Schäfchen zählen in der Heide

Heidschnuckenschäferei Senne, Hövelhof

Kennst du den Unterschied zwischen einer Heidschnucke und einem Schaf?

Die grauen gehörnten Heidschnucken kommen schwarzgelockt zur Welt. Das heißt zu Beginn ihres Lebens könnte man jede dieser Heidschnucken für ein schwarzes Schaf halten. Bis zu ihrem ersten Geburtstag färbt die Wolle sich silbergrau. Richtig wollweiß wie Schafe werden die Heidschnucken nie.

Bei der Schäferei Senne in Hövelhof kannst du dir die Heidschnucken und ihre Lämmer selbst anschauen. Die Heidschnucken helfen übrigens den Naturschützern der Senne bei der Arbeit. Sie halten die Heidesträucher flach und fressen die kleinen Kiefern. Im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Moosheide kannst du dir anschauen, wie die Senne aussieht. Das Gebiet, auf dem die Schafe weiden kann man nicht besichtigen.

Schäfchen zählen in der Heide

„Wieso hast du denn Besteck und Serviette dabei?“, fragt Nina erstaunt. Mit Nicki hat sie sich vor dem Eingang der Heidschnuckenschäferei Senne getroffen. „Du hast doch gesagt, wir gehen heute etwas Scharfes essen“, antwortet Nicki erstaunt. Nina schüttelt den Kopf: „Ich hatte gesagt: Wir schauen heute, was die Schafe essen. Die Heidschnucken hier sind nämlich was ganz Besonderes: Sie fressen das harte Heidekraut.“ „Nanu, was ist denn mit denen passiert?“, fragt Nicki, als er die Heidschnucken sieht. „Die sind ja ganz grau. Hat die jemand angemalt?“ Nina schüttelt den Kopf: „Das sind Heidschnucken und keine normalen Schafe. Und Heidschnucken sehen halt ein bisschen anders aus.“ „Äh, ja klar“, sagt Nicki. „Das habe ich gleich gewusst. Ich wollte dich nur testen.“ „Ach ja?“, fragt Nina zurück. „Wenn du es weißt, dann sag mir doch mal die Unterschiede.“ „Das sind, äh… Moment… äh… gleich hab ich’s…“

„Heidschnucken kommen schwarz zur Welt. Bis zu ihrem ersten Geburtstag verfärbt sich ihre Wolle dann silbergrau. Außerdem haben sie gut sichtbare Hörner“, erklärt die Schäferin. „Wie viele Heidschnucken gibt es hier?“, fragt Nina. „Fast 1000 Tiere“, antwortet die Schäferin. „Wie habt ihr die denn gezählt? Also ich schlafe beim Schäfchenzählen immer nach dem 34. ein“, platzt Nicki dazwischen. „Und ist das nicht etwas voll hier mit 1000 Heidschnucken?“ „Die sind ja nicht alle hier. Die stehen immer in der Heide“, erklärt die Schäferin. „Da ziehen wir dann mit der ganzen Herde herum. „Laufen die nicht alle weg?“, fragt Nicki. „Dafür habe ich ja meine Hunde“, sagt die Schäferin. „Ein paar Hunde können doch nicht eine ganze Herde zusammenhalten“, sagt Nicki ungläubig.

Plötzlich hört er einen der Hunde in seinem Rücken knurren und mischt sich vor Schreck unter die Heidschnucken-Herde. „Seid ihr denn bei jedem Wetter draußen?“, fragt Nina. Die Schäferin nickt: „Draußen ist ja die Heide. Also auch das, was die Heidschnucken fressen. Das bedeutet auch: Wir müssen lange mit ihnen unterwegs sein, damit sie genug zu fressen bekommen.“ Nicki hockt immer noch bei der Herde. Der Hund lässt ihn nicht weg. „Ach, eigentlich gar nicht so schlecht hier“, sagt er und lehnt sich an ein Schaf. Er fährt mit der Hand durch die Wolle. „Die sind wenigstens schön warm und weich. Schon praktisch, wenn man immer einen dicken Wollpullover dabeihat“, sagt Nicki und kichert. „Fast so schön wie mein Fell.“

Wo?

Heidschnuckenschäferei Senne

Sennestraße 233

33161 Hövelhof

(nahe dem Eingang zum Truppenübungsplatz)

Tel.: 05257 / 6933

www.bs-paderborn-senne.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben zu Beginn der 90er Jahre den Schafstall in der Senne in Hövelhof errichtet. Hier bekommen die Schafe im Frühjahr ihre Lämmer.

Ein Wald aus Stein

Haus des Waldes und Greifvogel-Schutzstation, Köln

Möchtest du eine Schleiereule oder einen Mäusebussard von Nahem sehen?

Weißt du, wie aus Bäumen Steine werden?

Oder wie eine Notaufnahme für Greifvögel funktioniert?

In der Greifvogel-Schutzstation Gut Leidenhausen werden kranke oder verletzte Bussarde, Falken und Eulen wieder gesund gepflegt und freigelassen. Hier wohnt auch Waldkauzdame Ronja. Wenn Schulklassen in der Waldschule zu Besuch sind nimmt Ronja sogar am Biologieunterricht teil. In der Greifvogel-Schutzstation kannst du Schleiereulen, Bussarde, Turmfalken und andere Greifvögel aus der Nähe betrachten. Im Haus des Waldes gibt es für dich jede Menge Interessantes über den Wald und seine Bewohner zu erfahren.

