Schwarzes Gold

Was lagert viele Tausend Meter tief unter der Erde, ist schwarz und glänzend? Die Steinkohle. Ich erkläre dir, was Steinkohle ist, wofur sie gebraucht wird und wer sie ans Tageslicht bringt.

Steinkohle entstand vor etwa 300 Millionen Jahren. Damals sind Pflanzen abgestorben und haben sich zersetzt. Da sie im Sumpfboden versanken, bekamen sie keine Luft, so entstand Torf. Mit den Jahren wurde der Torf unter dem Druck der oberen Bodenschichten erst zu Braunkohle und später dann zu Steinkohle. Steinkohle ist schwarz und sehr wertvoll, da sie viel Energie zur Stromerzeugung enthält. Aus diesem Grund nennt man sie auch „schwarzes Gold“.

Der Kohlenpott

Besonders das Ruhrgebiet ist für den Abbau von Steinkohle bekannt und wird daher auch Kohlenpott genannt. Seit 2018 sind allerdings alle Bergwerke in NRW geschlossen. Es wird keine Steinkohle mehr abgebaut.

Ende der Steinkohle

Steinkohle wird hauptsächlich zur Stromerzeugung genutzt. Dazu wird die Kohle verbrannt. Das ist aber sehr schlecht für unser Klima. Zudem ist die abgebaute Kohle aus Deutschland sehr teuer und kann aus anderen Ländern billiger eingekauft werden.
Daher baut Deutschland seit 2018 keine Steinkohle mehr ab und die Zechen in NRW werden geschlossen. Um weiterhin genügend Strom zu erzeugen, werden in Deutschland die sogenannten „Erneuerbaren Energien“ ausgebaut. Das sind Anlagen, die aus der Kraft von Wasser, Wind und Sonne Energie gewinnen.

Tierische Exoten

Diese Tiere kamen aus anderen Ländern zu uns.

Waschbär: frecher Räuber

Vor knapp 100 Jahren ist der Waschbär mit Pelzhändlern aus Nordamerika nach Europa gekommen und hier verwildert. Mittlerweile lebt er in ganz Deutschland. Obwohl sie so putzig aussehen, sind Waschbären freche Räuber und können heimischen Tieren gefährlich werden: Sie fressen seltene Frösche und Kröten oder belegen Höhlen von Eulen und Fledermäusen, sodass diese sich dort nicht mehr verstecken können.

Flamingo: farbenfroher Exot

Flamingos habt ihr sicher alle schon einmal im Zoo gesehen. Ursprünglich leben sie an Salzwasserseen in Südamerika und Afrika. Aber auch in NRW gibt es inzwischen wild lebende Flamingos: Seit 1982 bewohnt eine kleine Gruppe das Zwillbrocker Venn im Münsterland. Dort brüten sie auch jedes Jahr und ziehen ihre Jungen auf. Ihre Vorfahren sind wahrscheinlich aus Zoos entflogen. Im Winter ziehen sie meist ans niederländische Wattenmeer.

Streifenhörnchen: Nager mit „Rallyestreifen“

Nickis gestreifte Verwandte haben ihre Heimat eigentlich in Nordamerika und Ostasien. In Deutschland sind sie an einigen Orten aus ihren Gehegen entkommen und leben jetzt ganz in Freiheit, zum Beispiel beim Wuppertaler Zoo. Anders als unsere heimischen Eichhörnchen bauen sie keine Nester in Baumwipfeln, sondern graben Erdhöhlen, in denen sie schlafen. Da sich der Lebensraum und das Verhalten der Streifen-Backenhörnchen deutlich von Nickis Familie unterscheidet, sind sie keine Bedrohung für heimische Arten.

Kamberkrebs: gefährlicher Eindringling

Der aus Nordamerika stammende Kamberkrebs hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland ausgebreitet. Fischhändler hatten ihn nach Europa gebracht, weil man Krebse kochen und essen kann wie Fisch. Aber der Kamberkrebs überträgt die sogenannte Krebspest, eine Pilz-Krankheit, die für heimische Flusskrebse tödlich ist. Weil sich der Kamberkrebs so stark verbreitet, sind europäische Flusskrebse vielerorts ausgestorben.

