstour gehen.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Bergbaumuseum Sicilia fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in dem Museum.

Wo?

Bergbaumuseum Sicilia
Siciliastraße
57368 Lennestadt-Meggen
www.bergbaumuseum-siciliaschacht.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben geholfen, ein Informationszentrum neben der Grube zu errichten, das interessante Fakten über die Arbeit im Bergwerk und den Erzabbau liefert. Außerdem wurde ein Bergbauwanderweg angelegt, auf dem du viel Wissenswertes erfahren kannst.

Es kracht im Gebälk

Grottenhertener Mühle, Bedburg

Die Grottenhertener Mühle in Bedburg wurde 1831 von Anton Iven gebaut. Das Besondere an der Mühle ist, dass man von unten durchfahren kann. Denn unter der Mühle befindet sich ein Gewölbe. So konnten Fuhrwerke mitten unter der Mühle anhalten und Korn abladen oder fertiges Mehl aufladen. Insgesamt hat die Mühle sechs Geschosse. Wenn du dich beim Mühlenverein anmeldest, kannst du sie besichtigen.

Du startest unten im Gewölbe. Von dort kommst du in den Lagerraum und auf den Mehlboden. Vom Mehlboden aus gelangst du auch auf den Mühlenberg. Von dort können die Flügel bespannt werden. Besonders spannend ist die Haube. Sie lässt sich mitsamt dem Flügelrad drehen. So dass der Müller auch dann mahlen kann, wenn der Wind einmal aus einer anderen Richtung weht.

Es kracht im Gebälk

Fröhlich pfeifend schlendert Nicki die Mühlenstraße entlang. Nina wartet schon auf ihn. Heute wollen sie sich die Grottenhertener Mühle ansehen. „Wo ist denn Klaus?“ stutzt Nicki. „Der ist schon ins Gewölbe gehüpft, in der Sonne ist es heute einfach zu warm für einen Frosch“ sagt Nina. „Ein Gewölbe“ staunt Nicki „ich dachte wir gucken uns heute eine Mühle an?“. „Klar, machen wir das“ erklärt Nina „die Grottenhertener Mühle ist ein so genannter Durchfahrtholländer. Unter der Mühle ist ein Gewölbe in dem Fuhrwerke auf der einen Seite hinein und auf der anderen Seite heraus fahren können. In der Mitte können dann Säcke mit Getreide oder Mehl auf- und abgeladen werden … Nicki hörst du überhaupt noch zu?“

Nicki ist schon mitten in Ninas Erklärungen losgeflitzt. Er will unbedingt sehen wie es unter der Mühle aussieht. Die Mauern sind meterdick, „schließlich müssen sie auch den ganzen Turm tragen“ denkt Nicki. Durch den Kontakt mit dem Erdreich ist es hier unten wirklich angenehm feucht und kühl. „Oh was ist das denn?“ ruft Nicki begeistert. Schon flitzt er die steile Treppe rauf. „Ich weiß, was das hier ist“ sagt Nina stolz „das habe ich im Internet auf der Seite vom Mühlenverein gelesen. Das ist der Lagerraum für Korn und Mehl. Hier wurde das Korn auch vor dem Mahlen mit einer Maschine gereinigt, damit keine Steine oder Sand ins Mehl kommen.“

Ehe Nina sich versieht ist Nicki schon die nächste Treppe raufgeflitzt. „Hilfe, Polizei! Ein GeGeGeGespeeeeeeenst! Niiiiiiiinaaaaaa!“ Nina rast die Treppe rauf, „wo denn?“ „Ddddd da“ stammelt Nicki panisch und versteckt sich hinter einem Balken. „Na, du bist mir ein Held“ lacht Nina und klopft Klaus das Mehl ab. Die drei sind auf dem Mehlboden der Grottenhertener Mühle. Hier wurde das gemahlene Korn weiterverarbeitet und in Säcke verpackt. „Los, los“ drängelt Nicki, der sich wieder von seinem Schreck erholt hat „ich will noch unbedingt rauf in die Haube.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Grottenhertener Mühle in Bedburg fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in demr Mühle.

Wo?

Verein zur Erhaltung der Grottenhertener Mühle e. V.

Die Mühle liegt in 50181 Bedburg im Ortsteil Kirchherten-Grottenherten am Ende der Mühlenstraße

www.windmuehle-grottenherten.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben geholfen die Windmühle zu restaurieren

Coole Kuhlen

Fleuthkuhlen, Geldern

Hast du schon mal einen Zwergtaucher in Aktion gesehen?

Weißt du was eine Furzgrundel ist?

Oder eine Wasserralle?

Das alles erfährst du im Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen. Die Fleuthkuhlen sind ein Moorgebiet am Niederrhein. Früher wurde hier Torf abgestochen, mit dem die Menschen im Winter geheizt haben. Dort, wo die Menschen die Torfschicht abgetragen haben, sind lauter große und kleine wassergefüllte Kuhlen entstanden. Über 53 davon gibt es in den Fleuthkuhlen. Heute tummeln sich dort viele Tiere und Pflanzen, die es sonst immer seltener gibt. Zum Beispiel der Moorfrosch, der Eisvogel, die Schleiereule oder Pflanzen wie die Sumpfcalla oder der Wasserschierling.

