Nicki lässt die Ketten rasseln

Kettenschmiedemuseum, Fröndenberg

Weißt du, wie eine echte Eisenkette hergestellt wird?

Wie viele Stunden und Menschen man braucht, bis am Ende zum Beispiel eine fertige Ankerkette entstanden ist?

Oder wie aus einem Stück Eisen ein Ring wird?

All diesen Fragen kannst du beim Besuch des Kettenschmiedemuseum Fröndenberg nachgehen und sogar selber zum Schmied werden. Manchmal kannst du dort echten Schmieden bei ihrer Arbeit zuschauen und Fragen stellen.

Im Museum kannst du dir viele verschiedene Ketten anschauen. Manche sind so dick, dass sie künstliche Ölbohrinseln am Meeresgrund festhalten können. Aber auch viele Schiffe legen mit Ankerketten aus Nordrhein-Westfalen in Häfen überall auf der Welt an.

Nicki lässt die Ketten rasseln

„Heute wird es heiß!“ sagt Nina. „Wir besichtigen das Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg.“ Kaum hat sie das gesagt, hört Nicki auch schon von Weitem ein lautes Geräusch. „Was ist das?“ fragt er Nina, und geht mutig ein paar Schritte auf das Backsteingebäude zu. Klaus dagegen verkriecht sich ganz tief in den Taschen von Ninas Hose. Er bekommt es jetzt schon mit der Angst zu tun. Im Museum angekommen, sehen sie schon viele Leute um das Schmiedefeuer stehen. Der Schmied schlägt konzentriert und sicher mit seinem Hammer auf einen weißglühenden Metalldraht ein. Funken stieben in alle Richtungen.

Jetzt hat Nicki doch ein wenig von seiner Abenteuerlust verloren und zuckt bei jedem Schlag zusammen: So laut hatte er sich das Abenteuer nicht vorgestellt. „Mir ist zu heiß“, stöhnt Nicki. Er geht einige Schritte zurück und versteckt sich zwischen Ninas Beinen. „Pass auf deinen Schwanz auf!“ ermahnt ihn Nina und erklärt ihm anschließend: „Der Schmied formt das Drahtstück zu einem U und klopft beide Enden platt. Dann biegt er die flachen Enden übereinander und schmiedet sie mit kräftigen Hammerschlägen zusammen. Aus dem U ist jetzt ein ringförmiges O geworden. Der Schmied biegt nun ein neues U aus einem Drahtstück und hängt es in den eben gefertigten Ring. Mit einigen weiteren, kräftigen Schlägen verbindet er die offenen Enden.

„Aha“, hört man nun Nicki wieder sagen, „so entsteht also Ring für Ring eine Kette“. Nina fügt hinzu: „Ja, und stell dir vor: Viele Schiffe fahren mit Ankerketten aus Nordrhein-Westfalen über die Weltmeere. Außerdem gibt es Ketten, die sind so dick, dass sie künstliche Ölbohrinseln am Meeresgrund festhalten können. Bis zu zehn Zentimeter dick können die Eisenringe dieser Ketten sein und sogar dem stärksten Sturm Stand halten! Komm, lass uns weitergehen und mal die alten Maschinen anschauen, die wieder funktionstüchtig gemacht wurden!“ Nicki ist schwer beeindruckt von den mehr als 20 Maschinen, die er zu sehen bekommt. Vor allem der Name der „Handkettenverdrehmaschine“ hat es ihm angetan. Einer der Kettenschmiede erklärt ihm: „Mit der Maschine haben wir früher keine verdrehten Handketten hergestellt, sondern einzelne Kettenglieder per Hand ineinander verdreht. Deswegen ist die Maschine zu ihren Namen gekommen.“

Müde von den vielen Informationen und der Hitze im Schmiederaum möchte Nicki aber doch noch fix einen Beitrag für die längste Kette der Welt leisten. Die hängt schon in mehreren Schleifen von der Decke eines Ausstellungsraumes herab, und jeder Besucher darf sie um einen weiteren Ring verlängern. „Ist das wirklich die längste Kette der Welt?“ will Nicki wissen. „Vielleicht noch nicht, aber wir arbeiten dran,“ schmunzelt der Schmied. Für das Kettenglied, das Nicki zusammen mit dem freundlichen Helfer aus dem Museum zusammengeschweißt hat, bekommt er sogar eine Urkunde.

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Kettenschmiedemuseum Fröndenberg fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Kettenschmiedemuseum Fröndenberg
Im Landschaftspark Ruhrufer
Ruhrstraße 12
58793 Fröndenberg/Ruhr
www.kulturzentrum.ruhr/kettenschmiedemuseum

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Förderverein Kulturzentrum Fröndenberg e. V. bei der Restaurierung des Maschinenbestandes für die Kettenherstellung und bei der Einrichtung eines Medienraumes unterstützt.

Der Rheinsprung

Kaiserpfalz, Düsseldorf-Kaiserswerth

Kennst du die Geschichte vom „Rheinsprung“ Heinrichs des Vierten?