Fremde Pflanzen

Welche exotischen Pflanzen gibt es in Deutschland?

Sommerflieder: süßer Siedler

Der lila blühende Sommerflieder wuchs ursprünglich nur in China und Tibet. Weil er so schön blüht, wurde er in Europa in Gärten gepflanzt. In neuerer Zeit hat er sich an Bahngleisen und in Industriegebieten angesiedelt. Seine vielen kleinen Blüten haben reichlich Nektar und locken damit Schmetterlinge an. Deshalb nennt man ihn auch Schmetterlingsstrauch. Bestimmt hast du ihn schon mal gesehen.

Herkulesstaude: Achtung, giftig!

„Giftpflanze des Jahres“ – klingt gefährlich oder? Das war die Herkulesstaude mal, die man auch Riesen-Bärenklau nennt. Erst um 1900 kam sie aus dem Kaukasus als Gartenpflanze zu uns nach Deutschland. Hier fühlt sich die bis zu drei Meter große Pflanze wohl und breitet sich deshalb schnell aus. Sie kommt häufig an Flüssen und Bächen vor und verdrängt dort heimische Pflanzen. Zudem sind alle Teile der Pflanze, besonders ihr Saft, sehr giftig. Deshalb: Nicht anfassen!

Feuer und Flamme

Hallo Kinder! Es wärmt, spendet Licht und ist gleichzeitig sehr gefährlich: das Feuer. Wie wir Menschen es schaffen, uns davor zu schützen und was genau wir damit alles machen können, das erfahrt ihr hier.

Seit wann nutzt der Mensch das Feuer?

Schon in der Steinzeit nutzten unsere Vorfahren Feuer, um zu überleben. Nach Blitzeinschlägen transportierten sie Flammen des Feuers nach Hause und bemühten sich, es so lange wie möglich brennen zu lassen. Feuerzeuge und Streichhölzer gab es nämlich noch nicht. Das Feuer veränderte das Leben der Menschen: Es spendete Wärme und Licht, die Flammen schützten vor Angriffen wilder Tiere. Die Menschen konnten im Feuer ihr Essen garen und später sogar Brot backen.

Feuer als Hilfsmittel im Naturschutz

Heute wird das Feuer in einigen Gebieten sogar gezielt im Naturschutz eingesetzt. Beim sogenannten „kontrollierten Brennen“ zünden Naturschützer einige ungenutzte Landschaften unter Aufsicht der Feuerwehr an. Hierdurch gewinnt der Boden neue Nährstoffe, die für viele Pflanzen und Tiere lebensnotwendig sind. Doch wie kann man die Gefahr des Feuers in Schach halten? Hier hat die Feuerwehr ihre Finger im Spiel: Sie legt bewässerte Schutzstreifen an, die das Feuer nicht überwinden kann.

Brachter Wald

Im Frühjahr finden solche Einsätze manchmal auch in unserer Nähe statt. Unter anderem im Naturschutzgebiet Brachter Wald sorgt die Feuerwehr für ein kontrolliertes Abbrennen der Heide. Danach können sich dort dann wieder viele seltene Tiere und Pflanzen tummeln.

Die Schaf-Computer von der Wupper

Museum Textilfabrik Wülfing, Radevormwald

Willst du sehen, wie ein Faden „auf die Folter“ gespannt wird?

Kennst du Bücher, in denen kein Wort geschrieben steht?

Die Lösung zu diesen Rätseln findest du in der Textilfabrik Wülfing in Radevormwald. Dort ist gleich eine ganze Stadt zum Museum geworden. Die Firma Johann Wülfing und Sohn hat Stoffe und Kleider hergestellt. Dabei war sie so erfolgreich, dass immer mehr Mitarbeiter gebraucht wurden. Rund um die Fabrik wurden extra Wohnhäuser, eine Arztpraxis, ein Postamt und Geschäfte für die Arbeiter und ihre Familien gebaut.