Eine Furzgrundel ist übrigens ein seltener Fisch, der in den Fleuthkuhlen lebt. Vielleicht entdeckst du ihn ja bei deinem nächsten Ausflug in einem der vielen Gewässer der Fleuthkuhlen.

Coole Kuhlen

„Lass mich raten“, sagt Nicki, „den Tipp, hier spazieren zu gehen, hast du wieder von Klaus?“ Gemeinsam mit Nina geht Nicki durch das Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen. „Wie kommst du darauf?“, fragt Nina zurück. „Na ja, hier gibt es einen Fluss und einen Tümpel nach dem anderen. Das ist doch ein Paradies für Frösche.“ An einer Metallbrücke über die Issumer Fleuth bleiben Nina und Nicki stehen. In Ruhe schauen die beiden, ob sie Klaus irgendwo entdecken.

Plötzlich hören sie einen schrillen Schrei. Nicki zuckt zusammen. „Was war das, ist da jemand in Gefahr?“ „Ich glaube“, sagt Nina und überlegt noch ein wenig. „ich glaube, das war ein Eisvogel.“ Nicki schaut verwirrt. „Ein Eisvogel? Welche Sorten gibt es denn von dem? Vanille und Schokolade?“ Nina lacht: „Das ist natürlich ein ganz normaler Vogel, der heißt nur so. Der Eisvogel ist sehr selten. In den Fleuthkuhlen ist er aber oft zu sehen.“ Wenn du ganz still bist, kannst du vielleicht einen echten Eisvogel entdecken oder zumindest hören.

„Die kleinen Teiche sind übrigens keine Tümpel“, berichtigt Nina ihren Freund. „Das sind Torfkuhlen.“ „Ach so“, sagt Nicki, „Torf kenne ich. Das ist so eine dunkle Erde, mit der die Leute früher geheizt haben.“ „Genau, und den haben die Hofbesitzer früher hier rausgebuddelt. In die Löcher ist dann Wasser gelaufen. Fertig waren die Kuhlen“, erzählt Nina. „Woher weißt du das alles?“ fragt Nicki beeindruckt. „Ich lese eben die Infotafeln“, antwortet Nina. „Und ich weiß auch, dass hier ein ganz seltener Fisch lebt: der Schlammpeitzger.“ „Der was?“, fragt Nicki und runzelt die Stirn. „Und der hat auch einen ganz komischen Spitznamen“, sagt Nina weiter. „Der heißt nämlich auch Furzgrundel.“

Nach einem kleinen Spaziergang kommen die beiden an der Beerenbrouckkuhle an. „Die ist ja schon fast zugewachsen“, bemerkt Nicki. „Kümmert sich denn keiner um die Kuhlen?“ „Natürlich“, antwortet Nina. „Das ist ganz normal für alte Kuhlen. Aber gerade weil es hier so viele Pflanzen gibt, fühlen sich auch ganz viele Tiere hier wohl.“ „Stimmt, zum Beispiel die vielen Libellen hier“, sagt Nicki. Er bestaunt die glitzernden Insekten. Wie kleine Hubschrauber fliegen die Libellen über das Wasser.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann dort.

Wo?

Parkplatz an der Kirche in Aengenesch

Informationen zum Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen gibt es bei:
Naturschutzbund Deutschland
Kreisverband Kleve
Kapellener Markt 2
47608 Geldern
Tel.: 02838 / 96544
www.nabu-kleve.de/nz-gelderland/

Wann?

Das Naturschutzgebiet ist jederzeit auf den Wegen zugänglich.

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung kauften rund 150 Hektar des Naturschutzgebietes Fleuthkuhlen, damit dort seltene Tiere und Pflanzen ungestört leben können.

Erlebe dein blaues Wunder

Flachsmuseum, Wegberg-Beeck

Richtig die Klappe aufreißen…

… kannst du im Flachsmuseum in Wegberg-Beeck. Und dafür gibt es hier statt Ärger ein Diplom. Wenn du am Ende deiner Entdeckungstour die Klappe der „Braak“ (einem Gerät aus Holz, das die Stängel der Flachspflanzen umknickt) aufreißen und Garn auf eine Spule wickeln kannst, bekommt du dein Flachsdiplom. Außerdem erfährst du hier wie „Stroh zu Gold“ gesponnen wird und wie aus Leinsamen Halstücher werden.

An jedem letzten Wochenende im September kannst du übrigens auf dem Flachsmarkt in Wegberg-Beeck Scherenschleifer, Barbiere, Porzellanmaler, Weber und Schumacher bei der Arbeit beobachten.