Heinrich lebte im 11. Jahrhundert. Er wurde bereits im Alter von vier Jahren im Aachener Dom zum König gekrönt. Als Heinrich sechs Jahre alt war starb sein Vater Kaiser Heinrich der Dritte. Bis der kleine Heinrich alt genug sein würde, führte seine Mutter Agnes deshalb die Regierungsgeschäfte. Nach dem Osterfest im Jahr 1062 – Heinrich war 12 Jahre alt – besuchte der kleine König mit seiner Mutter die Pfalz von St. Switsbertswerth, dem heutigen Kaiserswerth. Zur gleichen Zeit war auch der Erzbischof Anno von Köln da. Unter einem Vorwand lockte er den Jungen auf ein Boot, um ihn zu entführen. Doch Heinrich sprang mutig ins Wasser um dem Erzbischof zu entkommen. Annos Männer fischten ihn jedoch wieder heraus und so musste Heinrich mit dem Erzbischof gehen.

Warum der Erzbischof Heinrich damals entführt hat, weiß man nicht genau. Vielleicht wollte er die Macht des Königs an sich reißen. Denn als Vormund durfte er nun statt Mutter Agnes die Regierungsgeschäfte leiten. Berühmt ist die Kaiserpfalz jedenfalls bis heute. Die Mauern direkt am Rhein kannst du dir noch heute anschauen. Vielleicht entdeckst du ja die Stelle, an der Heinrich ins Wasser sprang?

Eine Insel auf dem Festland

Dicke Mauern, ein trutziger Bergfried, knarzende Zugbrücken, mächtige Treppenaufgänge aus Stein, und in den Gassen wimmelt es von geschäftigen Händlern, Burgfräulein, Edelmännern. Farbenprächtig und lärmend ist das Leben in der Kaiserpfalz. Plötzlich ertönen Fanfaren! Neugierig scharen sich die Leute am Straßenrand, unter ihnen auch Nicki, Nina und Klaus. Auch sie wollen einen Blick auf den mächtigen Kaiser Barbarossa werfen, der mit seinem großen Gefolge einige Tage in der Pfalz Hof halten wird. Nachdem der Kaiser auf dem stattlichen Schlachtross vorbeigeritten ist, flitzt Nicki los. Er will sich unbedingt die Wehrmauer anschauen. „Wo willst du denn jetzt wieder hin?“, stöhnt Nina und hechtet hinter dem flinken Eichhörnchen her.  Als Nina und Klaus auf der Wehrmauer ankommen sind sie völlig aus der Puste. „Strahhhtehhhgisch, puh, gut geehhhhlehhhgen,“ keucht Nina. „Ja“, quakt Klaus zufrieden, „so nah am Wasser.“ „Stimmt“, sagt Nina, die inzwischen nicht mehr nach Luft schnappt. „Außerdem treffen hier zwei bedeutende Handelswege aufeinander – der Hellweg und die römische Handelsstraße zwischen Neuss und Xanten.“

„Deswegen auch so ein Trubel auf dem Marktplatz!“ Nicki will weiter und hüpft schon wieder ungeduldig die Stufen zum Platz herunter. „Schade, hast du nicht gesagt wir gehen heute auf eine Kaiserinsel?“, Nicki lässt vor Enttäuschung den Schwanz hängen. „Tun wir doch auch. Kaiserswerth ist der älteste Stadtteil Düsseldorfs. Sein Name setzt sich aus zwei Worten zusammen: „Kaiser“, weil früher die Kaiser hier gelebt haben und „Werth“ ist ein alter Name für „Insel“. Denn vor mehr als 800 Jahren lag die Pfalz auf einer Insel mitten im Rhein. Gut geschützt vor Feinden. Doch ein schlauer Krieger ließ Dämme bauen, die das Rheinwasser auf der einen Seite stauten. Auf der anderen Seite des Damms sammelte sich viel Erde an. Jetzt konnte die Pfalz trockenen Fußes erreicht werden. Und so ist es diesem kriegerischen Schachzug zu verdanken, dass die ehemalige Insel heute mit dem Festland verbunden ist.“ belehrt Nina ihn. „Na schön“, gibt Nicki sich geschlagen, „aber bei unserer nächsten Tour wollen Klaus und ich baden!“

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Kaiserpfalz fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann dort.

Wo?

Kaiserpfalz

Burgallee

40489 Düsseldorf-Kaiserswerth

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben dabei geholfen, Info-Tafeln aufzustellen, die dir die Geschichte der Pfalz erklären. Außerdem kannst du dank ihnen die alte Pfalz auf einem Modell aus Bronze anschauen und ertasten.

Das geschnitzte Haus von Lemgo

Junkerhaus, Lemgo

Das Junkerhaus in Lemgo ist etwas ganz Besonderes. Es wurde nach dem Künstler Karl Junker benannt, der darin gewohnt hat. Über 20 Jahre hat er damit zugebracht sein Haus zu verschönern. Aber er hat nicht etwa nur die Wände gestrichen und neue Möbel gebaut. Nein – Karl Junker hat zuerst sein ganzes Haus von außen mit Kunstwerken versehen. Dazu hat er viele kleine Kunstwerke aus Holz geschnitzt und bunt angemalt. Später hat er auch überall im Haus Schnitzereien angebracht. Auch viele Möbel hat er aus Holz selbst hergestellt und bunt geschmückt.

In Lemgo kannst du das ungewöhnliche Haus und die Kunstwerke von Karl Junker bestaunen. Außerdem gibt es ein Museum, in dem du mehr über das Leben von Karl und über seine Kunst erfährst.