Heute kannst du die über 100 Jahre alten Gebäude und die Fabrik anschauen. Entdecker wie du dürfen im Museum sogar Sakkos, Westen und Hosen von früher anprobieren und auch die alten Maschinen funktionieren noch.

Die Schaf-Computer von der Wupper

„Das ist aber weich“, sagt Nina. Sie streicht durch einen Bausch Schafwolle. „Nicht so weich wie mein Fell“, gibt Nicki an. Er schaut sich die anderen Büschel auf den Tischen im Textilmuseum Wülfing in Radevormwald an und fragt: „Kamelhaar, Ziegenhaar, Lamahaar – was machen die bloß mit diesen ganzen Haaren?“ „Na, daraus können Stoffe gewebt werden“, erklärt Nina. „Ob man auch aus Eichhörnchenfell Stoff weben kann?“, fragt Nina und grinst zu Nicki rüber. Der geht ein wenig auf Abstand. „Lass bloß die Finger von meinem Pelz.“ „Den brauchen wir auch gar nicht“, sagt ein Museumsführer mit einem Lachen. „Hier drüben kannst du dir ein Stück Schafwolle mitnehmen.“

Nicki und Nina folgen dem Museumsführer durch die Gänge des 170 Jahre alten Backsteinbaus in die Musterweberei. Mit den alten Webstühlen wurden in der Fabrik früher alle möglichen Stoffe und Muster hergestellt. „Oh, ist hier was kaputt?“, fragt Nina. Sie zeigt auf Karten mit vielen Löchern, die an der Seite eines Webstuhls hängen. „Nein“, antwortet der Museumsführer, „das ist Absicht. Diese Lochkarten sagen der Maschine, wann sie beim Weben einen Faden anheben muss. Der Webstuhl tastet die Karte ab. Wenn er ein Loch findet, hebt er einen Faden hoch. Nur so können Muster wie Streifen oder Schriftzüge gewebt werden. Aus diesem Lochkarten-Prinzip wurde später der Computer entwickelt.“ „Dann sind das also Schaf-Computer“, wirft Nicki ein und lacht.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Johann Wülfing & Sohn Museum fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Johann Wülfing & Sohn Museum
Am Graben 4 – 6
42477 Radevormwald-Dahlerau
Tel.: 02191 / 6922851
www.wuelfing-museum.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Verein der Freunde historischer Fahrzeuge Freudenberg e.V. dabei unterstützt das Museumsgebäude zu errichten.

Ein Fachwerkhaus voll Technik

Technikmuseum, Freudenberg

Im Technikmuseum in Freudenberg kannst du nicht nur eine Runde mit der Modelldampfbahn drehen, sondern erfährst auch direkt, wie so eine Dampfmaschine überhaupt funktioniert. Aber das ist noch nicht alles: Auf dich warten alte Feuerwehrautos, riesige Uhren, eine komplette Schlossereiwerkstatt und vieles mehr.

Die Mitarbeiter des Museums können zu jedem Ausstellungsstück eine spannende Geschichte erzählen. Zum Beispiel zu dem Motorrad, mit dem der legendäre Rennfahrer Dieter Falk 1956 und 1958 die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat.

Ein Fachwerkhaus voll Technik

„Hier ist ja was los!“ Nicki und Nina sind erstaunt. Gerade sind sie in das große Fachwerkhaus in Freudenberg gekommen. Und schon stehen sie in einer alten Werkstatt. Viele große Maschinen rattern. „Wird hier etwa richtig gearbeitet?“, wundert sich Nicki. „Wir dachten, das ist ein Museum!“ Es ist auch ein Museum – voll mit alter Technik, die immer noch funktioniert. Alte Autos, eine Münzpresse, eine Druckmaschine und ein Webstuhl stehen im Museum. Die Werkstatt ist schon mehr als 100 Jahre alt.