Erlebe dein blaues Wunder

„Das fühlt sich schön weich an“, schwärmt Nina. Sie streicht mit ihren Fingern durch das Büschel, das aussieht wie ein abgeschnittener Zopf. „Sind das Haare von einer Fee?“, fragt Nicki neugierig. Der Museumsführer vom Flachsmuseum in Wegberg-Beeck lacht: „Nein, Feen mussten dafür keine Haare opfern. Das sind Flachsfasern. Daraus kann man zum Beispiel Leinentücher weben. Von der Pflanze bis zum Leinen ist es aber ein langer Weg. Kommt, ich zeige es euch“, sagt er und lädt die beiden ins Museum ein.

„Es beginnt damit, dass kleine, braune Leinsamen gesät werden. Daraus wachsen dann die Pflanzen“, erzählt der Flachs-Experte. Nicki und Nina erfahren, dass sich die Flachsbauern beim Anbau an eine Regel halten, bei der die Zahl 100 eine wichtige Rolle spielt. Der Museumsführer zeigt auf einen Satz an der Wand. „Dort steht die Weisheit geschrieben“, sagt er. „Äh“, stutzt Nicki und legt seinen Kopf etwas schief, „das ist aber nicht deutsch, oder? Kannst du das bitte übersetzen?“ Der Experte schmunzelt und erklärt: „Das ist auch deutsch, aber plattdeutsch. Das hat hier früher jeder gesprochen.“

Raufen, Riffeln, Rösten, Brechen, Hecheln – Nicki lacht, als er hört, wie die einzelnen Arbeitsschritte der Flachsherstellung heißen. „Was soll das denn bedeuten?“ Der Museumsführer erklärt ihm, dass der Flachs eine sehr eigensinnige Pflanze ist. Sie gibt ihre kostbaren Fasern nicht gern her. „Die Flachsbauern haben daher verschiedene Geräte und Werkzeuge entwickelt“, erzählt der Flachs-Experte. Er zeigt auf einen großen Webstuhl.

„Kennt ihr den Ausdruck ‚eine Fahrt ins Blaue machen‘?“ fragt der Museumsführer. „Klar“, antwortet Nina, „das sagt meine Mutter manchmal, wenn wir einen Ausflug machen.“ Der Experte nickt: „Früher gab es auf dem Land ganz viele Flachsfelder.“ Nicki versteht: „Ach so, und weil der Flachs blau blüht, fuhr man ins Blaue.“ „Das stimmt“, sagt der Museumsführer. „Flachsfelder sehen wirklich schön blau aus – als ob der Himmel auf die Erde gefallen wäre.“ Nicki ist die Treppe hinaufgelaufen. Er bleibt staunend stehen: „Wo bin ich denn nun gelandet?“ „Das ist bestimmt eine alte Schneiderstube“, rät Nina. „Hier wurden Kleider aus Leinen gemacht.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Flachsmuseum fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in dem Museum.

Wo?

Flachsmuseum
Holtumer Straße 19a
41844 Wegberg-Beeck
Tel.: 02434 / 927614 oder 02434 / 3535
www.beecker-erlebnismuseen.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung unterstützten den Heimatverein Wegberg-Beeck dabei das Flachsmuseums einzurichten.

Ein begehbarer Kühlschrank

Eiskeller, Altenberge

Kannst du dir vorstellen, wozu man einen Eiskeller braucht?

Vielleicht um so viele Sorten Eis wie möglich vorrätig zu haben?

Fast – bevor der Kühlschrank erfunden wurde, haben die Menschen ihre Lebensmittel in so genannten Eiskellern frischgehalten. Im Winter wurden aus gefrorenen Flüssen oder Seen Eisblöcke herausgeschnitten. Auf Pferdewagen wurde das Eis dann zu den Kellern gebracht. Es hielt sich dort bis zu zwei Jahre lang und kühlte Getränke und Lebensmittel.

Einen solchen Eiskeller kannst du dir in Altenberge anschauen. Über Gänge und Treppen kletterst du drei Etagen bis unter die Erde hinab. Der Eiskeller selbst ist riesengroß, beinahe wie in einer unterirdischen Kirche sieht es dort aus. Früher hat hier eine Brauerei ihr Bier kühl gehalten.

Ein begehbarer Kühlschrank

„Gut, dass ich mich dick angezogen habe“, sagt Nina, als sie mit Nicki an ihrem Ausflugsziel in Altenberge ankommt. „Eiskeller“, liest sie auf der Eingangstür, „das wird richtig kalt.“ „Da hast du recht“, sagt der Eiskellerführer. „Selbst im Sommer wird es hier kaum wärmer als zwölf Grad. Kommt, ich zeige euch mal, wie der Eiskeller funktioniert.“ „Au ja“, freut sich Nina und läuft sofort hinterher. Da wird auch Nicki neugierig und hüpft in die „Eisscholle“. So nennt man das Gebäude über dem Eiskeller. Nicki und Nina erfahren, dass der Eiskeller früher zu einer Brauerei gehört hat. Er war sehr wichtig für die Firma. Wenn es warm ist, kann man nämlich kein Bier brauen. Es muss dafür immer schön kalt sein.