 

Das geschnitzte Haus von Lemgo

Mit offenem Mund bleiben Nicki und Nina vor einem Haus an der Hamelner Straße in Lemgo stehen. „Das sieht ja aus wie im Märchen“, ruft Nina erstaunt. Auf einem kleinen Hügel zwischen zwei Wohnhäusern steht das knorrige Junkerhaus mit der bunt bemalten Holzverkleidung. „Kommt mit, ich zeige euch, was an diesem Haus so besonders ist“, lädt der Museumsleiter sie ein. „Das sehe ich ja schon“, platzt es aus Nicki heraus, „das ist alles aus Holz!“ „Wer wohnt denn in so einem komischen Haus? Ein Zauberer oder die sieben Zwerge?“, denkt Nina laut nach. Der Museumsleiter lacht: „Nein, nein, hier hat ein ganz normaler Mensch gewohnt. Der Künstler Karl Junker. Weil er allein und zurückgezogen gelebt hat, hielten ihn viele allerdings für einen Sonderling.“

Karl Junker hat die letzten 20 Jahre seines Lebens von 1891 bis 1912 damit zugebracht, sein Fachwerkhaus mit Schnitzwerk und Farbe zu verzieren – zuerst von außen und dann von innen. Er ließ auch Besucher herein, die seine Kunstwerke besichtigen durften. Die Decken und Wände vertäfelte Junker mit Holz. Er verschönerte jede Fläche, jeden Winkel und jedes Möbelstück mit farbigen Schnitzereien. „Achtet mal auf die vielen Flächen und ihre Muster mit Leisten, Knubbeln und Klötzchen“, sagt der Museumsleiter. Er deutet auf eine Stelle an der Wand. „Wenn ihr genau hinschaut, fällt euch sicher auf, dass bei Junker immer alles symmetrisch, das heißt spiegelbildlich ist.“ Nicki staunt und stellt fest: „Kein Wunder, dass er keine Zeit hatte, andere Leute zu treffen. Mit der Arbeit hier hatte er ja auch genug zu tun.“

„Huch!“, erschreckt sich Nina. Sie steht im Eingangsbereich im Erdgeschoss. „Fällt hier gleich die Decke runter?“ „Quatsch“ ruft Nicki. Er schaut vergnügt auf die Verzierung aus vielen Holzleisten. „Das sieht doch aus wie ein Baum ohne Blätter – hier gefällt es mir.“ „Oh, ich habe noch etwas entdeckt“, jubelt Nicki. Er zeigt auf ein geheimnisvolles Bild an der Wand. Nicki ist die Treppe hinaufgeflitzt. Nina beeilt sich, ihm über die knarrenden Stufen zu folgen. „Komisch“, wundert sich Nicki, „Karl Junker hat hier allein gelebt. Trotzdem hat er ein Kinderzimmer gebaut?“ „Bestimmt hat er sich eine Familie gewünscht“, vermutet Nina. Nicki fällt ein kleiner Stuhl in der Ecke auf. „Der sieht aber nicht bequem aus“, sagt er und rümpft die Nase. „Der hat ja ein Loch in der Mitte.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Museum Junkerhaus fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in dem Museum.

Wo?

Museum Junkerhaus

Hamelner Straße 36

32657 Lemgo

Tel.: 05261 / 667695

www.junkerhaus.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Verein Alt Lemgo bei der Instandsetzung und Restaurierung des Junkerhauses unterstützt.

Expedition zum hungrigen See

Infozentrum Krickenbecker Seen, Nettetal

Kannst du ein Teichhuhn am gackern erkennen?

Weißt du was ein BAT-Detektor ist?

Dies und mehr erfährst du im Infozentrum Krickenbecker Seen. Gleich vier große Seen, Sumpfgebiete, Wiesen und Wälder liegen rund um das Zentrum. An einem Computer kannst du spannende Infos zu heimischen Vögeln und Fledermäusen abrufen und im Hörraum kannst du rätseln, welches Geräusch zu welchem Tier gehört.

Mit so viel Wissen im Gepäck kannst du anschließend das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen direkt auf eigene Faust erkunden.

Expedition zum hungrigen See

„Nicht ein See, nicht zwei Seen – gleich vier große Seen“, ruft Nicki begeistert, als er sich die große Wanderkarte am Infozentrum Krickenbecker Seen ansieht. „Und zwischendrin immer Wald und Hügel. Einfach klasse“, ergänzt Nina. „Schau mal, da vorne geht ein Steg in den See.“ Nicki flitzt über die Metallbohlen und lehnt sich gegen das Geländer. „Da vorne sehe ich schon einen Vogel“, jubelt er. „Huch, jetzt ist er weg. Wie vom Teich verschluckt. Was war das denn?“ Nina lacht: „Vom Teich verschluckt passt schon. Sieh mal weiter auf das Wasser.“ „Da ist er ja wieder“, ruft Nicki. Nina liest auf den Tafeln am Geländer. „Das ist ein Haubentaucher, Nicki“, sagt sie. „Der kann bis zu einer Minute unter Wasser bleiben. Du erkennst ihn am besten an seiner Federhaube, die ein bisschen aussieht wie eine Krone. Wenn du ein Fernglas benutzt, kannst du noch mehr erkennen.“ Nina wird auf einen Vogel am Ufer aufmerksam. „Wer stakst denn da herum?“, will sie wissen, doch Nicki hat das Infoschild schneller gefunden als sie. „Das ist ein Blässhuhn“, antwortet er. „Es gibt hier aber auch noch Teichhühner.“