Über Nickis und Ninas Köpfen sausen Bänder. Sie bewegen die Maschinen – eine Säge, einen Hobel, eine Fräse und einen Schmiedehammer. „So schnell kann man gar nicht gucken, wie sich alles dreht“, ruft Nicki. „Schau mal, ich weiß, warum die Maschinen laufen“, sagt Nina. Sie zeigt auf eine große Maschine neben der Werkstatt. Es ist eine alte Dampfmaschine. Nina und Nicki erfahren, dass die bereits früher an dieser Stelle stand – und zwar befand sich hier einmal eine Leimfabrik. Diese Fabrik ist längst abgerissen. Aber die Dampfmaschine gibt es noch heute. Das Museum wurde einfach drumherumgebaut.

Nicki und Nina laufen weiter durch das Museum. Im oberen Bereich sehen sie viele alte Motorräder. Nicki interessiert sich besonders für eine alte, blaue Rennmaschine. Eine große „12“ steht auf dem Lenker. „Dieter Falk“, liest Nicki auf einem Schild vor dem Motorrad. „Tatü tata, die Feuerwehr ist da“, ruft Nicki. Er hat unten in der Halle mehrere große rote Autos entdeckt. Eins davon ist ein Pumpwagen. Der wurde schon vor 125 Jahren zum Feuerlöschen gebraucht. Nicht ganz so alt ist der große Leiterwagen. „Forschungszentrum Jülich“, liest Nina auf den Türen. Wenn man die Leiter ganz ausfährt, ist sie 30 Meter lang!

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Technikmuseum Freudenberg fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Technikmuseum Freudenberg
Olper Straße 5
57258 Freudenberg
Tel.: 02734 / 8090
www.technikmuseum-freudenberg.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben den Verein der Freunde historischer Fahrzeuge Freudenberg dabei unterstützt das Museumsgebäude zu errichten.

Nicki als Himmelsstürmer

Sternwarte Bochum / Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung (IUZ)

Weißt du wer Neil Armstrong ist? Er war der erste Mensch auf dem Mond!

Er setzte am 21. Juli 1969 seinen Fuß auf die Mondoberfläche. Astronauten fliegen mit Raumfahrzeugen bis zu 450.000 Kilometer weit, um im All zu forschen. Im Weltraum gibt es keine Schwerkraft. Ohne diese Kraft, die auf der Erde dafür sorgt, dass wir mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehen, fliegen die Astronauten, Gegenstände und Flüssigkeiten einfach schwerelos im All. Deshalb benötigen sie für ihre Missionen auch eine ganz spezielle Ausrüstung und besondere Nahrung.

Wenn du den Weltraum erst mal beobachten willst, bevor du selbst zum Astronauten wirst, kannst du die Sternwarte in Bochum besuchen. Durch ein sehr starkes Fernglas – das Teleskop – kannst du jetzt schon einen Blick auf ferne Planeten werfen.

Nicki als Himmelsstürmer

 

„Ich sehe eine“, ruft Nicki begeistert und springt aufgeregt herum. „Und hier ist noch eine, und noch eine! Jetzt darf ich mir etwas wünschen.“ Er kneift seine Augen fest zu und bleibt mucksmäuschenstill stehen. Angestrengt denkt er nach, bis ein Lächeln über sein Gesicht huscht. Dann öffnet Nicki die Augen schnell wieder, um ja keine Sternschnuppe zu verpassen. Der August ist nämlich der Monat, in dem der meisten und schönsten Sternschuppen des Jahres zu sehen sind: die Perseiden. Manchmal schießen über 100 Sternschnuppen pro Stunde durch den Nachthimmel. „Woher kommen diese Perseiden eigentlich und warum leuchten die nicht das ganze Jahr über?“ Nicki macht sich auf die Suche nach Antworten.