Der Experte führt Nina und Nicki hinunter in den Keller. „Ist das riesig hier“, staunt Nicki. „Wir sind gerade im großen Eiskeller. Hier konnte ganz viel Eis gelagert werden. Das hat zwei Jahre gehalten und die Fässer mit dem Bier gut gekühlt“, erzählt der Eiskellerführer. „Hatten die Menschen denn gar keinen Kühlschrank?“, fragt Nicki. „Nein, denk doch mal nach“, sagt Nina. „Den Eiskeller gibt es schon seit mehr als 150 Jahren.“ Im untersten Eiskeller schleichen sich im Winter immer hunderte von Fledermäusen ein und halten dort Winterschlaf. Da staunt Nina nicht schlecht. „Gott sei Dank ist der Winter schon vorbei, da begegnen wir ihnen nicht“, murmelt sie.

Im Ausstellungsraum gucken sich Nina und Nicki die kleinen Bewohner noch einmal genauer an. Auf einmal knattert und klopft es neben Nickis Ohr. Erschrocken macht er einen Satz zur Seite. „Pass doch auf, Klaus“, ruft Nina dem kleinen Frosch zu.

Klaus war gerade mit einem kräftigen Platsch aus ihrer Tasche direkt gegen einen Schalter am Schaukasten gesprungen. Das hatte das komische Knattern und Klopfen ausgelöst. „Hör mal, das sind die Laute der Fledermäuse“, sagt Nina. „Guck mal, hier ist eine Eissäge!“, ruft Nicki und bestaunt das lange, scharfe Werkzeug. „Die haben die Menschen früher benutzt, um das Eis aus den Seen und Eiswiesen zu sägen“, erklärt der Eiskellerführer. „Das war bestimmt eine schwere und bibberkalte Arbeit“, vermutet Nicki. „Das stimmt. Die Menschen mussten die schweren Eisblöcke in Handarbeit ,ernten‘ und in den Keller schleppen.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Eiskeller in Altenberge fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Eiskeller.

Wo?

Eiskeller Altenberge
Gooiker Platz 7
48341 Altenberge
Tel.: 02505 / 8232 oder 8233
www.eiskeller-altenberge.de
www.heimatverein-altenberge.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den münsterländischen Heimatverein bei der Ausstattung des Informationspavillons und des Eiskellers in Altenberge unterstützt.

Volle Fahrt voraus!

Eisenbahnmuseum, Bochum-Dahlhausen

Einmal aus dem Fahrerhäuschen gucken und richtig Dampf ablassen!

Bei den Dampftagen im Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen kannst du genau das erleben. Steig einfach in den historischen Museumszug ein und ab geht die Post! Aber auch an ganz normalen Museumstagen lohnt sich ein Besuch. Über 180 riesige Lokomotiven und Waggons gibt es auf dem Museumsgelände zu bestaunen.

Besonders interessant ist die „Drehscheibe“, eine Art Karussell für Eisenbahnen. Die Drehscheibe wird benötigt, wenn die Loks zum Reparieren, Reinigen oder weil sie einfach gerade nicht gebraucht werden, in den Lokschuppen müssen. Dann werden sie auf eine riesige Scheibe mit Schienen gefahren und können ganz bequem ihre Richtung ändern.

Volle Fahrt voraus!

„Schneller, Nina, schneller!“ ruft Nicki und hält sich mit roten Wangen an dem Holzsitz fest. Er sitzt im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen auf einer Draisine. Das ist ein vierrädriges Fahrzeug ohne Motor, das auf Eisenbahnstrecken gebraucht wurde. „So, jetzt will ich aber ein paar Loks sehen“, sagt Nina erschöpft und springt mit einem Satz auf die Gleise. Zuerst kommen sie zu den alten Personenzügen. „Die sehen aus, als ob mehrere Postkutschen hintereinander gebunden wurden“, sagt Nicki. „Und wie kam der Schaffner hier entlang?“ fragt Nicki. „Hier gibt es ja gar keinen Gang.“ „Die mussten außen auf dem Holzbrett entlang klettern“, fällt Nina auf. „Das war aber gefährlich.“

Neben dem Bahnhof entdeckt Nina große Schilder. Solche hat sie noch nie gesehen. „Das sind Signale für den Lokomotivführer“, erklärt der Museumsführer. „Aus den alten Dampfloks kann man nur ganz schlecht nach vorne aus dem Fenster schauen. Deswegen stehen die Signale rechts neben den Gleisen. So kann der Lokführer sie gut sehen.“ – „Wo ist eigentlich Klaus?“ fragt der Museumsführer. „Och. Der hat sich in Ninas Rucksack versteckt. Der hat Angst vor dem heißen Dampf“, verrät Nicki.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen
Dr.-C.-Otto-Str. 191
44879 Bochum-Dahlhausen
Tel.: 0234 / 492516
www.eisenbahnmuseum-bochum.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben unter anderem den Bau einer Ausstellungshalle für die Schienenfahrzeuge finanziell unterstützt.

Es war einmal im Märchenland …

Deutsches Märchen- und Sagenmuseum, Bad Oeynhausen

Eine Hexe fliegt in flatterndem Gewand auf ihrem Besen über den Balkon. Ein Mann spielt auf einer Flöte und wird von hunderten Ratten verfolgt. Ein giftgrüner Drache schießt bedrohlich durch die Luft.