Im Infozentrum steuern die beiden auf ein großes Aquarium zu. Kleine, längliche Tiere huschen im flachen Wasser herum. „Sind das Eidechsen?“, fragt Nina. „Die sehen aber glitschig aus.“ In dem Moment hüpft Klaus aus ihrer Tasche und knallt gegen die Scheibe des Beckens. „Netter Versuch, Klaus“, sagt Nicki, „aber die bleiben wohl lieber unter sich.“ Rumms. Es wird stockdunkel, als die Tür des kleinen Raumes hinter Nicki und Nina zufällt. Die beiden lauschen angestrengt in die Dunkelheit. Ein lautes Röhren durchbricht die Stille. Nicki zuckt zusammen: „Was war das denn? Ein Geist?!“ „Quatsch! Horch doch mal genauer“, sagt Nina. „Ich glaube, das ist ein Hirsch.“ Als Nächstes geht es für Nicki und Nina in die Gruselecke. Warum sie so heißt, kannst du selbst herausfinden. Nicki steht jedenfalls das Fell zu Berge und er will schleunigst nach draußen. „Prima Idee“, sagt Nina, „dann können wir ja jetzt noch eine kleine Wanderung machen.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Infozentrum Krickenbecker Seen fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in dem Infozentrum.

Wo?

Infozentrum Krickenbecker Seen

Krickenbecker Allee 36

41334 Nettetal-Hombergen (direkt an den Krickenbecker Seen gelegen)

Tel.: 02153 / 912909

www.bsks.de/infozentrum.html

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Umbau des Informationszentrums finanziell unterstützt.

Ein „hammerhartes“ Museum

Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer, Leverkusen

Ratternde Hämmer, fauchende Öfen und glühender Stahl – was sich zuerst ganz schön beängstigend anhört ist in Wirklichkeit gar nicht gefährlich: die Schmiedehalle der ehemaligen Sensenfabrik in Leverkusen. Obwohl hier seit 1987 nicht mehr produziert wird, kannst du im Industriemuseum der alten Fabrik Freudenthaler Sensenhammer beobachten, wie aus unscheinbaren Stahlstangen Messer und Schneidgeräte wie Sensen und Sicheln werden. Über 30 Arbeitsschritte brauchten die Mitarbeiter in der Fabrik dafür.

Heute darfst du ihnen über die Schulter schauen. Erfahre, wie Stahl zum Glühen gebracht wird, wie der Schmied eine Sichel formt und wie in den Händen der Schleifer Metall messerscharf wird.

Ein „hammerhartes“ Museum

„Schau mal, Nina“, sagt Nicki. Er zeigt auf einen Schaukasten im Freudenthaler Sensenhammer. „Die älteste Sichel der Welt ist 5700 Jahre alt. Das ist lange her. Da gab es wahrscheinlich noch nicht mal Eichhörnchen“, staunt er. Aber Nina hört Nicki gar nicht. Sie ist im nächsten Raum und steht vor dem lebensgroßen Foto von Maria Fiorentino. Nina erzählt Nicki begeistert von der Italienerin. Außer Maria hat nie eine andere Frau in der Sensenfabrik gearbeitet. „Das wäre toll, wenn Maria jetzt hier wäre. Die könnte uns das alles hier erklären“, träumt sie vor sich hin. „Das kann ich gerne machen“, hören die beiden eine Frauenstimme sagen.

Als sie sich umdrehen, steht plötzlich Maria vor ihnen. „Ich wohne noch in einem der Nachbarhäuser“, erzählt sie. „Natürlich arbeite ich nicht mehr hier, aber für euch mache ich eine Ausnahme.“ „Was ist der Unterschied zwischen einer Sense und einer Sichel?“, fragt Nina. „Eine Sense hat eine große Klinge und einen langen Griff“, erklärt Maria. „Die haben früher Rasenmäher und Mähdrescher ersetzt, oder?“, fragt Nicki. Richtig, Nicki. Die Klinge einer Sichel dagegen ist stark gebogen, fast wie ein Halbkreis. Und der Griff ist kurz. Mit ihr wurden kleinere Mengen Heu oder Gras geschnitten.

In der Fabrikhalle will Nina wissen, woraus Sensen und Sicheln gemacht werden. „Aus einem solchen Stück Eisen, das wird Bröckel genannt“, erklärt Maria. Sie zeigt den beiden einen Metallbarren. „Um die Bröckel zu bearbeiten, wurden sie in einem kleinen Ofen erhitzt – so lange, bis sie rot glühten“, erzählt sie. „Hast du darin für deine Kollegen auch Pizza gebacken?“, fragt Nicki mit einem Blick auf den Ofen. „Eine schöne Idee“, sagt Maria und lacht, „aber dazu war der Ofen viel zu heiß, Pizza wäre sofort verbrannt.“

„Hier habe ich gearbeitet“, sagt Maria in der Schleiferei. „Hier wurden die Sicheln geschliffen. Und nebenan“, sagt sie und führt Nicki und Nina in die Poliererei, „da wurden die Klingen mit den Polierscheiben bearbeitet. Dann sahen sie schöner aus und haben geglänzt.“ „Womit habt ihr die Klingen denn poliert?“, fragt Nina. „Ratet doch mal“, sagt Maria. Sie gibt beiden eine Polierscheibe in die Hand. „Die sind ja ganz weich“, sagt Nicki erstaunt. „Nicht so weich wie mein Fell“, fügt er hinzu, „aber schon sehr weich.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Industriemuseum

Freudenthaler Sensenhammer

Freudenthal 68

51375 Leverkusen

Tel.: 0214 / 5007268

www.sensenhammer.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Förderverein Freundenthaler Sensenhammer bei der Einrichtung des Industriemuseums unterstützt.