In der Sternwarte Bochum wird er fündig. Hier erforschen Astronomen, also Sternenwissenschaftler, seit 1946 die Geheimnisse und Wunder des Himmels. Nicki erfährt, dass Sternschnuppen kleine Steinkrümel und Staubteilchen aus dem Weltall sind. Diese sausen hoch über der Erde in die Atmosphäre, also in die Lufthülle, die unseren Planeten umgibt. Weil die winzigen Teilchen so schnell sind, reiben sie sich an der Luft und verglühen in 80 Kilometern Höhe, lange bevor sie auf die Erde fallen. Dabei entsteht viel Hitze und noch mehr Licht. Das sehen wir dann als Sternschnuppe am Himmel. Nicki versucht, sich das Tempo einer Sternschuppe vorzustellen. Wäre er so schnell wie eine Sternschnuppe, dann könnte er in etwa vier Sekunden einmal quer über Nordrhein-Westfalen fliegen. „Bei der Geschwindigkeit würde ich wahrscheinlich auch anfangen zu leuchten“, erschrickt Nicki.

Und die Perseiden? „Die sind nichts weiter als eine Staubwolke im Weltall“, erklärt ein Bochumer Sternengucker. Diese Wolke hat ein einziger Komet auf seinem Weg hinterlassen. Fast so wie ein LKW, der mit Sand beladen ist und während der Fahrt einen Teil seiner Ladung auf der Straße verliert. Einmal im Jahr, nämlich immer im August, rauscht die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne mitten durch die Perseiden-Staubwolke hindurch. Einige der Staubteilchen geraten dabei jedes Mal in die Lufthülle der Erde und verglühen. Der Name „Perseiden“ ist übrigens griechisch und heißt so viel wie „vom Perseus“. Von der Erde betrachtet sieht es nämlich so aus, als ob die leuchtenden Sternschnuppen aus der Richtung des Sternenbildes Perseus kommen. „Schade nur“, denkt Nicki, „dass der Staub in meinem Kobel nicht auch so leuchtet. Dann wüsste ich immer, wo ich putzen müsste, und könnte mir ständig was wünschen.“

Entdecker-Info

Bevor ihr zur Sternwarte Bochum und zum Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung (IUZ) fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann dort.

Wo?

Sternwarte Bochum / Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung (IUZ)
Blankensteiner Straße 200a
44797 Bochum
Tel.: 0234/47711

www.sternwarte-bochum.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben die Volkssternwarte Bochum dabei unterstützt die Räume wiederherzustellen die beim Einsturz der Radom-Hülle 1999 zerstört wurden.

Im Zahn ist der Wurm drin

Stadtmuseum, Gütersloh

Früher hatten viele Menschen richtig Angst vor einem Zahnarztbesuch. Das lag daran, dass die Ärzte noch nicht so viel über den Körper und über Krankheiten wussten. Außerdem hatten sie auch nicht so moderne Instrumente und Medikamente wie die Ärzte heute. Der Bohrer beim Zahnarzt wurde zum Beispiel nicht mit Strom sondern mit Muskelkraft angetrieben. Da konnte ein Besuch beim Arzt schon einmal richtig weh tun.

Im Stadtmuseum in Gütersloh kannst du dir eine alte Zahnarztpraxis anschauen. Natürlich erfährst du dort auch noch mehr darüber, wie die Menschen früher in Gütersloh gelebt haben. Zum Beispiel wie Kleidung hergestellt wurde oder wie man mit Feder und Tinte geschrieben hat.

Im Zahn ist der Wurm drin

„Was soll ich denn beim Arzt? Ich bin doch gesund“, protestiert Nicki und bleibt auf dem Gang im Stadtmuseum Gütersloh stehen. „Aber Nicki“, antwortet Nina, „wir gehen doch nur in eine Ausstellung über Medizin. Nicht zu einem Arzt.“ „Sicher?“, fragt Nicki. Er ist noch nicht überzeugt. „Nicht, dass mir da einer meine Zähne zieht. Die brauche ich zum Nüsseknacken.“ Nina schüttelt den Kopf: „Jetzt komm schon, du Angsteichhorn.“ Gemeinsam betreten beide den ersten Raum der Ausstellung. Der sieht aus wie das Wartezimmer eines Arztes. Ein komischer Stuhl fällt Nicki besonders auf. „Was ist das? Kann man damit fliegen?“ Nina betrachtet den Stuhl näher. „Ich glaube, das ist ein Wiegestuhl“, sagt sie. „Du kannst dich reinsetzen und er zeigt an, wie schwer du bist. Probier ihn doch mal aus.“