Besonders spannend ist ein 200 Millionen Jahre alter Baumstamm aus Arizona. Durch einen natürlichen chemischen Prozess ist der Baumstamm nicht zu Kompost, sondern zu Stein geworden.

Ein Wald aus Stein

„Hier fühle ich mich wirklich wohl“, sagt Nicki und breitet die Arme aus. „Wo kann es für ein Eichhörnchen schöner sein als im Haus des Waldes? Meine Freunde haben mir schon so viel davon erzählt“, schwärmt er. „Na dann lass uns endlich reingehen“, sagt Nina ein wenig ungeduldig. „Moment, so einen Augenblick muss man genießen“, sagt Nicki. Er holt noch einmal tief Luft. „So, jetzt können wir.“ „Nanu, was ist denn das? Moderne Kunst?“, fragt Nicki. Verwirrt betrachtet er eine bunte Scheibe an der Wand. „Das passt aber nicht zum Wald.“ Nina lacht: „Da irrst du dich aber gewaltig. Das ist Holz.“ „Quatsch“, sagt Nicki und klopft auf die Scheibe. „Die ist viel zu hart. Ich kenn doch Holz.“ „Das ist eben Holz, das zu Stein geworden ist“, erklärt ihm Nina. „So was gibt es?“, sagt Nicki erstaunt. „Das arme Holz. Wie konnte das passieren?“

Nina bestaunt ein paar Meter weiter einen Eichelhäher in einem großen Schaukasten. Der ausgestopfte Vogel sitzt auf dem Boden, über seine Federn laufen viele Ameisen. „Fressen die den auf?“, fragt Nina ein bisschen ängstlich. „Keine Angst“, sagt Nicki. „Das habe ich im Wald schon mal gesehen. Das ist ganz harmlos.“ „Komm Nicki, jetzt gehen wir noch zu der Greifvogelstation“, sagt Nina. Nicki zuckt ein wenig zusammen. „Ohne mich“, sagt er. „Greifvögel, die fressen ganz oft Eichhörnchen. Denen will ich nicht zu nahe kommen.“ „Angsthase“, neckt Nina ihn. „Die sind doch alle hinter Gittern. Und du bist doch viel zu groß für die.“ Nicki bleibt trotzdem lieber im Haus des Waldes.

Nina ist von der Greifvogelstation ganz begeistert. Vor allem die Schleiereulen findet sie toll. „Die haben ja ein wunderschönes Gesicht. Fast wie eine Maske.“ „Ist das nicht schade für die Vögel, immer hinter Gittern zu sein?“, fragt sich Nina bei dem Rundgang. „Für die Vögel hier ist es aber das Beste“, erklärt ein Mitarbeiter der Greifvogelstation. „Alle Vögel hier sind Pflegefälle. Sie wurden entweder verletzt zu uns gebracht oder sind zu alt, um in der Natur zu überleben. Wenn die verletzten Vögel wieder gesund sind, werden sie freigelassen.“ „Das ist aber schön“, freut sich Nina. Und in jeden Käfig, an dem sie jetzt vorbeikommt, flüstert sie: „Keine Sorge, bald könnt ihr wieder frei fliegen.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Gut Leidenhausen fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann am Gut.

Wo?

Gut Leidenhausen

Grengeler Mauspfad

51147 Köln

Tel.: 02203 / 39987 und 02203 / 38160

www.gut-leidenhausen.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben geholfen das Museum zu vergrößern und die Volieren der Greifvogelstation auszubauen. Sie unterstützen auch
ein aktuelles Update für die Ausstellung im Haus des Waldes.

Westfälische Bücherwürmer

Museum für Westfälische Literatur/Haus Nottbeck, Oelde

Weißt du, in welcher Sprache im Mittelalter die meisten Bücher geschrieben wurden?

Im Mittelalter konnten nur sehr wenige Menschen lesen und noch weniger Menschen schreiben. Die meisten Bücher wurden in Klöstern von Mönchen geschrieben – und zwar in Latein. Vor der Erfindung des Buchdrucks mussten alle Bücher sorgfältig per Hand geschrieben werden und waren deshalb selten und teuer. Im Museum für Westfälische Literatur kannst du dir eine der wenigen Bibeln anschauen, die kurz nach Erfindung des Buchdrucks erschienen ist. Sie ist so besonders, weil sie nicht nur über 500 Jahre alt ist, sondern auch, weil sie statt in Latein in deutscher Sprache geschrieben wurde.

Im Museum für Westfälische Literatur kannst du außerdem jede Menge spannende Kinderbücher, Krimis und Geschichte lesen. Hier erfährst du, welche berühmten Schriftsteller und Autoren aus dem Münsterland stammen. An den Hörstationen lesen einige Schriftsteller dir selbst aus ihren Büchern vor und im Keller wartet ein schauriges Schlossgespenst auf dich.

Westfälische Bücherwürmer

Herzlich Willkommen in Oelde!“ begrüßt die Museumsführerin das Entdecker-Team. „Freut ihr euch schon auf das Museum für Westfälische Literatur?“ „Naja“, druckst Nicki herum. „Lesen macht mir ja einen Riesenspaß. Aber Museen sind manchmal ein bisschen langweilig.“ Nina lacht: „Da brauchst du dir bestimmt keine Sorgen zu machen!“ „Hier gibt es nicht nur viel anzuschauen, sondern auch viel zu erleben“ bekräftigt die Museumsführerin. „Da bin ich ja mal gespannt“, freut sich Nicki.