Es klappert der Storch

Ausflug ins Westfälische Storchenmuseum, Petershagen

Wollt ihr ein bewohntes Storchennest im Freien sehen?
Wisst ihr, warum Storchenknochen leichter sind als die der Säugetiere?
Und was auf den Ringen steht, die die Störche am Bein haben?

Dies und mehr erfahrt und erlebt ihr im Storchenmuseum in Petershagen. Im Dachgeschoss eines restaurierten Fachwerkhauses lernt ihr viel Spannendes, Interessantes und Lustiges zum Thema Storch.

Und nach dem Besuch des Museums könnt ihr nach einem kurzen Fußmarsch zur Weser das große Storchennest bestaunen, in dem in jedem Sommer ein Storchenpaar seine Jungen aufzieht.

Es klappert der Storch

Nina und Nicki stehen vor dem Haus Windheim No. 2 in Petershagen. „Das passt ja prima“, sagt Nicki. „Das Fachwerkhaus ist schwarz-weiß – genau wie die Weißstörche, die wir uns hier im Storchenmuseum anschauen wollen.“ Nina öffnet die große Holztür. Nicki flitzt die Treppe ins obere Geschoss hinauf. „Warum heißt der Weißstorch auch Klapperstorch?“, fragt Nicki ungeduldig. „Das ist leicht zu beantworten“, antwortet Nina. Sie geht mit ihm zu einer roten Wand mit vier silbernen Knöpfen. Nicki drückt sofort auf einen Knopf. Ein lautes Klappern ertönt. „Störche haben keine Stimmen“, erklärt Nina. „Sie können zwar zischen, aber eigentlich verständigen sie sich mit dem Klappern ihrer Schnäbel. So begrüßen sie sich zum Beispiel im Nest.“ Klappern kann aber nicht nur Freude, sondern auch Ärger ausdrücken. Und auch auf der Suche nach einem Partner klappert der Storch laut.

„Oh, da hängen ja Knochen“, wundert sich Nina. „Heb sie mal an“, rät ihr der Museumsleiter. „Der eine ist viel leichter als der andere“, bemerkt Nina und wiegt die weißen Knochen in ihren Händen. Der Experte nickt: „Für die langen Flüge der Störche ist es wichtig, dass ihre Knochen so leicht wie möglich sind.“ Nina hat gehört, dass Störche weite Strecken bis in ihre Winterquartiere zurücklegen. „Auch die 30 Paare, die bei uns im Kreis Minden-Lübbecke brüten, ziehen jeden Winter Richtung Süden“, erzählt der Museumsleiter. „Bis wohin fliegen die Störche denn?“, will Nina wissen. „Viele fliegen bis nach West- und Südafrika. Wir haben den Störchen Ringe an den Beinen befestigt. So können wir feststellen, dass es sich um einen „unserer Störche“ handelt, wenn ein Storch aus unserer Region woanders gefunden wird“, antwortet der Storchenexperte. Er erzählt den beiden, dass ein Storch aus der Region mit einem Pfeil in Mali in Afrika abgeschossen wurde.

Nicki steht naserümpfend vor einem Eimer, der randvoll mit toten Tieren gefüllt ist. „Das frisst der Storch also alles, Insekten, Regenwürmer und – Klaus, hör jetzt mal besser weg – Frösche.“ „Der Weißstorch frisst aber auch größere Tiere wie Mäuse, Eidechsen und Schlangen“, ergänzt der Museumsleiter. „Er schlingt alles mit einem Happs runter, ohne zu kauen.“ „Wollt ihr ein bewohntes Storchennest im Freien sehen?“, fragt der Museumsleiter. Nicki und Nina nicken begeistert. „Dann lauft mal den Pattweg runter zur Fähre. Ihr findet ihn direkt gegenüber dem Eingang.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Westfälischen Storchenmuseum fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in dem Museum.

Wo?

Westfälisches Storchenmuseum
Haus Windheim No. 2
Im Grund 4
32469 Petershagen
Tel.: 05705 / 958580
und 05705 / 144643
www.stoerche-minden-luebbecke.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben geholfen, das 300 Jahre alte Fachwerkhaus in Petershagen zu restaurieren, in dem das Storchenmuseum untergebracht ist. Seit 1986 haben sie außerdem über 450 Hektar Feuchtwiesen an Weser und Bastau erworben, damit Weißstörche und andere Wildtiere dort Schutz und Nahrung finden.

Zu Besuch bei den Hoeschianern

Hoesch-Museum, Dortmund

Weißt du was ein „toter Mann“, eine „Ofensau“ oder ein „Hoeschianer“ ist?

In Dortmund im Hoesch-Museum bekommst du die Antwort. Außerdem erfährst du hier, wie aus Erz erst Eisen und dann Stahl wird, was Autos und Brücken damit zu tun haben und warum die ehemalige Stahlfabrik Hoesch so wichtig für die Dortmunder ist. Im multimedialen Erlebnis-Raum bist du dann der Chef! Mithilfe von 3D-Technik wirst du in ein modernes Stahlwerk versetzt, das du selbst steuern kannst.