In der großen Villa am Kurpark von Bad Oeynhausen kannst du viele seltsame Gestalten treffen. Und das hat auch einen Grund: Hier befindet sich das Märchen- und Sagenmuseum von Bad Oeynhausen. Egal, ob Schneewittchen, Rotkäppchen oder der gestiefelte Kater – hier werden die beliebten Märchengestalten lebendig! Erfahre wer sich die Märchen einmal ausgedacht und aufgeschrieben hat und warum sie noch heute jedes Kind kennt.

Es war einmal im Märchenland …

Ein wilder Drache bewacht die Villa. Nicki zieht sofort den Kopf ein, als er das grüne Ungeheuer mit den großen Flügeln auf den Balkon bemerkt. „Der ist doch nicht echt,“ lacht Nina „der gehört zum Märchen- und Sagenmuseum.“ Jetzt ist Nickis Neugier geweckt, wenn es draußen schon so spannend ist, wie mag es dann wohl in der Villa aussehen, die das Märchen- und Wesersagemuseum in Bad Oeynhausen beherbergt?“ Es war einmal“, hört Nicki jemanden sagen, als sie die alte Villa betreten. Eine Mitarbeiterin des Museums erzählt das Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Nicht nur Kinder hören zu, auch Erwachsene sind bei der Erzählstunde im Museum dabei. Nina findet Märchen klasse, weil sie immer so spannend sind. Sie setzt sich zu den anderen und lauscht der Märchenerzählerin.

Ungeduldig zupft Nicki an ihrem Ärmel. „Was sind das denn da für Bilder an den Wänden?“, fragt er. „Das ist Rotkäppchen“, murmelt Nina. „Und da sind Rapunzel und der Rattenfänger von Hameln.“ „Und wo ist der Froschkönig?“ Klaus lugt fragend aus Ninas Tasche. Ein Museumsführer bemerkt, wie die drei die Bilder betrachten und stellt sich neben sie: „Wir haben hier nicht nur Ölgemälde“, erzählt er und führt sie in die anderen Räume. Und tatsächlich: Auch Märchenbücher, Bilderbögen und Holzschnitte werden ausgestellt. „Ihr habt ja sogar Holzschnitte von Wilhelm Busch“, meint Nicki. „Das war doch der Erfinder von Max und Moritz! Ritscheratsche, kritze, kratze, meck, meck, meck… dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“ Der Museumsführer nickt und Nicki ist stolz, dass er so gut Bescheid weiß.

Dann erklärt der Museumsführer, dass Märchen ganz besondere Geschichten sind. Märchen bedeutet nämlich eigentlich so viel wie „Kunde“ oder „Nachricht“. Dabei handelt es sich meist um kurze Geschichten, in denen komische Dinge passieren: Tiere können sprechen, Menschen in Pflanzen verwandelt werden und oft treiben Drachen und Zauberer ihr Unwesen. Die meisten Märchen sind schon sehr alt und wurden von Mensch zu Mensch weitererzählt. Die Erfinder der Geschichten sind heute oft gar nicht mehr bekannt. Wir kennen die Märchen aber, weil Leute wie die Brüder Grimm sie in Büchern gesammelt haben. Inzwischen sind sie in der großen Bibliothek angekommen, die zum Museum gehört. Nicki hält den Atem an. „Das sind aber viele Bücher“, staunt er. Er muss sogar den Kopf in den Nacken legen, um alle Bücher in den Regalen betrachten zu können. „Stimmt“, sagt der Museumsführer. „Wir haben hier etwa 14.000 Bände, die von Märchen und Sagen und von der Geschichte unserer Stadt und unseres Landes handeln. Hier findest du auch deinen Froschkönig“ sagt der Museumsführer und zwinkert Klaus zu.

Ein paar Schritte weiter bleibt Nicki wieder bei einigen Büchern stehen. „Das sind ja komische Märchen! Ganz ohne Buchstaben“, staunt er. Und tatsächlich: In den aufklappbaren Büchern werden Märchen allein mit Hilfe von einfachen Zeichen und Bildern erzählt. „Die kenne ich!“ ruft Nina. „Die stammen von der Schweizer Grafikerin Warja Lavater und sind schon fast 50 Jahre alt.“ Plötzlich hören sie Gesang: In einem Raum sitzen viele Kinder zusammen und feiern Geburtstag. Das Geburtstagskind hat sich die Schneewittchen-Party ausgesucht – speziell für Mädchen. Man kann aber auch ein großes Rittertreffen veranstalten oder Schauri, das Museumsgespenst, suchen. „Wenn ich Geburtstag habe, will ich auch mal hier feiern“, freut sich Nicki.