„Die Häuser hier sehen gar nicht aus wie ein Museum“, bemerkt Nicki, als er sich auf Haus Nottbeck umschaut. „Da hast du Recht. Früher war das ein Rittergut. Aber vor ein paar Jahren haben wir hier das Museum für Westfälische Literatur eröffnet. Nun dreht sich hier alles um Bücher aus der Region Westfalen und die Leute, die sie geschrieben haben. Hier aus der Gegend kommen nämlich viele berühmte Autoren und Schriftstellerinnen, denen ganz tolle und spannende Geschichten eingefallen sind..“ erklärt Nickis Begleiterin. „Lass uns doch einfach reingehen.“

Nicki ist überrascht, als er das große Gebäude betritt. Er hat lange Regale voller Bücher erwartet. Durch die alte Tür kommt er aber in schön eingerichtete Räume, die gemütlich und gleichzeitig modern aussehen. In dem großen Raum im Erdgeschoss entdeckt Klaus einige Computerbildschirme, über die bunte Bilder flimmern. „Wofür sind die denn da?“, will er wissen. „Damit kannst du in der Zeit zurückreisen und über 2.000 Schriftsteller kennen lernen. Zum Beispiel Annette von Droste-Hülshoff, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Westfalen gelebt hat. Ein ganz bekanntes Buch von ihr heißt „Die Judenbuche“, sagt die Museumsführerin.

Nicki schaut auf den Bildschirm und ist beeindruckt: „Es kommen echt viele Schriftsteller aus Westfalen. Das sind bestimmt sehr interessante Leute. Was die einem wohl erzählen würden?“ „Wenn du dich dafür interessierst, dann komm doch mal mit nach oben“, sagt die Museumsführerin. Nicki flitzt sofort die Treppe rauf. „Dass er immer so ungeduldig sein muss!“ schimpft Nina, die mit Klaus und der Museumsführerin nachkommt. Plötzlich stehen sie in einem runden Raum mit vielen Verzierungen. Darin steht ein großer Fernseher, auf dem Filme mit verschiedenen Männern und Frauen laufen. „Das sind alles Schriftsteller, die auch heute noch Geschichten schreiben“, erklärt die Museumsführerin.

„Wer als Erster im Keller ist“ ruft Nicki da und stürmt schon wieder los. In dem schaurig-schönen Gewölbe stehen lauter bunte Bücher. “ Das sind alles Bücher, die extra für Kinder geschrieben wurden. Manche Bücher sind schon sehr alt, andere dagegen ganz neu“, erklärt die Museumsführerin. „So viele Bücher!“, staunt Nicki. „Die kann ich ja nie im Leben alle lesen!“  Dann horcht Nicki plötzlich auf. „Woher kommen denn die Stimmen?“ „Die kommen von nebenan“, sagt Nina. „Hast du eigentlich schon bemerkt, dass an vielen Stellen im Museum Hörstationen mit Kopfhörern stehen? Da kann man sich die Stimmen von einigen Schriftstellern anhören, die aus ihren Büchern oder Gedichten vorlesen.“

Plötzlich fällt Nicki wieder etwas ein: „Du hattest doch versprochen, dass es hier nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu tun gibt!“ „Richtig. Wenn du Lust hast, kannst du jetzt auch selber etwas machen“, sagt die Museumsführerin. „Eigentlich kommen immer mehrere Kinder, zum Beispiel mit ihrem Lehrer oder Freunden. Es gibt die Schreibwerkstatt, in der die Kinder selbst in die Rolle eines Schriftstellers schlüpfen und zusammen kleine Geschichten oder Gedichte erfinden. Oder die Museumsrallye: Dabei müssen knifflige Aufgaben gelöst werden, um die Geheimnisse des alten Ritterguts zu lüften.“

„Das klingt spannend!“, freut sich Nicki. „Und das ist noch nicht alles“, lacht seine Begleiterin. „Du kannst auch mit selbst gemachten Druckstöcken Buchstaben auf Papier drucken, so wie die Buchdrucker es früher gemacht haben. Außerdem kann man hier lernen, wie man Papier selbst herstellt oder Hörspiele aufnimmt.“ Spätestens jetzt ist Nicki sich sicher: „Museen können richtig aufregend sein. Und wer weiß, vielleicht steht hier ja auch mal ein Buch von mir…!“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Museum für Westfälische Literatur fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Museum für Westfälische Literatur/Haus Nottbeck
Landrat-Predeick-Allee 1
59302 Oelde
Tel.: 0 25 29/94 55 90
Fax: 0 25 29/94 55 91
www.kulturgut-nottbeck.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben zusammen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Kreis Warendorf, dem Land und weiteren Sponsoren geholfen das Herrenhauses Nottbeck auszubauen. Außerdem haben sie den Förderverein Haus Nottbeck dabei unterstützt eine so genannte „Kölner Bibel“ für das Museum zu kaufen. Das Buch ist über 500 Jahre alt und es gibt nur noch sehr wenige Exemplare davon.

Nicki Nuss am seidenen Faden

Haus der Seidenkultur, Krefeld

Vor über hundert Jahren gründete der Unternehmer Hubert Gotzes in der Stadt Krefeld eine Paramentenweberei. Paramente sind spezielle Gewänder für Geistliche, also zum Beispiel Priester, Kaplane, Bischöfe oder Kardinäle. Sie sind besonders schön verziert und haben je nach Verwendung bestimmte Muster und Farben.