Also, worauf wartest du? Entdecker-Info ausdrucken, Schutzhelm aufziehen und los geht’s ins Hoesch-Museum in Dortmund. Ob du am Ende ein waschechter „Hoeschianer“ wirst?

Halbe Autos und ein Helm mit Haaren

„Hoesch-Museum“ liest Nicki von einem dicken rostigen Stahlblock ab, vor dem er mit Nina steht. „Was ist das, ein Hoesch?“, fragt Nicki. Nina zuckt die Achseln. Da schwingt der Stahlblock zur Seite und gibt den Eingang frei. In dem steht ein Museumswärter. „Hoesch war eine große Firma, die Stahl hergestellt hat“, erklärt er den beiden. „Auf dem Gelände hier haben früher 17.000 Arbeiter gearbeitet. Drinnen erfahrt ihr alles über Hoesch und Stahl.“ „Ruft die Polizei!“, schreit Nicki im Museum plötzlich aufgeregt. „Was ist denn los?“, fragt Nina. „Da hat jemand ein Auto einfach in der Mitte durchgesägt“, sagt Nicki atemlos. „Meinst du unseren Porsche da vorne?“, fragt der Museumswärter. „Das waren wir selbst. Daran kannst du sehen, was man aus Stahl alles machen kann. In diesem Wagen sind viele verschiedene Stahlsorten“, erklärt er.

„Ich dachte immer, es gibt nur einen Stahl“, sagt Nicki. „Oh nein“, antwortet Nina, „es gibt 2000 Stahlsorten. Aus denen baut man Autos, Schiffe, Flugzeuge, Hochhäuser und vieles mehr.“ „Wie macht man denn Stahl?“, fragt sich Nina. In dem Museum lernt sie, dass dazu vor allem Eisenerz benötigt wird. Das wird in Bergstollen abgebaut und es gibt viele verschiedene Eisenerze auf der ganzen Welt. Und jedes Eisenerz hat eine unterschiedliche Qualität. „Schau mal“, sagt sie zu Nicki, „hier siehst du eine Auswahl an Erzen, die bei Hoesch verhüttet wurden.“ Nicki stutzt: „Die haben Hütten daraus gebaut?“ Nina lacht: „Nein, verhütten nennt man es, wenn man das Erz verarbeitet.“

Ein paar Meter weiter bleibt Nicki an einem Gestell mit zwei großen Stahllöffeln und einer Stahlkugel stehen. Damit haben die Arbeiter Proben des heißen Stahls genommen und die Qualität getestet. „Die sind bestimmt schwer“, quakt Klaus. „Ach was“, prahlt Nicki, „den hebe ich mit links hoch.“ Nach fünf Minuten gibt er völlig entkräftet auf. Nina kann sich vor Lachen kaum halten. Im nächsten Raum hat Nicki wieder etwas zu lachen. „Die Hoesch-Leute waren wirklich Spaßvögel“, ruft er. „Die haben für Karneval einen Helm mit Haaren gebastelt.“ „Einen Karnevalsverein gab es in der Fabrik zwar auch“, sagt der Museumsführer, „aber mit dem Helm ist etwas anderes passiert.“

Entdecker-Info

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Wo?

Hoesch-Museum

Eberhardstr. 12

44145 Dortmund

Tel.: 0231 / 8445856

Web: www.dortmunder-museen.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Förderverein „Freunde des Hoesch-Museums e. V.“ bei der Einrichtung des Museums unterstützt.

Kein Zuckerschlecken am Zuckertimpen

Historisches Mietshaus Zuckertimpen 4, Warendorf

Kannst du dir vorstellen, wie eine Arbeiter-Familie im Jahr 1925 gelebt hat? Nein? Dann begib dich auf die Reise nach Warendorf zum Zuckertimpen 4 und tauche ein in die Welt zweier Familien, die mit neun Personen auf engsten Raum zusammengelebt haben. Es gab noch keinen Strom und fließend Wasser.

Das „Gadem“ in Warendorf – so nannte man diese kleinen Mietshäuschen früher – sieht genauso aus wie zu der Zeit, als die Familie Rolf hier wohnte. Die Stühle, die Lampen, das Geschirr und die Kleider – alles stammt aus der Zeit um 1920. Man kann sich ganz genau vorstellen, wie der Alltag der Bewohner ausgesehen hat. Das Haus wurde von wohlhabenden Bürgern gebaut und bis ins frühe 20. Jahrhundert an arme Leute wie Tagelöhner oder Tuchmacher vermietet.

Dich erwartet ein spannender Rundgang durch ein um die 350 Jahre altes Fachwerkhaus.

Kein Zuckerschlecken am Zuckertimpen

„Vielen Dank für die Einladung!“ Nicki, Nina und Klaus sitzen mit Familie Rolf um den Holztisch in der Diele. In der Suppenterrine dampft der Graupeneintopf. Neben jedem Teller liegt ein trockenes Stück Brot. „Guten Appetit“, wünscht der Kutscher Heinrich. Alle langen kräftig zu. „Hmm, schmeckt die Suppe gut!“, sagt Nina und ist erstaunt, dass sie noch nie zuvor Graupeneintopf gegessen hat. „Wir essen ganz oft Graupeneintopf, da er satt macht und nicht teuer ist“, antwortet der Kutscher. Da klopft es an der Tür und der Lokomotivputzer August kommt herein. „Lasst euch nicht stören“, ruft er und verschwindet schnell in der Stube, die die Rolfs an ihn und seine Familie vermietet haben.