Im Zahnarztraum betrachtet Nina erstaunt die Tür. „Weshalb ist die so dick gepolstert?“, fragt sie. „Damit die Menschen im Wartezimmer die Schreie der Patienten nicht hörten“, erklärt ein Museumsführer. „Denn der Besuch beim Zahnarzt tat früher viel mehr weh als heute.“ Er zeigt auf einen 80 Jahre alten Bohrer: „Der lief mit Tretantrieb, nicht elektrisch.“ „Ein Glück, dass ich meine Zähne immer so gut putze. Da kriege ich keinen Karies“, sagt Nina. „Ganz früher“, erzählt der Museumsführer weiter, „dachten die Menschen, dass etwas anderes Zahnweh macht: der Zahnwurm.“

Nina geht in den nächsten Raum. Dort steht Nicki. Er hat einen Arztkittel an. „Was machst du denn da, Nicki?“, fragt sie. „Dr. Nicki bitte. Ich bin der neue Arzt. Leg dich mal da hin.“ Eh Nina sich versieht, schiebt Nicki sie auf eine Liege. Er schaut ihr in den Mund. „Heh, laff daff“, sagt sie mit dem Holzstäbchen im Mund. Aber Nicki reagiert nicht. „Ah, Glück gehabt. Alles gesund. Ansonsten hätte ich dir ein wenig Fruct. Foeniculi und Succ Liquirit verschrieben.“ Nina schaut verwirrt: „Was ist das denn?“ „Das muss der Patient nicht wissen“, sagt Nicki. „Du weißt es bestimmt selbst nicht“, lässt Nina nicht locker. „Geh jetzt bitte. Dr. Nicki muss den nächsten Patienten empfangen.“ Nicki schiebt Nina zur Tür.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Stadtmuseum Gütersloh fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Stadtmuseum Gütersloh
Kökerstraße 7 – 11a
33330 Gütersloh
Tel.: 05241 / 26685
www.stadtmuseum-guetersloh.de

Was macht Nicki hier?

Nicki und die NRW-Stiftung haben dem Heimatverein Gütersloh geholfen das Museumsgebäude zu sanieren.

Rohrstock, Ranzen, Rübenziehen

Schulmuseum, Bergisch Gladbach

„Guten Morgen, Herr Lehrer!“ – „Setzen!“

So begann der Unterricht vor über 100 Jahren. Damals wurden Zuspätkommen und Schwätzen noch hart bestraft – mit dem Rohrstock. Im Bergischen Schulmuseum können Schulklassen sich für einen „historischen Unterricht“ anmelden. Das Klassenzimmer ist eingerichtet wie zu „Kaisers Zeiten“ – also wie zur Zeit um 1900. Die Portraits von Kaiser Wilhelm II. und seiner Frau Auguste Viktoria hängen an den Wänden des Klassenzimmers. Aber nicht nur mit einer Schulklasse lohnt sich der Besuch im Museum. Auch Familien können durch die Ausstellung stöbern, die hölzernen Schulbänke ausprobieren und in den Schulheften von früher blättern.

Das Museum ist in einer alten Grundschule untergebracht. Eine Sonderabteilung im Erdgeschoss zeigt, wie Mädchen in der Schule früher erzogen wurden. Im Obergeschoss lässt sich anhand alter Lehr-, Lern- und Arbeitsmittel verfolgen, wie sich das Bild der Welt bis heute verändert hat. Auch ein altes Lehrerwohnzimmer mit Plüschsofa und Bücherschrank kannst du dir anschauen.