In Krefeld wurden die edlen Stoffe für die Gewänder aus Samt und Seide gewebt. Sogar aus Amerika kamen Bestellungen. Heute ist die alte Fabrik ein Museum. Im Haus der Seidenkultur kannst du dir die schönen Gewänder nun aus der Nähe anschauen und erfährst genau, wie sie früher hergestellt wurden. In der alten Fabrik stehen noch die riesigen Webmaschinen. Im Websaal zeigen die ehemaligen Mitarbeiter der Paramentenweberei regelmäßig, wie so ein Webstuhl funktioniert und weben auch noch Stoffe selbst.

Nicki Nuss am seidenen Faden

Der hell beleuchtete Raum ist von dem Geklapper der Maschinen erfüllt. Sie stehen eng hintereinander und dicht an das Fenster gerückt. Nicki guckt neugierig einem der Weber über die Schulter. Der Mann erklärt Nicki nebenbei, wie sein alter „Jacquard-Webstuhl“ funktioniert. „Jac… wie?“, fragt Nicki, der den seltsamen Namen gar nicht richtig aussprechen kann. „Die Maschine ist nach ihrem Erfinder, Joseph-Marie Jacquard, benannt. Das habe ich im Internet gelesen“, erklärt Nina. Der Weber führt weiter aus: „Der Franzose Jacquard hat vor gut 200 Jahren einen speziellen Aufsatz erfunden. Hiermit war es erst möglich, auch schwierige Muster mit einem Handwebstuhl mühelos herzustellen. Zuvor mussten dafür so genannte „Ziehjungen“ die Fäden „ziehen“. Jacquard war auch einst ein „Ziehjunge“.“ „Bestimmt hat er diesen Webstuhl deswegen entwickelt, weil ihm die Arbeit keinen Spaß mehr gemacht hat“, folgert Nicki. Der Weber und Nina lachen.

Nun erklärt der Weber Nicki genau, wie Jacquards bahnbrechende Erfindung funktioniert: „Die wichtigsten Bestandteile der Maschine sind die Lochkarten. Auf diesen Pappen sind die Informationen zu dem jeweiligen Muster gespeichert. Nadeln tasten die Karten ab. Ein Loch bedeutet Fadenhebung, kein Loch heißt, dass der Faden liegen bleibt. So entstehen die phantasievollsten Muster, die du dir auch später noch in den alten Musterbüchern genauer anschauen kannst. Viele Menschen haben in Webfabriken gearbeitet.“ „Aha! Jetzt verstehe ich auch, warum es so viele Menschen mit dem Nachnamen Weber gibt“, freut Nina sich, „früher waren viele Menschen in diesem Beruf beschäftigt und haben daher ihren Namen erhalten.“ „Ganz genau. Wir haben hier in der Fabrik vor allem Paramenten hergestellt“, antwortet der Weber.

„Was sind denn Paramenten?“, möchte Nicki wissen. „Paramenten sind kirchliche Gewänder. Auf ihnen sind häufig symbolische Muster zu erkennen“, erklärt Nina. „Mehr als 100 Jahren stellten die Arbeiter hier die kunstvollen Stoffe und Muster aus Samt und Seide her, bis die Fabrik ab dem Jahr 2000 zum Museum wurde. Uns ist es dadurch möglich, die alten Traditionen weiterhin zeigen zu können.“ erzählt der Weber. Nicki schmökert gerade in alten Musterbüchern, aus denen die Kunden damals ihre Stoffe auswählten. Einige Stoffe sind sogar auf den großen Webstühlen ausgestellt. „Wo ist denn Klaus jetzt schon wieder?“ „Oh schau mal: Klaus hat sich in ein Seidentuch gehüllt. Er sieht jetzt fast aus wie ein Froschkönig!“„Kein Wunder, so schön wie die fertigen Stoffe aussehen“, findet Nina. Und zum Andenken kauft sie sich im Haus der Seidenkultur noch einen schicken Schal. Aus reiner Seide, versteht sich.

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Haus der Seidenkultur fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in der Weberei.

Wo?

Haus der Seidenkultur/
Historische Paramentenweberei Hubert Gotzes
Luisenstr. 15
47799 Krefeld
Telefon: 0 21 51/93 69 60
www.seide-krefeld.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben geholfen die Weberei und alle Maschinen zu kaufen um darin ein Museum zu eröffnen.

Der Schatz im Römerbad

Archäologisches Museum & Biologische Station Haus Bürgel, Monheim

Hebe den Schatz der Römer und entdecke das Auenland!

Im Museum Haus Bürgel und auf dem Gelände der Biologischen Station warten jede Menge Abenteuer auf kleine und große Entdeckerinnen und Entdecker. Vor über 2.000 Jahren haben römische Soldaten in Monheim am Rhein ein Kastell – eine Festung – gebaut. Bei Ausgrabungen haben Forscher hier viele Gegenstände der Römer gefunden, die zum Teil über 2.000 Jahre alt sind.

Zum Beispiel alte Münzen, Lanzen und Tonkrüge. Im Museum kannst du dir alle Fundstücke genau anschauen. Die Mauerreste der alten Festung kannst du draußen erkunden. Zwölf Türme und mehrere Meter dicke Mauern hatte das Kastell damals. Vielleicht findest du ja auch noch eine waschechte Münze aus der Römerzeit?