„Bei uns ist aber noch mehr möglich“, erzählt der Museumsführer. „Wir veranstalten auch Kindertheater, Bastelnachmittage und Sonderausstellungen zu Märchen und Sagen. Wenn du mit deinen Freunden kommst, könnt ihr euch vorher für eine private Märchenerzählstunde anmelden. Und du kannst ein tolles Märchenspiel am Computer spielen. Dabei musst du aufpassen, dass du dich nicht zwischen drei verschiedenen Märchen verläufst. Sonst landest du am Ende im Keller der bösen Stiefmutter von Schneewittchen und musst für immer Geschirr spülen“, lacht der Museumsführer. Nicki ist begeistert. Er will unbedingt noch einmal wiederkommen. „Am besten besuchst ihr uns direkt nach den Herbstferien“, rät ihm der Museumsführer, „da feiern wir nämlich die Bad Oeynhausener Märchentage. Und da ist richtig viel los.“ Langsam geht die Märchenstunde im Museum zu Ende: Nicki hört noch weiter zu und genießt das Märchen bis zum Schluss: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Deutschen Märchen- und Sagenmuseum fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Deutsches Märchen- und Sagenmuseum
Am Kurpark 3
32543 Bad Oeynhausen
Telefon (0 57 31) 14 26 60
www.badoeynhausen.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben dem Museum geholfen einen alten Ofen mit Märchenmotiven zu erwerben. Dieser „Märchenofen“ ist heute fester Bestandteil Ausstellung.

Mit Nicki auf Zeitreise

Dingdener Heide, Hamminkeln

Hast du Lust auf eine Zeitreise zu gehen? Kannst du dir vorstellen, wie die Landschaft bei Hamminkeln vor 650 Jahren ausgesehen hat?

In der Dingdener Heide kannst den Wandel der Landschaft in den letzten Jahrhunderten, vom Spätmittelalter bis heute, sehen.

Wie das gehen soll?

Auf einer Fläche, die so groß wie etwa 3.000 Fußballfelder ist, haben Biologen, Naturschützer, Philosophen und Historiker ein großes Gebiet der Dingdener Heide in fünf Zeitzonen geteilt und versuchen dort, das Landschaftsbild und die Landschaftsnutzung der letzten Jahrhunderte detailgetreu nachzubilden.

Während deines Spaziergangs durch die verschiedenen Zeitzonen kommst du vorbei an riesigen Wäldern, die dann wie von Zauberhand verschwinden. Nur wenige Meter weiter stehst du auf riesigen Feuchtwiesen und kannst zum Beispiel den Wildgänsen von einer Beobachtungskanzel aus zuschauen oder aber im Spätsommer die lila blühende Heide mit den weidenden Schafen bestaunen. An den Informationstafeln auf dem ausgeschilderten Spazierweg erfährst du, wie es zu diesen Veränderungen kam und welche Rolle der Mensch dabei gespielt hat.

Am Ende deines Spaziergangs hast du bestimmt eine Menge über den Einfluss der Menschen auf die Natur gelernt.

Mit Nicki auf Zeitreise

„Lass uns einen Spaziergang machen“, schlägt Nina vor. „In der Dingdener Heide kann man während des Spaziergangs eine Zeitreise machen“.„Eine echte Zeitreise?“ Nicki staunt nicht schlecht. Als die beiden in der Dingdener Heide ankommen, wird ihm klar warum. Bei ihrem Rundgang können die beiden durch fünf verschiedene Zonen, die die Zeit vom Spätmittelalter bis heute darstellen, spazieren gehen. „Das sind ja über 650 Jahre Geschichte!“ ruft Nicki erstaunt. „Lass uns losgehen, ich bin schon ganz gespannt, wie und warum sich die Landschaft in den jeweiligen Jahrhunderten verändert hat!“

Als die beiden in der ersten Zeitzone, dem Spätmittelalter, ankommen, staunt Nicki nicht schlecht: „Hier gibt es ja noch Wald!“ „Der Wald war für die Menschen des Mittelalters sehr nützlich. Schließlich gab es noch keinen Strom um zu kochen oder um die Heizung zu betreiben. Sie brauchten ein Holzfeuer dafür. Außerdem lieferte der Wald ihnen Nahrung, Bau- und Brennholz und Flechtmaterial für Häuser oder Zäune. Der Wald war auch für die Landwirtschaft wichtig: Die Bauern stachen Teile des Bodens ab und verwendeten ihn, mit Jauche vermischt, als Dünger für ihre Felder. Sie rupften Blätter ab und verfütterten das Laubheu im Winter an ihre Tiere. Oder sie trieben die Kühe und Schweine direkt in den Wald, wo die Tiere Eicheln und Bucheckern fressen konnten.“ erklärt Nina. „Diesen Wald nannte man „Hudewald“, und das Wort kommt von „Vieh hüten“, stimmt‘s?“ hakt Nicki neugierig nach. „Ja das stimmt. Komm, lass uns jetzt weitergehen, gleich kommt meine Lieblingslandschaft!“ antwortet Nina.

Als sie aus dem Wald herauslaufen erstreckt sich vor ihnen eine violette Fläche aus Heidekraut. „Wieso ist denn der Wald plötzlich weg?“, wundert sich Nicki. „Das lag daran, dass die Leute einfach zu viel Holz geschlagen und die Tiere zu viele Bäume abgefressen haben“ erklärt ihm Nina. „Hier riecht es ganz anders als im Wald“, stellt Nicki da fest. Aber während die beiden noch reden, entdeckt er bereits den nächsten Abschnitt. „Da hinten ist ja schon wieder Wald“, ruft Nicki und stürmt zur nächsten Station der gemeinsamen Zeitreise.