Rohrstock, Ranzen, Rübenziehen

„Komm Nicki, wir müssen uns beeilen, die Stunde fängt gleich an!“, ruft Nina und eilt schon einmal voraus. Nicki und Nina rennen dicht verfolgt von Klaus mit großen Schritten in Richtung der alten Schule in Bergisch Gladbach. „Puh geschafft!“ stöhnt Nicki und huscht mit seinem Lederranzen auf dem Rücken in letzter Sekunde eilig am Lehrer vorbei ins Klassenzimmer. Schwungvoll setzt sich Nina an ihr Pult, holt Schiefertafel und Griffel hervor – schon beginnt der Lehrer mit dem Diktat. „Nina, hör auf bei mir abzugucken“, flüstert ihr Nicki zu. „Der Lehrer ist streng und ich will nicht nachsitzen müssen.“ Die beiden nehmen heute an einem historischen Unterricht in der Museumsschule Bergisch Gladbach teil.

Schon in den ersten Minuten merken sie, welchen großen Unterschied das Leben in der Schule von damals zu heute macht. Vor allem zu Beginn der Stunde legt der Lehrer großen Wert darauf, dass alle Schüler aufstehen und den Lehrer äußerst förmlich begrüßen. „Oh Nina, hoffentlich  muss ich nicht an die Tafel und vorne ein Gedicht auswendig aufsagen.“, stöhnt Nicki. Der Museumslehrer erklärt, dass es früher auch Schläge mit dem Rohrstock gab, wenn die Kinder nicht artig gelernt haben. „Nina, was bedeutete das hier?“, fragt Nicki. Während der Lesestunde verzweifelt er an der Sütterlin-Schrift. Sütterlin ist eine verschnörkelte Schriftart, die damals in Deutschland geschrieben wurde.

„Oft mussten die Kinder ihren Eltern auch auf dem Feld bei der Ernte helfen und waren in der Schule zu müde, um gut aufzupassen“, erklärt Nina Nicki nach der Schulstunde, „sie wurden dann oft noch zusätzlich vom Lehrer bestraft und mussten sich zum Beispiel zu den Schlägen noch in die Ecke stellen. Oft waren die Schulklassen auch viel größer als heute! Aber komm, lass uns weitergehen. In den fünf nächsten Räumen können wir noch viel über das Leben damals erfahren.“ „Das ist eine gute Idee“, sagt Nicki, „ich bin schon ganz taub vom Rumgekratze mit meinem Griffel auf der Schiefertafel. Was für einem fürchterlichen Gequietsche die Kinder damals ausgesetzt waren!“ Man musste nämlich den Griffel fest aufdrücken, damit er auf dem harten Steinuntergrund überhaupt schrieb.

„Guck mal, Nicki, die haben hier ganz viele ausgestopfte Tiere stehen“, sagt Nina – aber Nicki interessiert sich eher für die Handarbeiten, die von den Schülern damals gemacht wurden und auch ausgestellt sind. „So etwas könnte ich gar nicht“, stellt er erstaunt fest. Klaus hüpft derweil vergnügt im Raum herum, weil er sich über das Bild eines Frosches, das er in einer Fibel gefunden hat, besonders freut. „Ganz schön anstrengend so ein Leben als Schüler damals“, stellt Nicki am Ende seines Rundgangs fest und ist froh, dass er nicht vor hundert Jahren gelebt hat.

Entdecker-Info

Bevor ihr zum Schulmuseum Bergisch Gladbach – Sammlung Carl Cüppers fahrt, schnell noch das PDF mit spannenden Infos und tollen Entdecker-Aufgaben ausdrucken! Eure Entdeckerurkunde bekommt ihr dann im Museum.

Wo?

Schulmuseum Bergisch Gladbach – Sammlung Carl Cüppers
Kempener Straße 187
51467 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202 / 84247 oder 02202/981356 (Archiv)
www.das-schulmuseum.de

Was macht Nicki hier?

Nicki Nuss und die NRW-Stiftung haben den Ausbau des Schulmuseums Bergisch Gladbach unterstützt, damit mehr Platz ist um die vielen Dinge zu zeigen, die über die Jahre für die Schule angesammelt wurden.