Im Garten von Haus Bürgel kannst du sehen, welche Pflanzen die Römer angebaut haben. Außerdem leben in den Auen rund um das Haus viele interessante Tiere: Steinkäuze, Schleiereulen und Fledermäuse zum Beispiel.

Der Schatz im Römerbad

„Das ist ja nur ein alter Bauernhof“, sagt Nicki empört. Gerade ist er mit Nina vor Haus Bürgel in Monheim am Rhein angekommen. „Brauchst du Eier und Milch? Ich dachte, wir gehen zu den Römern“, protestiert Nicki weiter. „Wir sind schon bei den Römern“, sagt Nina. „Der Bauernhof steht auf den Grundmauern eines Römerkastells. Das wurde hier vor 1700 Jahren erbaut. Und jetzt sind hier ein Museum und eine Biologische Station zu Hause.“

In dem Museum Haus Bürgel erfahren Nina und Nicki alles über das Leben in dem alten Militärlager. Es gehörte zur Befestigung der Grenze des Römischen Reiches auf der linken Rheinseite. „Wie kann das denn sein?“, fragt Nina verwundert. „Wir sind doch hier auf der rechten Rheinseite.“ „Habt ihr etwa alle Steine über den Fluss getragen und hier wieder aufgebaut?“, fragt Nicki einen Museumsführer. Der schüttelt den Kopf: „Nein, das hat einen ganz anderen Grund.“

Im ersten Stock des Museums bestaunt Nina das Modell eines römischen Soldaten. „Schau mal, Nina, hier ist ein Schatz“, ruft Nicki plötzlich aufgeregt aus der anderen Ecke des Raumes. „Die Münzen hatte jemand unter den Fußbodenbrettern des Bades versteckt“, erzählt er Nina. „Was sind denn das für Köpfe auf den Münzen?“, fragt Nina. „Das sind die römischen Kaiser, die damals geherrscht haben. Deshalb wissen wir auch genau, wie alt welche Münze ist“, erklärt der Museumsführer. „Toll, so eine Münze hätte ich gerne von mir. Den Nicki-Taler“, schwärmt Nicki.

Im nächsten Raum finden Nina und Nicki in einer Vitrine viele Tonkrüge. „Sind das römische Blumenvasen?“, fragt Nicki. „Nicht ganz, das sind Amphoren. Die wurden hier gefunden“, sagt der Museumsführer. „Sie wurden verwendet, um Wein, Öl oder andere Waren von einem Ende des riesigen Römer-Reiches an das andere zu transportieren. Wenn sie leer waren, wurden sie allerdings oft weggeworfen und nur selten wieder neu gefüllt.“ „Dann waren das die ersten Einwegflaschen der Welt“, sagt Nina.

„Hmm, hier riecht es aber gut“, sagt Nina. Sie kommt an die Rückseite des ehemaligen Römerkastells und reckt ihre Nase in die Luft. An der hohen Mauer, in der noch viele Steine aus der Römerzeit sichtbar sind, findet sie den Garten der Biologischen Station Haus Bürgel. Von dem steigt ein herrlicher Duft nach frischen Kräutern auf. „Hier kannst du sehen, welche Pflanzen die Römer angebaut haben“, erklärt eine Mitarbeiterin der Biostation. „Das kenne ich“, sagt Nina und deutet auf den grünen Mangold, „das kocht meine Mutter manchmal – und der Thymian da drüben riecht ja nach Spaghettisauce. Dann essen wir ja ganz oft wie die alten Römer.“

Auf der anderen Seite des Kastells entdecken Nina und Nicki eine große Wiese. „Die ist aber schön. Ob es hier auch Kühe oder Schafe gibt?“, fragt Nina. „Das ist doch keine Viehweide“, sagt Nicki. Er hat sofort erkannt, dass auf der Wiese ganz viele verschiedene Obstbäume stehen. „Guck mal“, ruft er Nina zu und läuft aufgeregt von Baum zu Baum. „Hier sind Pflaumen und hier Kirschen und da drüben Birnen und hier Äpfel. Aber wieso stehen die alle hier?“, fragt Nicki sich verwirrt. „Weil das keine Obstsorten sind, wie du sie vom Markt kennst“, erklärt die Mitarbeiterin der Biostation. „Das sind alles alte Sorten. Die gab es früher zu kaufen, heute aber nicht mehr.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Archäologischen Museum Haus Bürgel fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Archäologisches Museum Haus Bürgel

Urdenbacher Weg

40789 Monheim am Rhein

Tel.: 02173 / 951-8930

www.hausbuergel.de

 

Biologische Station Haus Bürgel

Stadt Düsseldorf • Kreis Mettmann e.V.

Tel.: 0211 / 9961212

www.biostation-D-ME.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung sind Eigentümer von Haus Bürgel und haben geholfen das Archäologische Museum einzurichten und den Archäologischen Pfad anzulegen. Außerdem haben sie Gebiete für den Schutz der Natur erworben, die von der Biologischen Station betreut werden.