Er läuft unter riesigen Kiefern hindurch und fragt sich, wieso in der Dingdener Heide nun doch wieder Bäume stehen. Nina erklärt geduldig: „Vor 150 Jahren fingen die Menschen an, Kiefern zu pflanzen. Sie benötigten Holz für den Bergbau. Da Kiefern besonders schnell wachsen, hat sich die Landschaft innerhalb von 100 Jahren komplett verändert: Ein dichter Kiefernwald hat also die Heide verdrängt.“ „Wie langweilig – alles Kiefern“, gähnt Nicki, „ich springe lieber zwischen Laubbäumen hin und her. Wo ist denn eigentlich Klaus?“

Klaus fühlt sich pudelwohl und hüpft munter durch die Gegend. Man sieht ihn schon in der Ferne im nächsten Landschaftsabschnitt der Zeitreise herumspringen. Nicki und Nina laufen ihm nach und stehen jetzt inmitten saftiger grüner Wiesen. „Wo ist denn nun schon wieder der Wald hin?“ fragt Nicki ein wenig entsetzt. „Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts haben die Menschen immer mehr Fleisch und Milchprodukte gegessen. Für die Tiere brauchten sie deshalb große Viehweiden. Solche Feuchtwiesen, in denen heute viele seltene Tiere leben, gab es vor gut 40 Jahren noch recht häufig“, sagt Nina. „Das ist ja interessant!“ findet Nicki. „Oh schau mal, da fliegt ein Kiebitz!“ ruft Nina. Die beiden rennen dem Kiebitz hinterher und finden sich wenig später am Rande der letzten Zeitzone wieder.

In der letzten Zeitzone ist von dem saftigen Grün der Wiesen nichts mehr zu sehen. Nina schaut auf das enttäuschte Gesicht von Klaus und erklärt ihren Freunden: „Seit den 60er Jahren haben die Bauern Maschinen, chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt – und auf einmal riesige Mengen an Getreide hergestellt. Auf den Äckern bauen die Landwirte immer mehr Futtermais für die Tiere an. Deswegen ist von der Heide heute fast nichts mehr übrig.“ „Was für ein hin und her – Wald wurde zu Heide, Heide zu Wald und Wiesen zu Äckern“, staunt Nicki. Die drei sind am Ende ihres Rundgangs durch die Dingdener Heide angelangt und Nina verkündet ganz stolz: „650 Jahre in ein paar Stunden – das soll uns erst mal einer nachmachen!“

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Dingdener Heide in Hamminkeln fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann dort.

Wo?

Dingdener Heide – Geschichte einer Kulturlandschaft
Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld
Freybergweg 9
46483 Wesel
Tel: 0281-96252-18 oder 0 (Zentrale)
www.dingdener-heide.com

Anfahrt:
Mit dem Auto über die A 3, Abfahrt Hamminkeln, dann weiter über die B 473 bis nach Dingden oder von Borken aus über die B 67.

Rundwanderweg: In Dingden, Kreisverkehr Richtung Akademie Klausenhof, dort auf der Klausenhofstraße etwa 1,5 Kilometer geradeaus.

Mit dem Zug: Fahrt auf der Strecke Wesel – Bocholt bis zum Bahnhof Dingden

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung setzen sich in Zusammenarbeit mit dem Land NRW und dem Naturschutzbund (Nabu) für den Erhalt dieser „Kultur-Erlebnislandschaft“ ein.

Wer hängt die Tropfsteine auf?

Dechenhöhle und Deutsches Höhlenmuseum, Iserlohn

Begib dich auf die Spuren der Höhlenforscher und entdecke die Dechenhöhle in Iserlohn.

Hier warten Gletschergrotte, Höllenschlucht, Grufthalle, Kristallgrotte und Wolfsschlucht auf dich. In der Königshalle kannst du die Knochen eines 212.000 Jahre alten Höhlenbären erspähen. Im Höhlenmuseum erfährst du, welche Tiere noch in der Dechenhöhle gelebt haben. Außerdem gibt es jede Menge Informationen für angehende Höhlenforscher wie dich, zum Beispiel darüber, welche Ausrüstung man braucht um eine noch unerforschte Höhle zu erkunden.

Übrigens kannst du hier auch deinen Geburtstag feiern. Geburtstagskinder können die Dechenhöhle mit ihren Freunden ganz exklusiv erforschen. Ausgerüstet mit Taschenlampen betrachtet ihr im Dunkeln die glitzernden Tropfsteingebilde, erkundet Nebengänge und entdeckt vielleicht auch eine Fledermaus oder gar ein Höhlengespenst.

Wer hängt die Tropfsteine auf?