„Mit neun Personen unter einem Dach ist es in unserem Haus zwar eng, aber die Mieteinnahmen als kleiner Nebenverdienst bessern mein Gehalt, das ich für die Ernährung meiner Familie brauche, etwas auf“, erklärt der Kutscher. Leise flüstert Nicki Nina ins Ohr: „Wusstest du nicht, dass Häuser zur Jahrhundertwende oft von reichen Bürgern gebaut wurden und sich die ärmeren Leute dann den Mietraum geteilt haben, damit sie ihn sich leisten konnten?“ Trotzdem muss die Familie, wie viele andere Familien auch, für ihr Essen selbst sorgen. Deswegen haben sie sich im Hinterhof ein kleines Gemüsebeet angelegt.

„Wo ist denn die Toilette?“, fragt Nina, und staunt nicht schlecht, als sie nach dem Essen vom Kutscher Heinrich in den Hof des Hauses geführt wird. „Das ist ja ein Plumpsklo!“, ruft sie entsetzt. Nicki steht daneben und lacht: „Pass bloß auf, dass du nicht hineinfällst!“ Klaus hüpft lieber schnell ins Gemüsebeet. Ein Plumpsklo, das findet er ganz schön unheimlich. „Leicht war das Leben früher nicht“, glaubt Nina. „Kein fließendes Wasser, kein Strom und keine Süßigkeiten. Jeden Tag von früh bis spät arbeiten, und abends musste auch noch Holz fürs Feuer gehackt werden …“ Die beiden sind froh, als sie wieder in der Gegenwart angekommen sind. Doch sie sind stolz, dass sie so viel gelernt haben über das Leben einer Familie um 1920.

Entdecker-Info

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Wo?
Historisches Mietshaus
Zuckertimpen 4
48231 Warendorf
Tel.: 02581 / 634439
www.altstadtfreunde-warendorf.de

Was macht Nicki hier?
Nicki und die NRW-Stiftung haben dem Heimatverein und den Altstadtfreunden Warendorf geholfen, das alte Fachwerkhaus zu renovieren.

In der Höhle ist der Bär los

Heinrichshöhle, Hemer

Tief unter der Erde ganz in der Nähe des Balver Waldes verbirgt sich eine fantastische Märchenlandschaft. Geheimnisvolle Gänge schlängeln sich durch zerklüftete Felsen, vorbei an tiefen Spalten. Aus dem Boden und von der Decke wachsen riesige Tropfsteine in merkwürdigen Formen. Vor vielen tausend Jahren während der Eiszeit lebte hier ein großer Höhlenbär, der Heinrich hieß. Nach ihm ist die Heinrichshöhle in Hemer benannt.

Bei einer Wanderung durch die Tropfsteinhöhle kannst du dir sein Gerippe mit den mächtigen Tatzen und großen Backenzähnen ansehen! Angst brauchst du allerdings nicht zu haben: Höhlenbären sind längst ausgestorben. Und sie haben sowieso am liebsten Pflanzen gefressen.

In der Höhle ist der Bär los

Mit einem Helm mit Lampe und einer Spitzhacke kommt Nicki vor dem Eingang der Heinrichshöhle in Hemer an. „Was hast du denn vor?“, fragt Nina erstaunt. „Ich dachte, wir entdecken heute eine Höhle. Wir wagen uns in finstere Tiefen vor, die noch kein Eichhörnchen betreten hat.“ „Da muss ich dich enttäuschen. Das geht hier nicht“, sagt einer der Höhlenführer. „Wir dürfen nur auf den sicheren Wegen für Besucher gehen. Aber das ist schon spannend genug.“

In der Tropfsteinhöhle reibt sich Nina die Arme. „Puh, das ist aber kalt hier.“ „Oder warm“, sagt der Höhlenführer, „je nachdem zu welcher Jahreszeit ihr hier seid. Denn egal ob es draußen heiß ist oder friert – in der Höhle haben wir immer etwa zehn Grad.“ Nicki friert dank seines Fells sowieso nicht. Er schaut sich schon die Tropfsteine an. „Die sehen ja alle ganz unterschiedlich aus“, bemerkt er. „Und manche erinnern mich an Bäume oder Figuren. Hm“, denkt Nicki laut, „ob es auch einen Tropfstein in Nicki-Form gibt?“

Wie schnell wächst so ein Tropfstein denn? So schnell wie wir?“, fragt Nicki. „Nein“, antwortet Nina, „das dauert ganz, ganz lange. Für einen Meter braucht ein Tropfstein etwa 10.000 Jahre.“ „Dann sind die beiden hier ja schon uralt“, staunt Nicki und deutet auf einen besonders hohen und einen dicken Tropfstein. Nicki ist immer noch auf der Suche nach einem Eichhörnchen-Tropfstein. Da kommt Nina plötzlich mit einem panischen Schrei um die Ecke gelaufen. „Da hinten ist ein Höhlenmonster!“, ruft sie. „Ein was?“, fragt Nicki. „Ein Höhlenmonster!“, wiederholt Nina. „Ein grauenhaftes Skelett mit großen Zähnen.“

„Ach das“, sagt der Höhlenführer und führt die beiden zu der Glasvitrine mit dem Skelett. „Das ist Heinrich, unser Höhlenbär. Vor dem brauchst du keine Angst zu haben, der ist seit 40.000 Jahren tot.“ „Habt ihr den hier gefunden?“, fragt Nicki. „Ja, aber nicht in einem Stück“, erzählt der Höhlenführer. „Wir haben das Skelett mühsam aus den Knochen vieler verschiedener Tiere zusammengesetzt, die hier gefunden wurden.“ „Hat der sich nicht gerade bewegt?“, fragt Nina, die immer noch ein wenig zittert.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Höhlen- und Karstkundlichen Infozentrum (HIZ) an der Heinrichshöhle fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Infozentrum.