Die grünen Steine von Soest

Grünsandsteinmuseum, Soest

In Soest gibt es eine Kirche, die so grün ist wie eine Wiese. Dass sie ausgerechnet „Wiesenkirche“ heißt, ist reiner Zufall. Aber in Soest gibt es nicht nur eine grüne Kirche, sondern auch grüne Mauern und grüne Häuser. Vor vielen tausend Jahren entstand in Soest und Umgebung der Grünsandstein. Später nutzen die Menschen das Gestein zum Bauen und prägten damit eine ganze Region. Die grünen Steinen sind etwas ganz besonders, denn es gibt sie nur in Soest und Umgebung – nirgendwo sonst auf der Welt.

Im Grünsandsteinmuseum kannst du dir die Steine ganz genau anschauen und erfährst zum Beispiel, wie es in Soest zur Zeit der Dinosaurier aussah oder wie die Wiesenkirche entstanden ist.

Die grünen Steine von Soest

Freudig pfeifend springt Nicki auf ein altes Fachwerkhaus in Soest zu. Dort ist er mit Nina verabredet. Plötzlich erstarrt er: Über ihm steht ein Dinosaurier, die Vorderbeine zum Fangen bereit. Schnell will sich Nicki ein Versteck suchen, da hört er jemanden sprechen: „Das ist ein junges Iguanodon.“ Nicki dreht sich um. Er sieht Nina mit dem Museumsleiter vor dem Grünsandsteinmuseum stehen. „Der Dino ist nicht echt“, sagt Nina lachend, als sie Nickis erschrockenes Gesicht sieht, „aber der Grünsandstein, auf dem er steht.“ Nicki schaut auf die Füße des Sauriers. Tatsächlich: Der Boden ist von Natur aus grün. Im Museum sieht Nicki noch mehr grünliche Steine. „In der Zeit, als die Dinosaurier lebten, ist der Grünsandstein hier in Soest und Umgebung entstanden“, erklärt der Museumsleiter. „Und die Steine gibt es nur hier, sonst nirgendwo auf der Welt?“, fragt Nina. Der Experte nickt.

„Wo ist denn Klaus?“ fragt Nicki. Nicki und Nina schauen sich um. „Da ist er“, sagt Nina. „Du Schlitzohr, mit deiner grünen Farbe fällst du auf den Steinen gar nicht auf.“ Als sie Klaus hochhebt, schaut sie sich den Stein genauer an. „Oh, der gefällt mir aber gut!“, schwärmt Nina. „Er hat weiße Kristalle. Die funkeln und glitzern so schön.“ „Typisch Mädchen“, seufzt Nicki. „Ui, wer hat denn so ein großes Maul? War das etwa auch ein Dinosaurier?“, fragt Nicki, als er ein großes, gefährlich aussehendes Gebiss entdeckt. „Nein, das gehörte einem Hai. Überreste von Meerestieren werden immer wieder in den Steinen gefunden“, erklärt der Museumsleiter. „Daran sieht man, dass das Meer in der Kreidezeit große Teile von Westfalen bedeckte.“

Im nächsten Zimmer entdeckt Nicki an der Wand mehrere Steintafeln. Sie wurden mit unterschiedlichen Werkzeugen bearbeitet. Auf einer Tafel sind geheimnisvoll aussehende Zeichen eingemeißelt. „Das sind Steinmetzzeichen. Daran erkennt man, wer den Stein bearbeitet hat“, sagt der Experte, der selbst Dombaumeister ist. Eines der Zeichen entdeckt Nicki ein zweites Mal im Raum. In der obersten Etage zeigt der Museumsleiter Nina und Nicki ein Modell der mittelalterlichen Baustelle der Wiesenkirche. „Die Menschen haben früher alles mit der Hand gemacht.“ „Das war aber eine schwere Arbeit“, staunt Nicki, „und hat bestimmt lange gedauert.“ „Es verging sogar mindestens ein Jahrhundert, bis die Wiesenkirche komplett fertig war.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Grünsandstein-Museum-Soest fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Grünsandstein-Museum-Soest

Walburgerstraße 56

59494 Soest

Telefon: +49 (0) 29 21 / 1 50 11

www.gruensandsteinmuseum.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Westfälischen Dombauverein St. Maria zur Wiese dabei unterstützt, das Grünsandsteinmuseum einzurichten.

Moore in NRW

„O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn", – so beginnt das Gedicht „Der Knabe im Moor" von Annette von Droste-Hülshoff, die vor rund 160 Jahren gelebt hat. Es gibt viele Gruselgeschichten über das Moor. Dabei gibt es dort gar keine Ungeheuer – aber viele Pflanzen und Tiere. Für die ist das Moor ein wertvoller Lebensraum.

Bedrohte Naturlandschaften

Bei uns in Nordrhein-Westfalen gibt es unter anderem diese Moore: das Große Torfmoor in Minden-Lübbecke, das Hohe Venn bei Aachen und das Emsdettener Venn.

Heute sind die Naturlandschaften stark bedroht: durch das Entwässern von Mooren, um sie als Ackerflächen zu nutzen, und den Abbau von Torf.

Wusstest du schon, …

… dass die Menschen früher Torf im Moor abbauten, um es als Brennmaterial zum Heizen ihrer Häuser zu nutzen? In manchen Ländern befeuern die Menschen ihren Kamin immer noch mit Torf statt Holz, zum Beispiel in Irland und Schottland.