„Du Nicki, sollen wir hier wirklich reingehen?“, fragt Nina und zeigt auf das Schild über dem Eingang des Höhlenmuseums der Dechenhöhle. „Da sind Fledermäuse drauf. Was ist, wenn es da drin welche gibt und die mein Blut saugen?“, fragt sie ängstlich. „Da brauchst du keine Angst zu haben“, sagt Nicki und lacht. „Das ist doch nur ein Aberglaube. Fledermäuse sind ganz klein und harmlos, die fressen höchstens Fliegen“, erklärt er Nina. „Die sind also nur Konkurrenz für Klaus“, sagt Nicki und läuft fröhlich in das Museum.

In der Ausstellung erfahren die beiden alles über Tropfsteinhöhlen. „Die Dechenhöhle ist ja schon 800.000 Jahre alt“, liest Nina auf einer Tafel und ist beeindruckt. „Was sagst du dazu, Nicki?“ Der antwortet jedoch nicht, sondern steht starr vor Schreck vor einer Vitrine. In der liegt ein großer Schädel mit riesigen Zähnen. „Laufen von denen noch welche in der Höhle rum?“, fragt er ängstlich. „Die fressen doch bestimmt Eichhörnchen.“ „So harmlos wie Fledermäuse war der bestimmt nicht“, sagt Nina. Aber sie kann Nicki beruhigen: „Diese Tiere haben zwar in der Dechenhöhle gelebt, sie sind aber seit 20.000 Jahren ausgestorben.“ „Sicher?“, fragt Nicki noch einmal nach. „Vielleicht hält einer ja ganz lange Winterschlaf.“

In der Höhle bestaunen Nicki und Nina mit großen Augen die unzähligen Tropfsteine. „Wie kommen die alle hierher?“, fragt Nicki. „Hat die jemand gebastelt und hier aufgehängt?“ „Falsch“, sagt Nina, die im Museum besser aufgepasst hat. „Das Regenwasser löst Kalk aus den Steinen auf, sickert durch Risse und tropft hier auf den Boden. Dabei bleibt immer etwas Kalk an der Decke oder am Boden hängen und bildet Tropfsteine.“ „Manche der Tropfsteine sehen aus wie Pflanzen oder Gegenstände“, bemerkt Nina. In der Dechenhöhle haben viele Tropfsteine deshalb auch Namen wie Palme, Vorhang, Orgel oder Baumkuchen.

„Wissenschaftlich heißen Tropfsteine entweder Stalagmiten oder Stalaktiten“, erklärt Nina weiter. „Stalawas? Stahlharte Termiten? Galaktische Nieten?“, fragt Nicki und schaut verwirrt. Am Ende der Höhle atmet Nicki auf: „Ein Glück, wir haben keines von diesen großen Tieren mit den vielen Zähnen gesehen.“ „Und keine Fledermäuse“, sagt Nina. „Und was ist mit den Tieren“, fragt Nicki und zeigt an die Decke, wo ein paar Höhlenspinnen krabbeln. Mit einem lauten Kreischen verschwindet Nina ganz schnell aus der Höhle. Denn Spinnen mag sie gar nicht.

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Dechenhöhle fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in der Höhle.

Wo?

Dechenhöhle und Deutsches Höhlenmuseum
Dechenhöhle 5
58644 Iserlohn
Tel.: 02374 / 71421
www.dechenhoehle.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Förderverein Dechenhöhle beim Ausbau des Museums unterstützt.

Geheimnisvolle Lebensräume

Wie lebt es sich ohne Licht?

Wer lebt in den Höhlen?

Kannst du dir vorstellen, ständig in Dunkelheit zu leben? Für manche Tiere und Pflanzen ist das ganz normal. Echte Höhlentiere wie etwa der Schwarze Schnurfüßer – ein Tausendfüßer, der auch „Höhlentier des Jahres 2018” war– sind perfekt an das Leben in der Dunkelheit angepasst. Oft sind die Tiere farblos und blind, haben jedoch einen sehr guten Tast- und Geruchssinn.
Aber nicht alle Tiere leben dauerhaft in Höhlen, einige wohnen dort nur zu bestimmten Zeiten. Fledermäuse überwintern oft in Höhlen, da die kühlen Temperaturen sehr angenehm für sie sind und sie in Ruhe Winterschlaf halten können.

Weitere Höhlenbewohner

Auch verschiedene Algen, Farne und Moose wachsen in und an Höhlen. Um den Lebensraum dieser seltenen Tier- und Pflanzenarten zu sichern, ist der Schutz der Höhlen sehr wichtig.
Früher lebten auch Menschen in den Höhlen, vom „Höhlenmenschen”, hast du bestimmt schon mal gehört.

Warum gibt es in Höhlen keinen Sommer oder Winter?

Da die Höhlen unter einer dicken Schicht aus Erde und Gestein liegen, kommt im Sommer kaum Sonnenlicht und im Winter keine Kälte hinein. Die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über fast gleich. Meist liegen sie zwischen sechs und neun Grad.
Im Sommer ist der Höhlenbesuch also eine Abkühlung, bei Schnee und Eis ist es in der Höhle wärmer als draußen. Zieh dir also am besten einen Pullover an, wenn du eine Höhle besuchst.