Wo?

Höhlen- und Karstkundliches Infozentrum

(HIZ) an der Heinrichshöhle

Felsenmeerstr. 7

58675 Hemer-Sundwig

Tel.: 02372 / 61549

www.hiz-hemer.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben das Höhlen- und Karstkundliche Informationszentrum (HIZ) in Hemer dabei unterstützt die Heinrichshöhle auszustatten und das Bärenskeletts zu restaurieren.

 

Rosarote Besucher im Moor

Ausflug ins Zwillbrocker Venn, Vreden

Blaue Frösche und rosa Vögel – im Zwillbrocker Venn gibt es das ganze Jahr spannende Tiere und Pflanzen zu entdecken. Auf verschlungenen Pfaden gelangst du zu Moorschnucken, Wasserläufern, Libellen, Lachmöwen, Flamingos und Igeln. Weißt du eigentlich, warum Flamingos rosa sind? Sie fressen Plankton. Das besteht aus winzig kleinen Lebewesen, die einen roten Farbstoff enthalten und so die Federn der Flamingos rosa färben.

Die Biostation Zwillbrocker Venn bietet für Forscher und Entdecker Venn-Geheimnis-Touren an, bei denen Ranger dir die Brutplätze der Vögel zeigen. Auf der Webseite der Biostation findest du noch mehr Angebote für Kinder und Schulklassen. Wenn du auf eigene Faust losziehen willst, solltest du dir vorher unbedingt die Entdecker-Info ausdrucken.

Rosarote Besucher im Moor

„Da, ein Flamingo, zwei Flamingos, ganz viele Flamingos!“, ruft Nina aufgeregt. Sie steht auf einer Aussichtskanzel und schaut auf den See im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn. „Quatsch, Flamingos gibt es bei uns nur im Zoo. Das sind bestimmt verkleidete Schwäne oder so“, feixt Nicki. „Dann schau halt selbst“, sagt Nina und reicht Nicki das Fernglas. „Siehst du“, sagt der sofort, „ich hab’s doch gewusst, da sind kei… Warte mal, da sind ja wirklich Flamingos … echte … ganz rosa und ganz viele. Was machen die hier, wo kommen die her?“, ruft Nicki und hüpft begeistert auf und ab. „Die sind ursprünglich aus Zoos geflohen“, weiß Nina. „Komm, wir gehen in die Biologische Station Zwillbrock, da erfahren wir noch mehr.“

In der Station sind Nicki und Nina ganz begeistert. „Hier steht, dass die Flamingos hier brüten, weil es in den Gewässern im Venn winzig kleine Lebewesen gibt. Die heißen Plankton und das ist das Leibgericht von Flamingos“, liest Nina vor. „Und weil dieses Plankton rote Farbstoffe hat, werden die Federn rosa.“ Nicki schaut leicht verwirrt: „Wenn ich Plankton essen würde, wäre mein Fell dann auch rosa?“ „Eher nicht, Nicki, aber lustig sähe es schon aus.“ Als Nicki eine weitere Frage stellen will, fällt ihm plötzlich ein meckerndes Lachen auf. „Hey, wer lacht mich da aus? Ich hab doch noch gar nichts gesagt.“ Empört schaut sich das Eichhörnchen um, bis eine Mitarbeiterin der Station ihn beruhigt: „Das kommt vom Tonband, es ist das Geschrei der Lachmöwen“, sagt sie. „Jedes Jahr im Sommer brüten bis zu 4000 Paare hier im Venn. Stellt euch mal vor, was das dann für ein Lärm ist.“

Auf der Infotafel steht, dass die Möwen nicht das ganze Jahr im Venn sind. Nach der Brutzeit ziehen sie in wärmere Gebiete. „Jedes Jahr zwei Mal umziehen?“, sagt Nicki und zieht die Augenbrauen hoch, „das wäre mir zu anstrengend.“ „Das machen aber ganz viele Vögel“, erklärt ihm Nina. „Nicht, weil es ihnen hier zu kalt ist, sondern weil sie nicht genügend Futter finden. Für andere Tiere wie die Pfeifente allerdings ist es hier im Winter genau richtig.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Zwillbrocker Venn fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann in der Biologischen Station.

Wo?
Biologische Station Zwillbrock e.V.
Zwillbrock 10
48691 Vreden
Tel.: 02564 / 98600
www.bszwillbrock.de

Was macht Nicki hier?
Nicki und die NRW-Stiftung haben Gebiete für den Schutz der Natur erworben, die von der Biologischen Station betreut werden. Außerdem haben sie die Station dabei unterstützt, ihre Räume auszubauen und eine Dauerausstellung einzurichten.