Auch heute wird bei uns noch Torf abgebaut, um Blumenerde daraus zu machen. Die Pflanzenerde aus Torf soll sich besonders für Blumen eignen, die einen sauren Boden benötigen. Der Abbau von Torf zerstört jedoch die Moorlandschaften und damit auch den wertvollen Lebensraum von seltenen Tier- und Pflanzenarten. Daher bittet eure Eltern, beim Kauf von Blumenerde auf torffreie Produkte zu achten!

Fleißige Baumeister

Biber sind perfekt an das Leben im und am Wasser angepasst.

Hier in NRW leben auch Biber. Die Nagetiere zeichnen sich aus durch ihr braunes Fell, die großen Zähne und den breiten, platten Schwanz, die sogenannte Kelle. Am liebsten fressen Biber Sumpfpflanzen und zarte Baumrinde. Dafür fällen sie sogar junge Bäume. Sie sind reine Pflanzenfresser und perfekt an das Leben am und im Wasser angepasst. Biber bekommst du jedoch nur selten zu sehen, da sie sehr scheu sind. Bei Gefahr tauchen sie oder verstecken sich in ihrer Biberburg, einem vom Wasser umgebenen Bau aus Zweigen, Ästen und Schlamm.

Ein U-Boot im Ruhrgebiet

Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia, Witten

Weißt du, wie die Kohle früher aus den Stollen im Muttental transportiert wurde?

Zuerst haben Pferde die schweren Wagen mit der Kohle aus den Gruben gezogen. Später dann gab es die Muttenthalbahn. Das sind Lokomotiven, die mit Diesel oder Akku-Batterien angetrieben wurden. Heute – fast 200 Jahre später – kannst du dir die Lokomotiven und Waggons im Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia immer noch anschauen. Mit einigen alten Zügen kannst du sogar heute noch fahren. Die Waggons werden U-Boote genannt, weil sie so eng und klein sind und mit ihren quadratischen Gucklöchern wie U-Boote aussehen.

Regelmäßig können Besucherinnen und Besucher mit der Bahn durch das Muttental fahren, denn nach beinahe hundert Jahren Stillstand haben die Männer von der Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn die alten Gleise wieder befahrbar gemacht.

Ein U-Boot im Ruhrgebiet

„Wo die wohl hinführen?“ Beim Hüpfen von Baum zu Baum im Muttental bei Witten hat Nicki plötzlich ungewöhnlich schmale Gleise entdeckt. „Nina! Klaus! Kommt schnell, das müsst ihr euch anschauen!“ Nicki ist den Schienen gefolgt und steht auf einem alten Bergbaugelände. Mehrere Männer in blauen Anzügen schrauben an einer Eisenbahn herum, die kleiner als ein Auto ist. „Seid ihr nicht zu alt, um mit Modelleisenbahnen zu spielen?“, fragt Nicki rundheraus. „Das ist doch keine Spielzeugeisenbahn“, sagt einer der Männer und lacht. „Das ist eine alte Grubenbahn und ihr seid hier im Gruben- und Feldbahnmuseum der Zeche Theresia. Kommt, ich zeig’ euch hier alles.“

Eine Grubenbahn, erfahren die drei, wurde eingesetzt, um die Bergleute in den Stollen hinein- und die Kohle hinauszubefördern. „Die Bahn im Muttental gibt es schon seit 1829“, erklärt der Museumsführer. Damals hätten Pferde die Kohlewagen bis zu einem großen Lagerplatz transportiert. „Später hat man dann Lokomotiven mit Dieselmotor oder elektrische Wagen eingesetzt, deren Motor von einer Akku-Batterie angetrieben wird. An so einer basteln wir gerade herum“, sagt der Mann und zeigt auf einen kastenförmigen Wagen aus grünem Metall. „Der sieht aber lustig aus. Können wir damit mal fahren?“, fragt Nicki aufgeregt. „Hmm, eigentlich können Besucher ja nur sonntags mit der Bahn fahren… Aber für euch machen wir mal eine Ausnahme“, sagt der Museumsführer und schmunzelt.

„Ich mache die Bahn gerade startbereit, steigt ihr schon mal in das U-Boot.“ Ein U-Boot? Mitten im Ruhrgebiet? Und auf Schienen? Verwirrt schaut sich Nicki um und erspäht hinter der Lok schließlich kleine Eisenbahnwaggons, die wie Blechbüchsen mit quadratischen Löchern aussehen – eben wie U-Boote. In diesen engen Wagen wurden die Bergleute früher zur Arbeit in die dunklen Schächte gefahren. Begeistert lassen Nicki, Klaus und Nina sich mit der Muttenthalbahn durch die schöne Landschaft kutschieren. Sogar den Bremshebel darf Nicki mit seinen Pfoten mal ziehen. „Wie gut“, denkt er sich, „dass die ,Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn’ die Strecke und die Zeche Theresia nach fast 100 Jahren Stillstand wieder auf Vordermann gebracht hat – sonst könnte ich hier nicht so einen Spaß haben!“

Auf der Fahrt macht die Grubenbahn auch an der alten Zeche Nachtigall halt. Hier kann man sich durch das Bergwerk führen lassen und genau sehen, wie unglaublich anstrengend die Arbeit „unter Tage“ – wie es in der Sprache der Bergleute heißt – damals war. „Nach der Rundfahrt müssen wir unbedingt noch ins Museum,“ Nina ist ganz begeistert von den Eisenbahnen. Nur Klaus hat sich lieber in Ninas Rucksack versteckt. Nachher bekommen die drei noch eine exklusive Führung. Rund 90 Lokomotiven und 200 Waggons später brummt Nicki ein wenig der kleine Nagerkopf. „Hui, ich hätte nicht gedacht, dass es so viele verschiedene Grubenbahnen gibt. Ihr wisst aber auch wirklich eine Menge darüber.“ „Wir tun unser Bestes“, sagt der Museumsführer mit einem Lachen und winkt den dreien zum Abschied.

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia
Nachtigallstraße 27-33
58452 Witten-Bommern
Telefon: 01 77 / 4 93 85 04
www.muttenthalbahn.org

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben geholfen die Loks der Muttenthalbahn zu reparieren und eine Fahrzeughalle zu bauen.

Frösche unter Tage

Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt, Hellenthal-Rescheid

Du willst wissen, was Kaue, Rösche oder Firste sind?

Du fragst dich, wozu man unter Tage Frösche braucht?

Dann nichts wie los in das Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt in Hellenthal-Rescheid! Im Museum heißt es dann Helm auf, Taschenlampe an und Jacke nicht vergessen. Denn in den Gängen, die die Bergmänner unter der Erde gegraben haben ist es dunkel und auch ein wenig kalt. Das ganze Jahr über wird es in den Stollen – so heißen die Gänge in der Bergmann-Sprache – nicht wärmer als acht Grad.

Zu entdecken gibt es aber jede Menge: Finde heraus, was es mit den geheimnisvollen Zeichen auf sich hat, die die Bergleute im Stein hinterlassen haben und warum die Bergmänner früher aufpassen mussten in den dunklen Gängen nicht auf Pferdeäpfel zu treten.

Frösche unter Tage

„Autsch!“ Nina verzieht das Gesicht. Sie rückt ihren roten Helm wieder zurecht. Nicki kichert: „Gut, dass ich so klein bin. Ich muss mich hier im Stollen nicht ducken.“ „Da vorne können wir alle wieder gerade stehen“, sagt der Grubenführer. Er begleitet Nina und Nicki durch die Grube Wohlfahrt in Hellenthal-Rescheid. „Dieser Stollen ist schon sehr bequem“, erzählt er den beiden. „Die ersten Stollen waren so eng, dass die Bergleute nur kriechen konnten. Dabei hockten sie auch noch die ganze Zeit im Wasser. Erst später wurden große Stollen mit einer Grubenbahn gebaut.“

Nicki schaut sich um und fragt: „Was gab es denn hier Wertvolles? Kohle?“ „Nein, hier in der Eifel wurde hauptsächlich Bleierz gefördert“, antwortet der Grubenführer. „Hui, Bleierz ist aber ganz schön schwer“, Er wiegt den silbern glitzernden Klumpen in seiner Pfote. Der Experte nickt: „Genau, selbst als es den Grubenhunt schon gab, war es noch schwere Arbeit, das Erz nach oben zu befördern.“ „Grubenhund?“, fragt Nina verwundert. „Mussten auch Tiere hier unter Tage arbeiten?“ Der Grubenführer schüttelt den Kopf: „Bei uns nicht. In anderen Gruben haben aber oft Pferde die schweren Wagen gezogen. Viele haben fast ihr ganzes Leben unter der Erde verbracht.“

Der Grubenführer läuft voran. „Kommt mit, wir müssen noch ein bisschen weiter durch den Stollen fahren. Dann kann ich euch etwas zeigen“, ruft er den beiden zu. „Fahren?“ Nina schaut ungläubig zu Nicki und fragt: „Also ich dachte eigentlich, dass wir gerade laufen. Oder hast du Rollen unter deinen Pfoten, Nicki?“ „Ach so, das muss ich euch noch erklären“, sagt der Grubenführer. „‚Fahren‘ ist Bergmannssprache und bezeichnet alle Bewegungen im Stollen. Die Bergmannssprache ist übrigens die älteste Fachsprache Deutschlands.“ „Wir sind da, hier herein bitte.“ Der Grubenführer zeigt in die dunkle Öffnung eines schmalen Gangs. Nina folgt ihm geduckt. Nicki bleibt dicht hinter ihr.

In einem kleinen runden Raum endet der Gang. Klick – plötzlich wird es zappenduster. „Ein Stromausfall!“, schluchzt Nicki. Er klammert sich ängstlich an Ninas Bein. Im nächsten Moment macht es „ratsch“ und ein Streichholz brennt in der Hand des Grubenführers. „Ganz schön dunkel hier unten, was?“, sagt er lachend. „Jetzt zünde ich aber den Grubenfrosch an. Ihr könnt dann erleben, wie viel ein Bergmann früher im Schein der Flamme sehen konnte.“ „Einen Frosch anzünden?“, quiekt Nina, „wie grausam! Das können Sie doch nicht machen.“ Klaus ist erst durch Ninas Geschrei wach geworden. Er duckt sich noch tiefer in ihre Tasche. „Nein, ich zünde doch kein Tier an“, beruhigt sie der Grubenführer, „der Grubenfrosch ist eine alte Bergmannslampe.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“ fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Bergwerk.

Wo?

Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“

Aufbereitung II Nr. 1

53940 Hellenthal-Rescheid

Tel.: 02448 / 911140 (vormittags)

www.grubewohlfahrt.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Heimatverein Rescheid dabei unterstützt, die Spuren der Bergbaugeschichte in Hellenthal-Rescheid wieder sichtbar zu machen und die Grube für Besucher zu öffnen.